Forderung der BFU

22. Juli 2014 14:28; Akt: 22.07.2014 14:29 Print

Computer-Systeme sollen vor Ertrinken schützen

Die Unfallverhütungsstelle empfiehlt öffentlichen Schwimmbädern, elektronische Systeme zur Erkennung von Ertrinkenden zu installieren. Der Vorschlag kommt nicht bei allen gut an.

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Menschen ertrinken nicht nur beim Baden in fliessenden Gewässern und in Schweizer Seen – zwischen 2004 und 2009 sind in öffentlichen Bädern 18 Menschen ertrunken. Neun davon waren Kinder unter 14 Jahren, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Im aktuellen Jahresbericht (PDF) schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), sie empfehle «den Einsatz von Ertrinkenden-Erkennungssystemen. Mit der Prüfung und durch die Vergabe des BFU-Sicherheitszeichens sollen diese gefördert werden.»

Modernste Technik gegen den Tod im Wasser

Die technischen Systeme, die das Wohlergehen der Schwimmer im Becken überwachen, heissen etwa «Argusmatik» oder «Poseidon». Zum Poseidon-System gibt es hier ein Youtube-Video. Beide Systeme funktionieren ähnlich: Eine grosse Anzahl von Kameras filmt jeden Winkel des Schwimmbeckens. Wenn ein Schwimmer zu lange regungslos im Wasser treibt, wird automatisch ein Alarm ausgelöst – auch bei den Bademeistern.

Manche Schweizer Schwimmbäder sind bereits mit den Systemen ausgerüstet: Im Hallenbad Luzern etwa sind seit zwei Jahren alle vier Becken überwacht, so die «Berner Zeitung». Kostenpunkt: 250'000 Franken. Bis jetzt habe sich das System glücklicherweise nicht bewähren müssen.

Bedenken von Städten, Bädern und Lebensrettern

Nicht überall stösst die Empfehlung der BFU auf Begeisterung. In der Stadt Bern sei jedes Schwimmbecken von ausgebildeten Lebensrettern dauernd überwacht, so die Stadt gegenüber der Zeitung. Die Sicherheit sei lückenlos, der Einbau der neuen Technologie würde höchstens bei neuen Bädern Sinn machen.

In Zürich sei das System gar durchgefallen: Die Stadt habe den Einbau der Systeme vor drei Jahren geprüft. «Wir stellten fest, dass die Systeme noch nicht ausgereift waren. Es gab zu viele Fehlalarme», so Daniela Eggs von den Badeanlagen der Stadt Zürich zur «Berner Zeitung».

Nicht zuletzt ist die Skepsis gegenüber der elektronischen Überwachung bei der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft gross. Statistisch gesehen seien vor allem Kinder gefährdet. Geschäftsführer Reto Abächerli sagt der Zeitung, dass sich die tragischen Unfälle mit der richtigen Aufsicht durch Eltern und Betreuungspersonen vermieden werden könnten. Die elektronischen Systeme können laut Abächerli gar «eine falsche Sicherheit vermitteln und dazu verleiten, die Eigenverantwortung zu vernachlässigen».

(gbr)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 22.07.2014 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wär's mit Schwimmen lernen?

    Ich bin ja ansonsten ein Technik-"Nerd", aber hier finde ich es völlig fehl am Platz. Erst sollte den Badegästen Schwimmen beigebracht werden. Kinder (50% der Ertrunkenen) welche noch nicht schwimmen können gehören eh Non-Stop unter elterliche Aufsicht - auch in der Badi! Technische Überwachung von Schwimmbädern - ich glaub ich spinne ... damit die Eltern sich noch weniger um ihre Nachkömmlinge kümmern müssen?

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  • Alfred Eisler am 22.07.2014 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    BFU?

    Ein Schwachsinn jagt den anderen! Gibt es eigentlich nichts mehr das ohne Elektronik funktioniert? Früher ging es auch und es funktioniert wunderbar! Diese Abhängigkeit von elektronischen Geräten lässt das eigenständige Denken und Handeln langsam aber sicher verkümmern!

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  • Eine Mutter am 22.07.2014 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja natürlich

    Am besten stellt man beim Eintritt ins Bad den Eltern auch noch eine spezielle Apps zur Verfügung, damit der Alarm gleich auf deren I Phon geht, damit sie ihren Sprössling retten können. Wenn ich im Strandbad sehe, wie Eltern nur noch mit Erwachsenen sprechen ihre Kinder mit Geld für den Kiosk abspeisen anstatt sie zu beaufsichtigen, Säuglingen zeigen wie schön der See ist, obwohl es dafür die Kleinkind Ecke mit Bad hat, danach Kinder auf die Decke legen ihm den Rücken zudrehen und nicht sehen wie das Kleinkind zum See läuft, dann kommt bei mir die Galle hoch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ist halt so am 23.07.2014 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Computer System?

    Nur zu dumm das solch ein Computer System einen Ertrinkenden nicht aus dem Wasser ziehen kann.

  • mirs am 23.07.2014 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    schwimmbad voller kameras? eklig

    ich gehe auf keinem fall in so ein schwimmbad voll mit kameras gedeckt

  • Jonas am 23.07.2014 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnloses System

    Ist ja Toll das man einen Alarm bekommt erst wenn das Opfer reglos ist = Tot.

    • Rafi am 24.07.2014 12:29 Report Diesen Beitrag melden

      Da liegst du falsch

      Reglos = Ohnmächtig....und meisstens noch lange nicht tot.

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  • piotr am 23.07.2014 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Werbung

    für teures Business!

  • nicole gloret am 23.07.2014 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Spendet entlich für was sinnvolles

    fLEXIBEL bleiben. Ein Toi toi wäre doch fürs erst ok. Oder spendet. dass diese junge Frau eine Ausbildung machen. Schweizer klemmt euch mal ins fudali.

    • Luca am 23.07.2014 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ????

      Was hat das mit dem Beitrag zu tun???

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