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01. November 2017 06:55; Akt: 01.11.2017 06:55 Print

Darum geht Tamedia gegen Adblocker vor

Wer Werbung blockiert, kann auf 20minuten.ch keine Artikel mehr lesen. Das ist nötig, weil wir unsere kostenlosen Inhalte mit Werbeeinnahmen finanzieren.

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Adblocker schaden werbefinanzierten Medien. 20 Minuten bittet seine Leser deshalb, Werbung zuzulassen. (Bild: 20 Minuten)

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Die Mediengruppe Tamedia, zu der auch 20 Minuten gehört, testet neue Massnahmen gegen Werbeblocker. Wer Werbung mit einer der gängigen Browser-Erweiterungen blockiert, kann fortan über Desktop-Computer nur noch die Startseite von 20minuten.ch aufrufen.

Dieser Schritt wird nötig, weil Adblocker nicht nur Werbung killen, sondern auch das journalistische Angebot gefährden. Für die redaktionellen Inhalte von 20 Minuten sind über hundert Mitarbeiter besorgt. «Wir wollen unseren Lesern vermitteln, dass Inhalte auch im Internet nicht gratis sind. Wir müssen Werbung ausliefern können, denn ohne Werbung können wir kostenlose Inhalte nicht finanzieren», erklärt Tamedia-CEO Christoph Tonini gegenüber dem Branchenportal persoenlich.com den Entscheid.

Drei Optionen für Adblocker-Nutzer

In der Schweiz haben auf Desktop rund 20 Prozent der Internetnutzer einen Werbeblocker installiert. Leser mit Adblockern haben drei Möglichkeiten, wie sie weiterhin auf News und spannende Geschichten zugreifen können:

• Sie können den Adblocker deinstallieren oder 20minuten.ch als Ausnahme definieren.

• Sie können ein Wochenabo für zwei Franken lösen, dafür können sie weiterhin werbefrei Inhalte konsumieren. Laut Tamedia-CEO Tonini entspricht der Betrag ungefähr den entgangenen Werbeeinnahmen.

• Adblocker-Nutzer können ein Werbevideo anschauen. Danach erhalten sie für 60 Minuten Zugang zu allen Inhalten.

Verzicht auf Pop-up-Banner

Tonini betont, dass es die aufdringlichsten Werbeformen auf den Newsportalen von Tamedia schon länger nicht mehr gibt. Auch die Ladezeiten der Newssites konnten dank besserer Technologie und weniger 3rd-Party-Tracking deutlich verbessert werden.

Ab 2018 orientiert sich Tamedia durchgehend an den Empfehlungen der «Coalition for Better Ads», die internationale Standards für Werbung im Netz setzt. So wird es aus Rücksicht auf die Leserinnen und Leser auf den Newsplattformen von 20 Minuten und «Tages-Anzeiger» künftig keine Interstitials wie Overlay-Ads oder Pop-up-Banner mehr geben.

Tamedia plant, die Adblocker-Massnahmen im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 auf all ihren Newssites einzuführen. Bereits jetzt läuft der Test auf den Portalen von 20 minutes und «Tages-Anzeiger».

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nirggi am 01.11.2017 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte keine unnötige Videos mehr

    Das für die finanzierung Werbung notwendig ist, kann ich diesen Schritt von 20min.nachvollziehen. Was jedoch gewaltig nervt, sind die mühsamen Videos anstelle von Bilderstrecken und dies jeweils auch noch mit grässlicher Musik unterlegt. Ich bitte das 20min.Team, dies zu ändern. Danke.

  • mr.raw am 01.11.2017 07:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibt auch andere News Seiten

    Zum Glück gibt es ja auch andere News Portale. Sobald die Ad Blocker Info kommt, klicke ich zu Google und gebe dort den News Titel ein und... tadaaa eine andere Infoquelle bringt die gleiche News. Klappt in 8-9 von 10 Fällen. Zum Glück leben wir im Jahre 2017(!) Ähnlich mache ich dies schon lange, wenn ein Clip anstelle ein Text in der News erscheint.

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  • Blubberblubb am 01.11.2017 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ähm okay...

    Das ist ja wie wenn die Post allen Kunden mit "Bitte keine Werbung"-Kleber generell die Zustellung sämtlicher Post verweigern würde, schliesslich ist sie ja auf Werbung angewiesen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Maya Suter am 01.11.2017 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Byebye

    Die Werbeindustrie hat die Zeit nicht erkannt und versucht immer noch mit geblinke und hektischen Werbungen die aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch genau das will der User nicht. Muss ich die Unterhaltung wohl auf der nächstebesseren Seite anschauen. Bye.

  • Simon am 01.11.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    von wegen "better ads"

    Geht man Mobil auf die Seite, erscheinen Werbungen, die den content wegschubsen. Das ist nicht viel anders als Layer-Ads. Wäre die Werbung dezent am Rande, würde es mich nicht stören, aber Marketing Leute müssen ja immer übertreiben, aufmerksamkeit stehlen, störer einsetzen etc.

  • Anton am 01.11.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    verständlich aber.............

    ..................eine Seite die mich blockt, klick ich nicht mehr an, denn lebenswichtig ist keine Online Info. Ist das das Ziel:)

  • Ausländer am 01.11.2017 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    diese massnahme macht vielleicht für 20min-leser in der schweiz sinn, aber für mich (wohne in südamerika) ist werbung aus der schweiz einfach nervig, was nützt es mir zu wissen, dass der pizzaservice die margarita heute 2 fr billiger verkauft, der emil frey liefert mir den vw auch nicht hierher. es sollte doch technisch möglich sein, diese massnahme nur für schweizerstandorte anzuwenden.

  • Ad Blocker am 01.11.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ab wann?

    Ich schreibe diesen Beitrag mit eingeschaltetem Ad-Blocker auf der Desktopversion. Alles läuft wie eh und je...