Ohne Gegenvorschlag

07. November 2018 14:22; Akt: 07.11.2018 15:30 Print

Bundesrat gibt Pflegepersonal einen Korb

Die Pflegeinitiative verlangt vom Bund Massnahmen gegen Fachkräftemangel und für die ausreichende Pflege aller Schweizer. Der Bundesrat empfiehlt die Ablehnung der Vorlage.

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Mit der Volksinitiative «Für eine starke Pflege» will der Schweizer Berufsverband des Pflegefachpersonals den zukünftigen Herausforderungen in der Pflege durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung entgegenwirken. Die Initianten wollen Bund und Kantone dazu verpflichten, allen den Zugang zu einer ausreichenden Pflege von hoher Qualität zu gewähren.

Unter anderem fordern sie eine angemessene Abgeltung der Pflegeleistungen sowie Massnahmen gegen den Fachkräftemangel. Weiter soll der Bund Leistungen festlegen, die die Pflegefachpersonen in eigener Verantwortung zulasten der Sozialversicherungen erbringen dürfen.

Bundesrat empfiehlt Ablehnung

Der Bundesrat empfiehlt die Volksinitiative «Für eine starke Pflege» ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. In seiner heutigen Sitzung hat er eine entsprechende Botschaft verabschiedet. Der bestehende Verfassungsartikel zur medizinischen Grundversorgung sei ausreichend um die Pflege zu stärken, so die Meinung des Bundesrats. Man habe in der Vergangenheit bereits verschiedene Massnahmen ergriffen, um dem Fachkräftemangel in Pflegeberufen entgegenzuwirken. Momentan sei zudem das Innendepartement daran, einen Massnahmeplan diesbezüglich zu erarbeiten.

Der Bundesrat lehne es ab, einer bestimmten Berufsgruppe in der Verfassung eine Sonderstellung zu gewähren, wie der Botschaft zu entnehmen ist. Die weitere Forderung der Initianten nach einer direkten Abrechnung von Pflegeleistungen zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung lehnt der Bundesrat entschieden ab. Diese habe Mehrkosten im Gesundheitswesen zur Folge.

(jk)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dario am 07.11.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich arrogant

    da kommt wohl endlich eine sinnvolle initiative daher und der Bund entscheidet sich gegen das wohl der Bevölkerung und der Pflegekräfte... seit jahren ist das Pflegepersonal unterbesetzt und überfordert. Aber nein, der Bundesrat sieht es wiedermal nicht ein, schliesslich sind Sie ja alle privat versorgt...

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  • Tonia am 07.11.2018 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pflege braucht fast jeder einmal

    Es ist sehr spannend zu sehen wie alle sich weigern der Situation in die Augen zu sehen. Doch irgendwann werden die meisten alt werden und Pflege brauchen. Nur weiss ich nicht ob es dann noch genug Pflegefachpersonen gibt die auch kompetent sind. Denn in der Pflege zu arbeiten ist kein zuckerschlecken mehr.

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  • Marge am 07.11.2018 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Grossen kriegen viel die Kleinen fast nichts!!

    Finde es einfach eine Anmassung vom Bunderat dies abzulehnen,die grossen Löhne kriegen eh die im oberen Bereich,und das Pflegepersonal wo die grösste Arbeit leisten,bei denen bleibt der Lohn immer niedrig ..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Miasa am 09.11.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BR mangelndes Fachwissen Pflege

    Der Bundesrat müsste einmal eine Woche in einer Pflegeabteilung arbeiten, ich bin sicher er würde sofort anders entscheiden.

  • AP am 09.11.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Mangel überall

    Es mangelt an Personal - irgendwann wird das mitunter auch ein Grund für höhere Krankenlassenkosten sein...

  • Heinz am 09.11.2018 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bundensrat müsste genauer hinsehen

    Die Ausbildung, die Aufgaben, die Herausforderungen und die Belastung im pflegerischen Berufsalltag werden immer grösser und komplexer. Je nach Arbeitsbereich ist man als Pflegefachmann auch als Seelsorger, psychologischer Berater, als Coach, finanzieller Berater und so weiter aktiv, weil man eben sehr direkt mit den Sorgen und Problemen der Patienten im Alltag konfrontiert wird. Die psychischen und physischen Belastungen der Pflegenden im Alltag sind sehr gross. Die Bevölkerung anerkennt das und unterstützt die Pflege. Es bleibt griffige Massnahmen wie diese Initiative.

  • Lea am 08.11.2018 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Pflegeheim

    Ich arbeite in einem Pflegeheim als Stzdierende Pflege HF. Manchmals ist eine Fachkraft, 2 Studierende, 2 Prakikanten und ein 1 Lehrjahrstift anwesend. Über Mittag müssten wir 8 Personen gleichzeitig beim Essen unterstützen. Wir sind zu 4. Und die anderen Bewohner möchten auch das Essen warm serviert bekommen.

  • txxx am 08.11.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    PFLEGE IST TEUER, WER SPART DER DUMME

    Meine Mutter war 8 Jahre im Pflegeheim.Das ganze Vermögen für dass man ein Leben lang sorge getragen hat, ist jetzt weg! Den andern wird es dann mit Ergänzungsleistungen vom Staat bezahlt!!!