06. Januar 2007 12:05; Akt: 07.01.2007 09:33 Print

Calmy-Rey weist Franzosen zurecht

Die Schweizer Steuerpolitik bleibt Thema im französischen Wahlkampf. Die Angriffe sind dergestalt, dass sich Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey genötigt sah, «etwas mehr Respekt gegenüber der Schweiz» zu fordern.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Die Schweizer Steuergesetze sind transparent. Es ist an der Schweizer Bevölkerung zu entscheiden, ob sie geändert werden sollen. Wir brauchen keine Ratschläge», erklärte sie in der Tagesschau des Westschweizer Fernsehens TSR. Frankreich müsse der Schweiz im Steuerwettstreit mit etwas mehr Respekt begegnen.

Arnaud Montebourg, der Sprecher der sozialistischen Präsidentschaftskandidatin Segolène Royal, hatte der Schweiz am Dienstag in einem Artikel in der Zeitung «Libération» «raubtierhafte Praktiken» im Steuerwettbewerb vorgeworfen. Die Schweiz sei eine «taktlose Nachbarin».

Gegenüber dem Tessiner Fernsehen TSI bekräftigte Montebourg, dass «die grosse Debatte über Steuerpolitik und Steuerdumping erst begonnen habe». Die Diskussionen müssten aber «ruhig, ohne Polemik» geführt werden.

Derweil billigt Patrick Devedijan, der politische Berater des konservativen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkozy, der Schweiz zu, dass ihre Steuerpolitik «nicht ungeschickt» sei, denn sie verschaffe dem Land Wohlstand.

Als Franzose wünsche er sich, dass künftig Schweizer wegen attraktiverer Steuern nach Frankreich zögen, erklärte Devedijan gegenüber «Le Matin» vom Samstag. «Das ist offensichtlich ein unrealistischer Traum», fügte er an.

Seit der Steuerflucht des erfolgreichsten französischen Rocksängers Johnny Hallyday in die Schweiz ist das Thema Steuern eines der dominierenden des Wahlkampfs in Frankreich.

(sda)