Dynamische Preise bei SBB

04. Februar 2019 20:40; Akt: 05.02.2019 00:07 Print

Darum gibt es kaum noch Sparbillette

Seit dem Jahreswechsel bietet die SBB weniger Sparbillette an. Der Preisüberwacher ist deswegen in Verhandlungen mit der Bahn.

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Die SBB verkauft weniger Sparbillette als im vergangenen Jahr. Damals seien vorübergehend besonders viele Sparbillette angeboten worden, sagt SBB-Sprecher Reto Schärli. Das liege an einem Abkommen mit dem Preisüberwacher. Zudem habe die SBB die Kontingente ausgeweitet, um die Kunden am guten finanziellen Ergebnis teilhaben zu lassen. Nun ist die Zahl der Sparbillette wieder tiefer. Das macht sich bemerkbar. Bis vor kurzem konnte man auf der Strecke Zürich-Basel echte Schnäppchen machen: 24 Stunden vor der Fahrt wurden zahlreiche Verbindungen für weit unter zehn Franken angeboten. Damit ist es nun vorbei: Am Montagnachmittag wurden in den nächsten 24 Stunden nur noch zwei leicht vergünstigte Verbindungen angeboten. Auch auf anderen Strecken zeigt sich ein ähnliches Bild. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Der Erfolg der Sparbillette kann dazu führen, dass für einzelne Strecken zu gewissen Zeiten alle verfügbaren Sparbillette verkauft werden.» Die SBB prüfe, ob eine vorübergehende Erhöhung auch 2019 möglich ist. Sprecher Schärli «Noch nie waren alle Sparbillette ausverkauft – wohl aber auf einzelnen Strecken.» Das gesamte Angebot sei aber immer grösser gewesen als die Nachfrage. Auch an den Grundsätzen der Sparbillette habe sich nichts geändert, so Schärli. Die SBB prüft nun, ob sie auch 2019 mehr Sparbillette anbieten kann. Auch der Preisüberwacher ist wegen der Sparbillette in neuen Verhandlungen mit der SBB, wie Agnes Meyer Frund, Bereichsleiterin bei der Preisüberwachung, gegenüber 20 Minuten bestätigt.

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Bis vor kurzem konnte man auf der Strecke Zürich-Basel echte Schnäppchen machen: 24 Stunden vor der Fahrt wurden zahlreiche Verbindungen statt zum Normalpreis von 17 Franken (Halbtax) für weit unter zehn Franken angeboten.

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Damit ist es nun vorbei: Am Montagnachmittag wurden für die kommenden 24 Stunden nur noch zwei leicht vergünstigte Verbindungen angeboten. Auch auf anderen Strecken zeigt sich ein ähnliches Bild.

2018 gabs vorübergehend mehr Sparbillette

SBB-Sprecher Reto Schärli bestätigt gegenüber 20 Minuten: «Der Erfolg der Sparbillette kann dazu führen, dass für einzelne Strecken zu gewissen Zeiten alle verfügbaren Sparbillette verkauft wurden.» 2018 habe die SBB vorübergehend besonders viele Sparbillette anbieten können. Das Angebot sei wegen eines Abkommens mit dem Preisüberwacher während des ganzen Jahres erhöht worden. Zudem habe die SBB die Kontingente weiter ausgeweitet, um die Bahnkunden am guten finanziellen Ergebnis teilhaben zu lassen.

Die SBB prüft nun, ob eine vorübergehende Erhöhung auch 2019 möglich ist. Schärli betont: «Fakt ist: Noch nie waren alle Sparbillette ausverkauft – wohl aber auf einzelnen Strecken. Das gesamte Angebot an Sparbilletten war bislang jedoch immer viel grösser als die Nachfrage.» Auch habe man an den Grundsätzen der Sparbillette nichts geändert: «Sparbillette sind ab 60 Tagen vor der Reise verfügbar und wer früh bucht, fährt günstiger.»

