Helikopter-Crash 2016

22. November 2018 08:38; Akt: 22.11.2018 10:15 Print

Crew hat Kabel auf dem Gotthard übersehen

Am 28. September 2016 verunglückte ein Helikopter am Gotthardpass. Der Schlussbericht des militärischen Untersuchungsrichters spricht nun die Crew frei.

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Retter konnten die Piloten und den Flughelfer noch aus dem Wrack ziehen, bevor es in Flammen aufging: Der brennende Super Puma der Schweizer Armee beim Gotthardpass. (28. September 2016) Die Unfälle der Luftwaffe in den letzten Wochen haben Konsequenzen: Die Flugshow in Luzern ist vom VBS abesagt worden. (10. Oktober 2015) Am Unglücksort sind die Räumungsarbeiten in vollem Gang. (29. September 2016) Zahlreiche Spezialisten des Militärs waren am Gotthardpass an der Arbeit. Mehrere Passanten wurden Zeugen des Unglücks, das sich im Rahmen einer OSZE-Inspektion ereignete. Die Unglücksstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Gotthard-Passstrasse: Spezialisten des Militärs bei der Unglücksstelle. (29. September 2016) Die Gotthard-Passstrasse war am Tag darauf bereits wieder geöffnet: Velofahrer vor Arbeitern beim Wrack. (29. September 2016) Zahlreiche Mitarbeiter waren mit der Räumung des Unglücksorts beschäftigt. Die Armee koordinierte die Räumung mit dem Kanton Tessin. Für einzelne Aufgaben bei der Räumung und Säuberung könnten später auch zivile Stellen zum Einsatz kommen: Spezialisten des Militärs bei der Arbeit. Mit dem Super Puma abgestürzt: Bei einem der verunglückten Piloten handelt es sich um den 50-jährigen FDP-Stadtrat von Illnau-Effretikon, André Bättig. Bättig war wie sein ebenfalls beim Unglück verstorbener Kollege Milizpilot der Schweizer Armee. Aufnahmen am Unglücksort: Ein Fotograf macht Bilder des abgestürzten Helikopters beim Gotthard-Hospiz. (28. September 2016) Die Schweizer Luftwaffe hat unterdessen den Flugbetrieb mit den Super Pumas wieder aufgenommen. Der verunglückte Helikopter hat sich offenbar in den Kabeln eines Strommastes verheddert. Bundesrat Guy Parmelin trifft am Gotthard ein. Armeechef André Blattmann beim Eintreffen an der Unglücksstelle beim Gotthard-Hospiz. André Blattmann und Guy Parmelin neben der Unfallstelle. Armeechef André Blattmann spricht mit Medienvertretern nahe der Unglücksstelle. Die Militärjustiz nahm eine Untersuchung auf: Ein Polizist neben einem Wrackteil des Super Pumas. Ein Feuerwehrmann löscht die letzten entflammten Helikopterteile. Zwei Leichenwagen gaben traurige Gewissheit darüber, dass für zwei Menschen jede Hilfe zu spät kam. Unfall bei der Luftwaffe: Am Gotthardpass ist ein Super Puma der Schweizer Armee abgestürzt. (28. September 2016) Zum Absturz gegen Mittag kam es kurz nach dem Start. Die beiden Piloten starben. Ein Flughelfer wurde verletzt. Luftwaffenchef Aldo Schellenberg zeigte sich an der Medienkonferenz am Nachmittag «tief erschüttert». Es falle ihm unglaublich schwer, knapp einen Monat nach dem letzten Unglück schon wieder vor die Medien treten zu müssen, sagte er. Augenzeugen zufolge flog der Helikopter nur knapp über dem Boden, um Material oder Personen aufzuladen, als es zum Unfall kam. Dabei habe der Helikopter einen Strommast touchiert. Der Flug habe im Rahmen einer OSZE-Inspektion stattgefunden. Der Helikopter habe vier französische Offiziere und Begleitpersonen beim Gotthard-Hospiz abgesetzt. Schwarzer Rauch steigt über dem Wrack auf. Die Absturzstelle befindet sich nur rund 50 Meter vom Gotthard-Hospiz und rund 200 Meter von der Gotthard-Passstrasse entfernt, direkt an der Tremola. Über die Ursache des Absturzes liegen noch keine bestätigten Erkenntnisse vor. Die Schweizerische Rettungsflugwacht ist mit drei eigenen Helikoptern zur Absturzstelle ausgerückt. Zum Einsatz sind Rega-Maschinen aus Locarno, Erstfeld UR und Wilderswil BE losgeschickt worden. Rettungskräfte bei den Trümmern des verunglückten Militärhelikopters. Alle Trainingsflüge mit der Super-Puma-Flotte wurden eingestellt. Gemäss einer Nachricht des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ist der Luftraum über der Absturzstelle gesperrt, auch für Drohnen. Die Absturzstelle ist von weitem sichtbar. Ein Super-Puma-Helikopter der Schweizer Armee an einer Helikopter-Vorführung. (24. Juli 2016) Flugshow eines Super-Puma-Helikopters und dem PC-7 TEAM an den Air Days 2015 im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, Samstag 10. Oktober 2015, (PHOTOPRESS/Pius Koller)

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Die Crew war nicht verantwortlich für den Absturz eines Super-Puma-Helikopters Ende September 2016 auf dem Gotthard-Pass. Zu diesem Ergebnis kommt der militärische Untersuchungsrichter in seinem Schlussbericht. Beim Absturz waren die zwei Piloten ums Leben gekommen.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass kein «strafrechtlich relevantes Verhalten der Piloten» vorliege, teilte die Militärjustiz am Donnerstag mit. Auch der Loadmaster habe seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt. Es bestehe kein Hinweis, dass sein Verhalten zum Unfall geführt haben könnte.

Obwohl der Helikopter in einem Gebiet landete und startete, das von zahlreichen Freileitungen durchzogen wird, habe die Crew «die geltenden Vorschriften für Landungen in kabelverseuchtem Gebiet» eingehalten. Auch die Flug- und Landevorbereitungen seien standard- und vorschriftsmässig durchgeführt worden.

Stromkabel berührt

Der Untersuchungsrichter stellte deshalb den Antrag, das Verfahren einzustellen. Der zuständige Kommandant habe diesem Antrag stattgeben. Damit sei das Verfahren abgeschlossen.

Der Super-Puma der Schweizer Armee war am 28. September kurz nach dem Start rund 50 Meter vom Gotthard-Hospiz entfernt abgestürzt. Er hatte eine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit vier französischen Offizieren und mehreren Schweizer Begleitern zur Besichtigung einer militärische Anlage auf den Gotthard geflogen.

Kurz nachdem die Passagiere den Helikopter verlassen hatten, kam es zum Absturz. Der Helikopter hatte ein Stromkabel berührt. Die beiden Piloten kamen bei dem Absturz ums Leben. Der mitfliegende Loadmaster überlebte den Unfall verletzt.

(fur/sda)