Entführte Schweizer

16. Dezember 2011 15:34; Akt: 16.12.2011 16:41 Print

Calmy-Rey telefoniert mit Pakistan

Die scheidende Aussenministerin Micheline Calmy-Rey setzt sich nochmals für die beiden in Belutschistan entführten Schweizer ein. In einem Telefongespräch mit Premier Yusuf Raza Gilani drückte sie ihre Besorgnis aus.

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Am 17. März 2012 kommt das in Pakistan entführte Schweizer Paar wieder in der Schweiz an. Das Paar traf gegen 13.30 Uhr am Flughafen Zürich-Kloten ein. Mit einem Stofftier winkt Daniela W. aus dem Auto ihren Verwandten zu. Das erste Bild: David O. und Daniela W. sind wieder auf freiem Fuss ... ... und wirken zumindest auf den ersten Blick unversehrt. Die 28-jährige Daniela W steigt aus dem Helikopter auf der Qasim-Militärbasis in Rawalpindi, Pakistan, ... ... gefolgt von ihrem 31-jährigen Freund David O. Am 27. Dezember 2011 wurden den Medien neue Bilder der Schweizer Geiseln zugespielt. Oliver O. und Daniela W. vor einem schwarzen Banner. Die Berner Daniela W. und ... ... Oliver O. sind seit dem 1. Juli in der Gewalt der Taliban. In einem am 25. Oktober 2011 veröffentlichten Video melden sich die beiden Schweizer Geiseln zu Wort. Im Juli entführt und seither vermisst: David O. und Daniela W. Bei den Geiseln handelt es sich um einen aktiven Polizisten und eine ehemalige Beamtin der Kantonspolizei Bern. Die beiden waren auf einer privaten Reise in Pakistan. Sie waren von der Hauptstadt Islamabad her in die südwestliche Provinz Belutschistan gereist. In der Region Loralai wurden sie von bewaffneten Kidnappern verschleppt. Ihr blauer VW-Bus wurde verlassen aufgefunden. Warum sich die beiden in dem gefährlichen Gebiet an der Grenze zum Iran und zu Afghanistan aufhielten, wurde nicht mitgeteilt. Waliur Rehman (M.), die sagt, dass die entführten Schweizer in seiner Hand sind. Sie seien nicht gefoltert worden. Er wollte die Schweizer erst gegen die in den USA inhaftierte austauschen. Siddiqui, die in den USA studierte, war wegen des Tötungsversuchs von US-Beamten in Afghanistan verurteilt worden. Mittlerweile sind die Entführer von dieser Forderung abgerückt.

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Als eine ihrer letzten Amtshandlungen hat die scheidende Bundespräsidentin und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sich für die Freilassung der in Pakistan entführten Schweizer eingesetzt. Calmy-Rey telefonierte deswegen am Donnerstag mit dem pakistanischen Premier Yusuf Raza Gilani.

Gemäss einer im Internet publizierten Mitteilung der pakistanischen Regierung brachte Calmy-Rey gegenüber Gilani ihre Sorge über das Schicksal des im Juli in Belutschistan entführten Schweizer Paares zum Ausdruck.

Gilani wiederum habe Calmy-Rey versichert, dass alle mit dem Fall befassten Sicherheitsbehörden angewiesen seien, ihr Äusserstes zu geben, um eine rasche und sichere Rückkehr der beiden Schweizer zu ermöglichen.

EDA: Kein Kommentar zum Inhalt

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Freitag, dass ein Telefongespräch zwischen Calmy-Rey und Gilani stattgefunden hat. Zum Inhalt wollte das EDA aber keine Angaben machen.

Nach Angaben des pakistanischen Forschungszentrums FRC wurden der Berner Polizist und seine Begleiterin nach ihrer Entführung in Belutschistan nach Süd-Waziristan verschleppt. Dort befinden sie sich in der Gewalt radikal-islamischer Taliban aus Pakistan, die dem Taliban-Kommandanten Walius Rehmann unterstehen.

Drittes Video im Angebot

Bislang tauchten zwei Videos mit einem Lebenszeichen der beiden Entführten auf. Im ersten im August aufgenommenen Video hatten die Taliban die Freilassung der in den USA inhaftierten Pakistanerin Aafia Siddiqui und von Taliban-Gefangenen in Pakistan verlangt.

Im zweiten Video vom September war nur noch von den Taliban-Gefangenen die Rede; eine Freilassung der wegen Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan verurteilten Frau wurde nicht mehr erwähnt. Seit Veröffentlichung der zwei Videos Ende Oktober gab es offiziell kein Lebenszeichen mehr von den beiden Geiseln.

