20 Millionen Fr. pro Saison

07. Oktober 2018 21:57; Akt: 07.10.2018 21:57 Print

Champions-League-Aus reisst SRF ins Quotentief

von S. Ehrbar/V. Blank - Das Schweizer Fernsehen darf nur noch ein Champions-League-Spiel pro Woche zeigen. Die Rechte für alle Spiele hätten 60 Millionen Franken gekostet.

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Während die Young Boys am vergangenen Dienstag ihren grossen europäischen Auftritt hatten, rasten im Schweizer Fernsehen die Filmstars. Mit dem Film «Fast & Furious 7» kämpfte der Sender SRF zwei um Quote, während YB den Kampf gegen den italienischen Meister verlor – live zu sehen im Pay-TV von Teleclub.

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Kosten von 20 Mio. Fr. pro CL-Saison waren der SRG zuviel. Zurecht?

Seit dieser Saison hat das Schweizer Fernsehen nur noch die Rechte, um mittwochs ein Spiel der Champions League zu zeigen. Alle Spiele gibt es nur noch bei Teleclub. Während in den letzten Jahren das SRF immer alle Schweizer Auftritte in den grossen europäischen Wettbewerben zeigte, müssen sich Zuschauer nun umgewöhnen. Für viele ein harter Schlag. «Es ist, wie wenn ein Kind keine Schoggi mehr essen darf», sagt die Sportpsychologin Cristina Baldasarre.

60 Millionen für drei Jahre

Nicht nur die Zuschauer leiden. Wie Zahlen der SRG zeigen, bricht der Marktanteil von SRF zwei an Spieltagen regelrecht ein. An den Dienstagabenden zwischen September 2015 und 2017, an denen ein Champions-League-Spiel gezeigt wurde, betrug er durchschnittlich 19,1 Prozent. Das entspricht 254'000 Zuschauern. An Dienstagabenden ohne Champions-League-Spiel schauen hingegen nur 82'000 zu. Das entspricht einer Quote von 6,5 Prozent.

Damit hat SRF zwei an Champions-League-Dienstagen zwei Drittel der Zuschauer verloren. Hätte die SRG allerdings weiterhin die Champions League zeigen wollen, hätte sie tief in die Taschen greifen müssen. Die Kosten für das Rechtepaket seien von der Uefa im Vergleich zu bisher um das Vierfache erhöht worden, sagte Massimo Lorenzi, der Sport-Chefredaktor des Westschweizer Sender RTS, kürzlich in einer Sendung.

Ein Konkurrenz-Sender – wobei es sich um die Swisscom-Tochter Teleclub handeln dürfte – habe der Uefa für die nächsten drei Jahre fast 60 Millionen Franken bezahlt. Das sei der SRG zuviel gewesen. Einerseits müsse sie sparen, andererseits wäre dann kaum mehr Geld für andere Sportarten zur Verfügung gestanden. «Fussball ist wichtig, aber nicht alles», sagte Lorenzi.


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 07.10.2018 22:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung

    Wenn man das mitmacht wirds nur noch teurer.

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  • Solothurner am 07.10.2018 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit dem Wahnsinn.

    Irgendwie müssen die extrem hohen Löhne der Spieler ja bezahlt werden. Aber es ist vernünmftig diese Spirale zu beenden. Denn sonst steigen die Gebühren fürs Fernsehen immer weiter.

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  • Willi Tell am 07.10.2018 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ENDLICH

    es ist schließlich die Pflicht eines Staatlichen Fernsehen alle zu bedienen, nicht nur die Fussball Fans.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • franzGossenbacher am 12.10.2018 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Liebe SRF"

    SRF muss sparen, hat einige Sendungen an den Nagel gehängt. Warum nicht auch übertrieben viele Kommentatoren im Fußball? Wieso immer und immer wieder die ungeliebte "Schawinski Sendung"? Dann die unzähligen Kochsendungen und jahrelangen "Mini Beiz, dini Beiz"? Beliebte Sendungen wie "Aeschbacher" schmeisst man in den Keller, usw.. usw.! So könnte man noch einiges aufzählen und kritisieren. Es wäre dringend notwendig mal über die Bücher zu gehen und den Wünschen der Konsumenten zu entsprechen

  • Marco Reus am 09.10.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball für alle

    Fussball gehört jederman und nicht nur denen die es sich leisten können.... die Uefa sieht nur noch das Geld. Die grossen Talente kommen aber allesamt von weniger bemittelten Regionen die diese Preise nicht zahlen können...

  • Kein Fussball Fan am 09.10.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Am richtigen Ort gespart

    mmh, also im Umkehrschluss heisst das, es sind es von über 8 Mio Einwohnern die die Schweiz hat, gerade mal 254'000 die sich für die Champions League interessieren. Weise Entscheidung also, dieses Geld für die Uebertragungsrechte zu sparen.

  • Thomas Dietiker am 08.10.2018 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Konsumenten sollten entscheiden

    Die Zuschauer sollten mitenscheiden wie und was mit dem SRF Budget eigekauft wird. Viel Sparpotential nicht nur beim Sport sonder auch bei den Teuren Eigenproduktionen. Eine Schande ist die Einstellung der SRF sender über DVB-T im Sommer 2019... Super Service Public.

  • Jack am 08.10.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Besser mehr Ski, Snowboard/Freestyle

    Ist günstiger, macht mehr Spass zum Zuschauen und es gibt keine Krawalle und Vandalen