EM-Boykott

05. Mai 2012 23:48; Akt: 06.05.2012 00:31 Print

Burkhalter will in der Ukraine vermitteln

Die Schweiz schaltet sich in den Konflikt zwischen der EU und der Ukraine ein. Man stehe bereit, um im Streit zu vermitteln, sagt Aussenminister Didier Burkhalter. Boykott-Drohungen hält er für verfehlt.

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Wenige Wochen vor Beginn der Euro 2012 in Polen und der Ukraine hagelt es Kritik an der ukrainischen Regierung. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Spiele in autoritär oder diktatorisch geführten Ländern keine Ausnahme sind.

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Die Zahl der Politiker aus Deutschland und der EU, welche die Fussball-EM in der Ukraine boykottieren wollen, wächst täglich. Nun bringt sich die Schweiz als mögliche Vermittlerin ins Spiel. Man sei dazu bereit, erklärte Aussenminister Didier Burkhalter gegenüber der Zeitung «Sonntag». Schon seit einigen Monaten stehe das EDA mit der Ukraine in Kontakt. Offenbar sah man den Konflikt beim Aussenministerium kommen, denn offen ausgetragen wird er erst seit kurzem.

Das EDA verfügt laut Bundesrat Burkhalter über das nötige Wissen und gute Leute für Vermittlungsrollen. «Falls die EU, Deutschland und die Ukraine eine Vermittlung wollen, dann stehen wir bereit», sagt er deshalb. Die Schweiz könne sich die Rolle auch mit anderen Staaten teilen. Die medizinische Behandlung der inhaftierten Ex-Präsidentin Julia Timoschenko ist für Burkhalter nur ein Aspekt einer Lösung. «Wichtig ist bei dieser Frage, dass wir eine menschenrechtskonforme Lösung finden. Wo Timoschenko behandelt wird, ist sekundär.»

Dass ihr Fall nun mit Aufrufen zum Boykott der Fussball-EM in der Ukraine politisch weiteren Zündstoff erhält, missfällt dem Aussenminister. «Ich glaube nicht, dass Boykottdrohungen in dieser Situation viel bringen», sagt Burkhalter gegenüber der «NZZ am Sonntag».

(rme)