Bundespersonal

22. Juni 2011 19:01; Akt: 22.06.2011 19:11 Print

Bundesrat will Frauen-Quote ab 2015

In der Bundesverwaltung sollen künftig mehr Frauen arbeiten. Der Bundesrat will die Quote von bisher 42 auf bis zu 48 Prozent anheben.

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Bis 2015 sollen in der Bundesverwaltung 44 bis 48 Prozent der Stellen von Frauen besetzt sein. Gleichzeitig sollen bei der Personalrekrutierung die Angehörigen der Sprachminderheiten sowie Menschen mit Behinderungen stärker berücksichtigt werden.

Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, für die Legislaturperiode 2012 bis 2015 diverse Sollwerte für die Personalpolitik des Bundes neu festzulegen. 2010 lag der Frauenanteil beim Bund unter Ausklammerung der Armee und der Grenzwache bei durchschnittlich 42,1 Prozent. Werden diese mitberücksichtigt, wäre der Frauen-Anteil gar nur bei 31,7 Prozent gelegen.

Der Bundesrat beschloss nun bei den Sollwerten zu differenzieren. Für die Verwaltung ohne Verteidigung und Grenzwache soll der Frauenanteil auf 44 bis 48 Prozent steigen. Für die Verteidigung strebt er einen Anteil von 11 bis 12 Prozent an und im Grenzwachtkorps einen solchen von 8,5 bis 10,5 Prozent.

Nach Lohnklassen differenziert

Zielvorgaben macht der Bundesrat auch in Bezug auf die Frauen- Anteile je nach Lohnklassen. Während in den Klassen 24-29 (Höchstlöhne von rund 143'000 bis 182'000 Franken) letztes Jahr der Frauen-Anteil noch bei 23,8 Prozent lag, soll er bis 2015 auf 29 bis 34 Prozent erhöht werden. Bei den Spitzenbeamten der Lohnklassen 30- 38 (195'000 bis 366'000 Franken) soll der Anteil von zuletzt 14 Prozent auf 16 bis 20 Prozent angehoben werden.

Richtwerte will der Bundesrat auch bei der Vertretung der Sprachminderheiten in der Bundesverwaltung erreichen. Während die Deutschschweizer ihren Anteil auf 70 Prozent (2010: 72,1) senken sollen, strebt die Verwaltung bei den Französischsprachigen einen Anteil von 22 Prozent (21) und bei den Italienischsprachigen von 7 Prozent (6,6) an. Ein Prozent aller Bundesangestellten soll aus dem rätoromanischen Sprachraum stammen (derzeit 0,3 Prozent).

Bei Behinderten mit gutem Beispiel voran

Akzente setzen will der Bundesrat auch bei der im Rahmen der 6. IV-Revision angestrebten Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt. Bis 2015 soll deren Anteil in der Bundesverwaltung 1 bis 2 Prozent betragen. Heute sind es 0,7 Prozent.

Um diesen Wert zu erreichen, setzt der Bund neben baulichen und organisatorischen Massnahmen auch auf finanzielle Anreize. So werden Verwaltungseinheiten Förderprämien und Lohnzuschüsse gewährt, wenn sie Behinderte zu einem Arbeitsversuch zulassen oder bei Reintegrationsmassnahmen Leistungseinbussen erleiden. Dafür stehen jährlich 12 Millionen Franken zur Verfügung.

Sollwerte legte der Bundesrat auch dafür fest, wie viele Lernende nach Abschluss ihrer Lehre weiterhin für die Bundesverwaltung tätig bleiben. 2015 sollen es 30 bis 40 Prozent der Lehrabgänger sein. Den gleichen Wert strebt der Bundesrat auch für Hochschulpraktikanten an.

