«Horizon 2020»

25. Juni 2014 13:22; Akt: 25.06.2014 14:19 Print

Bundesrat will Forschende jetzt direkt unterstützen

Der Bundesrat will Schweizer Forschende, die an Projekten von «Horizon 2020» beteiligt sind, direkt unterstützen. Die EU hatte das Abkommen gekündigt.

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Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat an einer Medienkonferenz über die Übergangsmassnahmen für «Horizon 2020» gesprochen. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Seit Annahme der Zuwanderungsinitiative sind Schweizer Forschende von den Fördertöpfen der EU abgeschnitten. Als Ersatz für das Forschungsprogramm «Horizon 2020» hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, diese direkt zu unterstützen.

Nach der Abstimmung vom 9. Februar hatte die EU-Kommission die Verhandlungen über die Assoziierung der Schweiz an das Forschungsprogramm auf Eis gelegt. Die Schweiz gilt seither als Drittstaat. Forschende aus der Schweiz können sich zwar noch an Projekten im Rahmen von «Horizon 2020» beteiligen, erhalten aber kein Geld mehr aus Brüssel.

Forscher ausgeschlossen

Wegen der derzeit herrschenden Unsicherheit werden zudem zahlreiche Forschende aus Projektkonsortien ausgeschlossen, wie der Bundesrat in einer Mitteilung schreibt. Der Bundesrat will daher Forschende, welche sich an Kooperationsprojekten von «Horizon 2020» beteiligen, direkt finanzieren.

Auch für wegfallende Beiträge aus anderen Forschungsprogrammen wie etwa dem zwischenstaatlichen Förderprogramm COST soll der Bund einspringen. Verpasste Ausschreibungen für die «Horizon 2020» Projekte sollen ebenfalls finanziert werden. Dafür muss der Bundesrat dem Parlament einen Nachtragskredit beantragen.

Die übrigen Massnahmen sollen aus jenen Mitteln finanziert werden, die als Beiträge an den Europäischen Forschungsrat vorgesehen waren. Die Schweiz kommt bei dieser Lösung schlecht weg: In den letzten Jahren haben Forschende aus der Schweiz aufgrund der Qualität der Gesuche rund doppelt so viel Geld in Brüssel abgeholt, wie die Schweiz eingezahlt hat.

Gesuche will das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ab Herbst entgegennehmen. Der Schweizerische Nationalfonds hat sein Programm zum Ersatz von EU-Forschungsstipendien schon im März gestartet.

Schweiz auf sich gestellt

Ziel des Bundesrates bleibe eine rasche und möglichst vollständige Assoziierung der Schweiz an «Horizon 2020» möglichst noch im laufenden Jahr, schreibt der Bundesrat. Bisher sind die Gespräche allerdings nicht wieder in Gang gekommen.

Auch vom Bildungsprogramm «Erasmus » ist die Schweiz derzeit abgeschnitten. Um den Studentenaustausch sicherzustellen, hat der Bundesrat in dem Bereich bereits Mitte April eine Übergangslösung beschlossen.

(pat)