Obwalden enttäuscht

01. Dezember 2011 11:00; Akt: 01.12.2011 14:28 Print

Bundesrat hält an den Atommüll-Orten fest

Die Suche nach Standorten für geologische Tiefenlager für radioaktive Abfälle geht in die zweite Runde. Die sechs vorgeschlagenen Standorte wurden gutgeheissen und werden nun vertieft untersucht.

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Eine weitere Runde bei der Suche nach einem geeigneten Standort für ein Lager für atomare Abfälle wurde vom Bundesrat eingeläutet. Die sechs von der Nagra zur Diskussion gestellten Standorte werden nach weiteren Kriterien untersucht, wie das Bundesamt für Energie am Donnerstag mitteilte.

Der Bundesrat hatte die Standortsuche im April 2008 eingeleitet. In einer ersten Etappe hatte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) als mögliche Tiefenlager-Standorte die Gebiete Jura-Ost (ehemals Bözberg AG), Jura-Südfuss (AG), Nördliche Lägern (AG/ZH), Südranden (SH), Wellenberg (NW) und Zürich Nordost (ZH) vorgeschlagen.

In dieser ersten, nun abgeschlossenen Phase klärten Sicherheitsbehörden des Bundes die Eignung der vorgeschlagenen Tiefenlager. Die Ergebnisse wurden in eine breite Vernehmlassung geschickt, zu der 3700 Stellungnahmen aus der Schweiz sowie Deutschland, Österreich und Frankreich eingingen. Sie führten zu Teil-Überarbeitungen des Ergebnisberichts.

Der Bundesrat hat nun den Ergebnisbericht zur Etappe 1 gutgeheissen und die sechs vorgeschlagenen Standortgebiete in den Sachplan geologische Tiefenlager aufgenommen. Er beauftragte das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, die Etappe 2 der Standortsuche zu starten. Diese dauert vier Jahre.

Vertiefte Untersuchung der Standortgebiete

Die vorgeschlagenen Standorte werden dabei sicherheitstechnisch vertieft untersucht. Für alle Standortregionen wird eine kantonsübergreifende Wirkungsstudie über die möglichen Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt durchgeführt.

190 Schweizer und 13 deutsche Gemeinden wirken in der so genannten regionalen Partizipation mit. Dabei werden unter anderem Vorschläge für die Gestaltung der Oberflächenstruktur sowie zur nachhaltigen Entwicklung der Standortgebiete erarbeitet.

Im Verlauf der Etappe 2 muss die Nagra die Standorte auf mindestens zwei pro Abfallkategorie (schwach- und mittelradioaktive respektive hochradioaktive Abfälle) eingrenzen. Die definitive Standortwahl erfolgt in der Etappe 3, in der das Rahmenbewilligungsverfahren eingeleitet wird. Die Rahmenbewilligung wird vom Bundesrat erteilt. Sie muss vom Parlament genehmigt werden und untersteht dem fakultativen Referendum.

Gemäss den neuen gesetzlichen Bestimmungen übernimmt die vom Eidg. Nuklearinspektorat eingesetzte Expertengruppe geologische Tiefenlager ab 2012 die Aufgaben der bisherigen Kommission Nukleare Entsorgung. Letztere wird aufgelöst.

Regierungen von Ob- und Nidwalden enttäuscht

Die Kantonsregierungen von Obwalden und Nidwalden sind enttäuscht, dass der Wellenberg weiterhin ein möglicher Standort für ein Atommülllager bleibt. Sie wollen nun alles daran setzen, dass er in der dritten Etappe der Abklärungen nicht mehr weiterverfolgt wird.

Sowohl Obwalden wie auch Nidwalden verweisen auf ihre Argumente gegen den Standort Wellenberg und kritisieren, dass diese nicht genügend gewichtet wurden. Die Nidwaldner Regierung verweist auf das Volk, das sich im Februar 2011 mit überwältigender Mehrheit gegen eine Atommüllager im Wellenberg ausgesprochen habe.

Erneut verweisen die beiden Kantone auf eine Studie, nach der der Wellenberg einen geologisch komplexen Untergrund und somit ungünstige Explorationsverhältnisse besitze. Auch sei der Standort aufgrund der andauernden tektonischen Aktivität schwierig einzuschätzen.

Darüber hinaus lägen die notwendigen Kenntnisse über den Aufbau und die Langzeitentwicklung des Untergrundes im Wellenberg nicht vor. Dazu müsste ein Sondierstollen gebaut werden. Das sei aber aufgrund der geologischen Voraussetzungen und des engen Zeitplans in der Etappe 2 nicht vorgesehen. Der Bundesrat müsse nun aufzeigen, wie er diesen Widerspruch beseitigen wolle.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike L am 01.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bundeshaus auf Endlager

    Ich verlange nur eines: Das dort wo das Endlager entsteht, darauf ein neues Bundeshaus gebaut wird. Schliesslich sollen die Entscheidungsträger auch was davon haben.

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  • Andis Meinung am 01.12.2011 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Null intresse

    Intressiert doch die da oben nicht.falls irgent was passieren sollte,ihnen gehts gut,sie sind versorgt.gibt ja noch genug andere welche für sie arbeiten

  • Hans mit Dampf am 01.12.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Alle wollen den billigen Atomstrom, aber keine ein Endlager in seiner Nähe, immer die gleiche Geschichte...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans mit Dampf am 01.12.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Alle wollen den billigen Atomstrom, aber keine ein Endlager in seiner Nähe, immer die gleiche Geschichte...

  • Mike L am 01.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bundeshaus auf Endlager

    Ich verlange nur eines: Das dort wo das Endlager entsteht, darauf ein neues Bundeshaus gebaut wird. Schliesslich sollen die Entscheidungsträger auch was davon haben.

    • Dr. Atom am 01.12.2011 14:10 Report Diesen Beitrag melden

      Atomstrom?

      Du hast wohl kein Atomstrom zu Hause...

    • Fritz am 01.12.2011 21:54 Report Diesen Beitrag melden

      Ja vor allem

      wären wir dann sicherer das nichts passiert sollte.

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  • Jack am 01.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Atommüll

    Der Müll sollte unter den Grundstücken der Befürworter vergraben werden, er ist ja nicht gefährlich und kann für die nächsten 100000 Jahre dort sicher gelagert werden......

  • Andis Meinung am 01.12.2011 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Null intresse

    Intressiert doch die da oben nicht.falls irgent was passieren sollte,ihnen gehts gut,sie sind versorgt.gibt ja noch genug andere welche für sie arbeiten

  • G.Z. am 01.12.2011 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Befürworter sollen Dreck lagern!

    Ich bin dafür allen SVP-Politikern und SVP-Wählern ein grösseres Packet Atommüll nach Hause zu senden - wer glaubt, es gebe keine Gefahren soll mit gutem Beispiel voran gehen... Diese elende Technik, welche wir NIE im Griff haben werden muss endlich gestopp werden, und zwar so schnell wie möglich.

    • dem ist am 01.12.2011 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      leider

      nichts hinzuzufügen!

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