Die Arbeitszufriedenheit soll zudem bei 4,3 bis 4,7 Punkten liegen. Bei den letzten Erhebungen lag diese 2009 bei 4,4. 2007 hatten die Bundesangestellten die Arbeitszufriedenheit gar nur mit einer 4,1 benotet.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Viktoria am 23.06.2011 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Verteil-Schlüssel für alle Berufe

    In den nächstenn 10 - 30 Jahren braucht es in der Schweiz mehr in der Alten-Pflege, darum sollte man dort Leute Ausbilden, wo Not am Mann ist - Berufs-Wunschdenken gehört der Vergangenheit an - Zeichen setzen ist gefragt.

  • nuur am 24.06.2011 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören!

    Was soll dieser Schwachsinn! Es kommt doch nicht darauf an welches Geschlecht für eine Stelle massgebend ist sondern ob die Person qualifiziert ist, egal ob Frau oder Mann (sagt eine Frau)!

  • Marco Riva am 22.06.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Frauenquote und die Konsequenz

    Die Quoten können ja problemlos mit der Einwanderung aus Deutschland, Frankreich und Italien erreicht werden. Und der BR ist dann auch noch Stolz drauf, wenn er die Quote erreicht. Die Frauenbewegung ist zufrieden. Dafür haben wir halt einige Eidgenossen mehr, die eben keine Stelle mehr finden. Es hat halt viele "g'schtudierte" in Bern aber eben keine gescheiten mehr die denken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Esmal Lefer am 07.04.2012 02:53 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksicht nehmen? -Lächerlich!

    Ich hab oft gehört, dass die Wirtschaft von Männern dominiert wird. Dass ein guter Chef auch eine männliche Definition sei. Entschuldigt, aber ein guter Chef ist der, welcher Geld einbringt und Arbeit! Was soll sonst ein guter Chef sein, wenn er kein Geld und Arbeit bringt? Der Rest ist Nebensache! Und jetzt sollen wir auf Behinderte, Missbildungen und Frauen Rücksicht nehmen? Hej!! Willkommen auf der Welt. Man nimmt auf die anderen Mitmenschen keine Rücksicht? Die weltweite Konkurrenz um Ressourcen, Geld, Bodenschätze steigt und der Gegner kennt das Wort Rücksicht nicht...

  • Hank am 26.06.2011 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ralität

    Ich habe in einer Abteilung einer schweizer Firma gearbeitet, in der Frauen aus Prinzip nicht eingestellt wurden, auch wenn Sie besser war. Das ist leider noch Realität und dagegen muss angegeangen werden. Müssen die Männer eben besser sein als die 60% Männer. Gibt dafür aber auch eine Ausrede warum man keinen Job hat.

  • Charly am 25.06.2011 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Quoten für Idioten

    Quoten fördern nur Mittelmass. Wenn man nicht anhand von Qualität entscheiden kann, sondern eine Person aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts ernennen muss, entbehrt das jeder logischen Grundlage. Wenn man eine fähige Person hat, dann ist die Fähig. Egal wer oder was sie ist. Wenn man die Person nicht nehmen kann, weil sie das falsche Geschlecht hat ist das Sexismus und absoluter Unsinn. Wieso muss ein Team zwingend durchmischt sein? Mir doch egal ob das 90% schwarze Lesben oder Appenzeller Mönche sind. Es sollte doch darum gehen eine möglichst gute Leistung zu bringen.

  • Marc-André am 25.06.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Quote und Qualifikation

    Natürlich ist eine Quotenfrau nicht automatisch unqualifiziert, aber sie steht unter dem permanenten Verdacht, dass sie ihre Stelle nur wegen der Quote und nicht wegen ihrer Fähigkeiten bekommen hat. Ob das den Frauen wirklich etwas bringt? Der Bundesrat selbst ist der beste Beweis dafür, dass Quotenregelungen unnötig sind: Dort haben die Frauen die Mehrheit und zwar ganz ohne Zwangsquote.

  • michael kohlhaas am 24.06.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    skandal

    wann gehen denn die frauen ins militär? frauenquote ist GEGEN die Verfassung!