64-Milliarden-Budget

04. Dezember 2014 14:50; Akt: 04.12.2014 17:48 Print

Dafür gibt der Bund am meisten aus

Von 32 auf 64 Milliarden: Seit 1990 haben sich die Staatsausgaben mehr als verdoppelt. Wohin fliesst all das Geld? 20 Minuten hat das Budget für Sie unter die Lupe genommen.

Ausgaben nach Aufgabengebieten 1990–2013 (Quelle: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV)

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In diesen Wochen diskutiert das Parlament über die Frage: Wofür soll der Bund mehr Geld ausgeben und wofür weniger? Fest steht, dass die Bauern auch dieses Jahr zu den Gewinnern gehören werden. 3,7 Milliarden investierte der Bund letztes Jahr in die Landwirtschaft. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich nochmals mehr sein. Ein Trend, der sich jedoch nicht nur in der Landwirtschaft zeigt.

Teure Sozialwerke

20 Minuten hat die Zusammensetzung der Budgetposten über die letzten Jahrzehnte genauer angeschaut (siehe Grafik). Dabei zeigt sich, dass die kritisierten Beiträge an die Landwirtschaft zwischen 1990 und 2013 um 43 Prozent zugenommen haben. In anderen Bereichen beträgt der Zuwachs jedoch deutlich mehr. Zum Vergleich: Für die Sozialwerke gab der Bund letztes Jahr mehr als 21 Milliarden aus. Zwanzig Jahre zuvor lag der Wert noch bei 6,8 Milliarden. Damit ist die soziale Wohlfahrt der mit Abstand grösste Kostenpunkt.

Ebenfalls stark angestiegen sind die Kosten in den Bereichen Bildung (+136% oder +4 Mia.), Finanzen und Steuern (+131% oder 5,6 Mia.) sowie bei den Verwaltungskosten (+118 oder +1,3 Mia.). Dasselbe Bild zeigt sich auch bei der internationalen Zusammenarbeit, zu der beispielsweise die Entwicklungshilfe gehört. Auch hier haben sich die Beträge zwischen 1990 und 2013 mehr als verdoppelt (+1,8 Mia.).

64 Mia. Franken – Rekordausgaben im 2013

Gespart wurde nur an einem Ort: Dem Militär (-18%). Lagen die Kosten für die Landesverteidigung 1990 noch bei 5,9 Milliarden, musste das VBS im letzten Jahr mit einer Milliarde weniger haushalten. «Militär und sicher auch die Landwirtschaft haben in den letzten Jahren am wenigsten von der Entwicklung profitiert», kommentiert Politologie-Professor Thomas Widmer die Zahlen. Dass der Rotstift ausgerechnet bei der Armee angesetzt wurde, habe dabei vor allem mit der seit 1989 geänderten Sicherheitslage zu tun, erklärt Widmer.

Dass die Budgets immer grösser werden, zeigt sich eindrücklich an den Gesamtausgaben. Summierten sich die Staatsausgaben 1990 noch auf 31,6 Milliarden, erhöhte sich der Betrag 1991 auf 35,5 Milliarden. 1996 waren es bereits 43,2 Milliarden. Am tiefsten in die Kasse griff das Parlament im letzten Jahr: Rund 64 Milliarden gab die Schweiz 2013 aus. Im kommenden Jahr will der Bundesrat deshalb die Bremse ziehen (siehe Box).

(tbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 04.12.2014 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Holla!!

    Fast 7 Mia. Franken für Sozialpolitik die von 80% Menschen beansprucht werden, die rein gar nichts dazu bei(ge)tragen (haben). - Pas mal! - Jetzt weiss ich, warum man im Ausland denkt, bei uns wachsel Gold an den Bäumen. - Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Als Schweizer habe ich absolut rein gar nichts davon!