Allerdings bieten die Taliban nach FRC-Informationen seit längerem ein drittes Video an, auf dem der Schweizer und die Schweizerin zu sehen sein sollen. «Den Preis, den die Taliban dafür verlangen, ist jedoch hoch. Offenbar war bislang noch niemand bereit, eine solche Summe zu zahlen», sagte Saifullah Mahsud vom FRC der Nachrichtenagentur SDA am Freitag.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stimmbürger am 16.12.2011 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sie will sich ein Denkmal setzen

    Warum telefoniert Frau Calmy und macht vielleicht Versprechungen auf Kosten des Staates.

  • JAY am 16.12.2011 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstschuld

    ja es ist krass für die Geiseln und Ihre Angehörigen... ABER Wenn man wissentlich in ein Krisengebiet geht, gewarnt wird vor Gefahren... ist man einfach selbst schuld und hat halt einfach Pech... Wer sich selbst in Gefahr begibt soll selber schauen wo er bleibt. Meine Meinung

  • Brecht Heinz am 17.12.2011 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow sie telefoniert und klingt besorgt, was für eine Leistung? Darf ich mich auch bewerben für diesen Lohn?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Den Hook am 17.12.2011 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Lobenswert

    Frau Calmy-Rey will offenbar mit einem humanitären Akt aus dem Amt scheiden, was ich sehr lobenswert finde. Und ich hoffe, dass ihre Anstrengungen Früchte tragen. Alleine schon der Neugier willen, wünsche ich den beiden Touristen eine baldige Heimkehr. Dann können sie uns erklären, wie sie auf eine derart hirnverbrannte Idee kamen, eine solch riskante Route zu bereisen. Selbstüberschätzung?

  • Brecht Heinz am 17.12.2011 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow sie telefoniert und klingt besorgt, was für eine Leistung? Darf ich mich auch bewerben für diesen Lohn?

  • JAY am 16.12.2011 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selbstschuld

    ja es ist krass für die Geiseln und Ihre Angehörigen... ABER Wenn man wissentlich in ein Krisengebiet geht, gewarnt wird vor Gefahren... ist man einfach selbst schuld und hat halt einfach Pech... Wer sich selbst in Gefahr begibt soll selber schauen wo er bleibt. Meine Meinung

  • Stimmbürger am 16.12.2011 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sie will sich ein Denkmal setzen

    Warum telefoniert Frau Calmy und macht vielleicht Versprechungen auf Kosten des Staates.

  • Steuerzahler am 16.12.2011 20:20 Report Diesen Beitrag melden

    wer sich in die Gefahr begibt...........

    Die beiden Geiseln wurden ja gewarnt nicht ins Kriegsgebiet zu reisen, ich denke jetzt hat der Bürger ein Recht zu wissen was das alles dem Steuerzahler kostet. Die entführten dürften meiner Ansicht nach keine Gelder für Bücher Înterwievs behalten dürfen.

    • Armus McCluskey am 16.12.2011 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bitte, ja?

      Das sind unsere Landsleute, lieber Herr Steuerzahler. Vielleicht sollten die beiden Geiseln erst wieder wohlbehalten nach Hause kommen, bevor sie mit dem Klingelbeutel dastehen!

    • keiner am 16.12.2011 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      sehe es gleich

      meine meinung, die wussten ja auch dass pakistan gefährlich ist. der steuerzahler bezahlt. und wenn sie frei kommen werden sie wieder als helde gefeiert.

    • urs gregor am 17.12.2011 02:37 Report Diesen Beitrag melden

      was passiert mit den nächsten?

      ist zynisch, aber ich finde das nicht gut dass sich der staat erpressen lässt. und dieser geld verbrechern aushändigt. sorry, das sprichts sich rum, wieso passiert das wohl so oft. und ja ich bin mir bewusst, dass es sehr hart ist solche worte zu formulieren. mein beleid den betroffenen. und ja, auch wenn es mir passiert, sowas möchte ich nicht, denn der staat schickt dann sicher mir die rechnung, und ich werde dann vom stärkeren gängster erpresst. nope

    • innerschwiizer am 17.12.2011 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      selber schuld, selber schauen!

      ich würde da nichts unternehmen, die waren sich der lage bewusst. es gibt genug andere länder die man bereisen kann...

    • L. G. am 17.12.2011 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist wertvoller?

      Geld scheint wieder einmal wichtiger zu sein als Menschenleben. Immer gleich Verurteilungen, ohne die genauen Beweggründe zu kennen. Ich habe gelernt dass sich aus etwas negativem auch was positives entwickeln kann. Vielleicht sollten wir den Entführer zeigen wie Wertvoll bei uns Menschenleben sind.

    • ein Betroffener am 19.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      selber bezahlen

      Meiner Familie ist etwas änliches in Jordanien passiert, die Familie musste selber schauen, wie sie das Geld für die Freilassung zusammen bringen konnte. Haus und Hof mussten verkauft werden, um das Familienmitglied freizukaufen

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