Stäfa

08. Dezember 2008 11:22; Akt: 08.12.2008 18:47 Print

Christoph Mörgeli: «Kein Gefühl in den Beinen»

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli ist heute Morgen bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. Er prallte mit seinem Auto in einen parkierten Lieferwagen. Mörgeli wurde mit der Rega ins Spital geflogen. Wurde der Unfallwagen manipuliert?

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«Der Patient sagte, er habe kein Gefühl mehr in den Beinen», erklärte Ralf Schardein, Feuerwehr-Kommandant von Stäfa, gegenüber «Radio1». Schardein war einer der Ersten am Unfallort und leistete erste Hilfe. Aufgrund der Äusserungen von Mörgeli habe man sofort die Rega alarmiert. Um den Patienten sorgfältig aus dem Auto zu befreien, wurde beim Unfallwagen das gesamte Dach abgetrennt. Die Feuerwehr befreite den Nationalrat darauf aus dem Wagen. Die Rettungsflugwacht brachte den SVP-Nationalrat mit Verdacht auf Rückenverletzungen ins Unispital Zürich.

Der Unfallhergang ist noch nicht geklärt. Gegenüber «TeleZüri» sagte Feuerwehr-Kommandant Ralf Schardein, es könnte sein, dass die Sonne eine Rolle spielte. Sie hatte am Morgen sehr stark geblendet. Ein Anwohner äusserte sich gegenüber dem selben Sender ähnlich.

Das Auto des Nationalrats erlitt Totalschaden. Der 61-jährige Lieferwagenlenker wurde beim Aufprall aus dem Fahrzeug geschleudert und musste mit leichten Verletzungen ins Spital gebracht werden. Der Unfall ereignete sich um 8.50 Uhr auf der Rhynerstrasse Richtung Dorfzentrum.

Laut Polizeisprecher Werner Benz ist noch völlig unklar, weshalb es zur Kollision kam. Nichts deute darauf hin, dass Mörgeli zu schnell unterwegs gewesen sei. Die enge, kurvige Strecke sei für überhöhtes Tempo denkbar ungeeignet. Die Polizei ermittle wie üblich in alle Richtungen, schrieb die Nachrichtenagentur SDA. Dazu gehört auch zu untersuchen, ob allenfalls am Auto des umstrittenen SVP-Exponenten manipuliert worden war. Laut Kantonspolizei Zürich gebe es momentan jedoch keine Hinweise auf Manipulation. Wie bei Verkehrsunfällen üblich hat die Polizei eine umfangreiche Spurensicherung vorgenommen. Zurzeit können bezüglich der Ursache keine Angaben gemacht werden; es werden alle möglichen Unfallursachen in Betracht gezogen, teilte die Kantonspolizei am frühen Abend mit.

Mörgeli wurde im Bundeshaus erwartet

Über den genauen Unfallhergang ist noch nichts bekannt. Klar ist, dass Christoph Mörgeli, der in Uerikon bei Stäfa wohnt, heute in Bern an der Session erwartet wurde. Mörgeli war offenbar unterwegs nach Zürich, als sich der Unfall ereignete. Exponenten der SVP-Fraktion bestätigten gegenüber 20 Minuten Online, dass Mörgeli jeweils mit dem Auto zur Universität Zürich fährt und dann den Zug Richtung Bern nimmt.

Laut Rega-Sprecher Gery Baumann wurde die Rega um 9.13 Uhr nach Stäfa aufgeboten. Bereits seien der Rettungsdienst Männedorf und die Feuerwehr an der Unfallstelle gewesen. Der Rega-Helikopter habe Mörgeli zu weiteren Abklärungen ins Unispital nach Zürich geflogen. Der Patient sei auf dem ganzen Weg wach und ansprechbar gewesen und befand sich ausser Lebensgefahr. Momentan werden beim Nationalrat genaue Untersuchungen nach der Schwere der Verletzungen vorgenommen, erklärten verschiedene Parteikollegen gegenüber 20 Minuten Online.

«Jeder ist jetzt wichtig»

Auch im Hinblick auf die Bundesratswahlen könnte der Unfall Folgen haben, wie ein SVP-Mitglied gegenüber 20 Minuten Online sagte: «Jeder ist wichtig in diesen Tagen», sagte das SVP-Mitglied, das namentlich nicht genannt sein will. Es ist davon auszugehen, dass die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der offiziellen Bundesratskandidaten Maurer und Blocher knapp sein dürften.

(meg/mdr)

Der Unfallort in Stäfa