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  • Kritik am 04.12.2014 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Besser gesagt

    Werden die Gelder nicht Investiert, sondern aus dem Fenster geworfen

  • Staunender am 04.12.2014 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Was für eine Summe! Ich kenne viel bessere Orte, wo in der Schweiz zu investieren wäre

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rh am 06.12.2014 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür gibt Der Bund am Meisten Aus

    Ja Die Können Das Schon Ausgeben Das Gehört Nicht Ihnen Und Verdient Haben Die Das Auch Nicht .Auch Dauernd Egal Was Vors Volk Bringen Milliarden Ausgaben .Der Größen Wahnsinniger No Go

  • Marcel am 05.12.2014 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bussen

    Wo gehen eigentlich alle die "Budgetierten" Buss Gelder hin? Bin sicher dass alle Bussen aus Verkehr und Wirtschaft einige der Positionen aufheben könnten. Reklamationen von Kantonen, Städt und Gemeinden wären sicher vorprogrammiert. Die müssten jeweils auf einige Millionen Fr. verzichten. Die Stadt Zürich kassiert Jährlich über 50 mio. an Bussgeldern ein. (Diese Zahlen sind auch schon ein par Jahre alt) Meine Meinung --> Alle Bussen in die AHV / IV. Das Thema wäre beendet. Die Radar - Abzockerei würde vermutlich schlagartig aufhören. Polizei könnte wieder "Wirkliche" Verbrecher Jagen.

    • Johnny Dee am 05.12.2014 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      der Tropfen auf dem heissen Stein

      Sorry ich will ja nicht zu Nahe treten aber selbst wenn es 500 Millionen Bussen pro Jahr sind, reicht das noch bei weitem nicht um die 10 Milliarden pro Jahr der AHV zu decken. Man sollte die Zahlen schon etwa wissen, wenn man seine Super Lösung präsentiert. Wenn es so einfach wäre, würde bestimmt selbst ein Politiker darauf kommen.

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  • Markus am 05.12.2014 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis-Limosinen-Autos + SBB-Abo für BR

    und vieles mehr auf Kosten der Steuerzahler muss aufhören. Der Soziale-Friede in der gesammten CH-Bevölkerung wächst steigt immer höher. Die Arbeit + Löhne müssen auf mehr Köpfe verteilt werden, d.h. es braucht ein Familien-Einkommens-Grenze. Die ungleiche Abzockerei, insbesondere auch von Politiker-Doppel-Mandaten bei Parlamentarier-/Regierungs-/Politiker musss dringend per Gesetz verboten / abgeschafft werden.

  • noname am 05.12.2014 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht bei Sozialausgaben sparen

    Würde man das Geld bei Den Sozialausgaben sparen, würden einfach die Kosten für Polizei und Sicherheit explodieren, wie in den USA.......

    • Alex am 05.12.2014 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Transparenz und sinnvoller Einsatz

      gebe ich dir teilweise recht. Aber ich glaube, dass es weniger auf die Menge, als viel mehr auf den gezielten und sinnvollen Einsatz der Mittel ankommt. Und genau da habe ich heute meinen (berechtigten) Zweifel. Transparenz und weniger Mauscheleinen hinten durch (Verwannte / Freunde und andere Kollegas zu berücksichtigen bei der Vergabe von Aufträgen und Geldern) könnten da schon viel bewirken.

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  • Anna Schweizer-Ahavau am 05.12.2014 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja, da wäre noch etwas....

    ..Mit Schweizers Steuergeldern lassen sich viele - sehr viele teure Wünsche der BR erfüllen, auch wenn es unter dem fadenscheinigen Deckmantel des "Umweltschutzes" geschieht, das weiss Frau Doris Leuthard nur zu gut! Ihren Mercedes-Dienstwagen hat sie durch einen Elektro-Tesla S 85, 416 PS...ersetzen lassen. Schön schön, wenn man nebst anderen BR-Privilegien (!) sich ein neues Auto im oberen Preissegment aussuchen kann, während andere sich überlegen müssen, WIE sie die Steuern bezahlen können, denn diese Steuerfranken reissen bei kleinen AHV-Renten ein Loch ins kleine Budget, Frau Doris!