Preisüberwacher verhandelt mit der SBB

Der Preisüberwacher ist wegen der Sparbillette in neuen Verhandlungen mit der SBB, wie Agnes Meyer Frund, Bereichsleiterin bei der Preisüberwachung, gegenüber 20 Minuten bestätigt. «Solange die Gespräche noch im Gang sind, äussern wir uns nicht zum Verhandlungsgegenstand.» Der Preisüberwacher und die SBB hatten zwischen 2015 und 2017 vereinbart, dass jährlich mindestens 30 Millionen Franken in Form von Sparbilletten an die Kunden zurückfliessen. Diese Vereinbarung ist ausgelaufen.

Willi Rehmann von der Pendlerorganisation Pro Bahn würde es begrüssen, wenn die SBB auch 2019 wieder mehr Sparbillette anbieten würde: «Sie sind eine gute Möglichkeit, Leute zur Bahn zu locken, die sie sonst nicht benutzen würden.» Gerade für Leute ohne Halbtax seien die Preise eine grosse Hürde.

Hinzu komme, dass dank Sparbilletten die Züge zu Spitzenzeiten entlastet werden könnten, wenn Kunden auf günstigere Züge ausweichen würden. Zugleich müsse die SBB aufpassen, keine Dumpingpreise anzubieten: «Gibts die Strecke Basel-Zürich für sechs Franken, ist das zu billig.»

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doktor am 04.02.2019 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Allg zu teuer

    Macht besser die allgemeinen Preise günstiger, statt so einen Preisdschungel wie in Deutschland aufzustellen.

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  • Ohne Moss nix Los am 04.02.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Die SBB haben aber noch vor einigen Wochen behauptet es gäbe immer mehr! Peinlich ist, dass sie immer noch nicht Twint, PayPal oder andere Zahlungsdienste integriert haben! Wieso geht so etwas in der Schweiz nicht, aber im Ausland ist das kein Problem? Ohne Spaarbillette ist mir Zugfahren leider viel zu teuer - ein Luxusartikel!

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  • Überdemnebel am 04.02.2019 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Angebote

    Ich habe sie öfters benutzt wenn ich irgendwo weiter weg fahren wollte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Baumann am 05.02.2019 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SBB, nein danke!

    Gerade eben wollte ich im Internet ein Ticket von Engen (D) nach Basel lösen. Doch leider wurde Engen nicht gefunden. Etliche Anrufe bei den SBB konnten infolge eines Systemfehlers nicht nicht entgegengenommen werden. Schlussendlich fuhr ich zum Badischen Bahnhof und löste dort am Schalter eine Fahrkarte, die erst noch deutlich billiger war als bei den SBB. Nun fahre ich über deutsches Gebiet und SBB? Nur im äußersten Notfall!

    • Komiker 2018 am 05.02.2019 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Baumann

      Genau das sind Fakten.

    • Realo am 05.02.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      @PB: Es ist nicht so, dass bloss die

      SBB im Internet präsent ist. Auch die DB offeriert diese Kommunikationsmöglichkeit. Und ein Ticket ist so Ruck-Zuck Zack-Zack gelöst.

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  • Alex am 05.02.2019 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Sxhneller isch de Gschwinder

    Das ist die Kehrseite der Sparbillette. Sie gewöhnen sich an die tiefen Preise und fordern sie dann für immer. Geiz ist geil. Bestimmt stänkert ihr nach Aktionen auch weshalb nicht immer dauerhaft so billig! Flüge buchen zu Discountpreisen und dann meckern weil zu wenig Platz, Verspätungen oder der Koffer in Timbuktu gelandet ist. Spart beim Materialimus und nicht an normalen Dingen. Es definiert euch niemand am neusten iPhone!!

  • Romy Ziltener am 05.02.2019 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aktionen Sparbilette

    Kommt mit all den Aktionen und Sparbilette und und und noch irgend Jemand mit? Ich wünschte einen ganz normalen wo jeder auch 60plus versteht

  • Umweltschützer am 05.02.2019 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wollt ihr die Erde retten?

    Dann hakt nicht hirnlos auf den Autofahrern rum, sondern senkt die Preise für den ÖV massiv, damit die Leute von sich aus motiviert sind, den ÖV zu nutzen. Bei den aktuellen Preisen und Überlastung auf wichtigen Strecken, ist es kein Wunder, dass normale Menschen mit dem Auto fahren.

    • Komiker 2018 am 05.02.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umweltschützer

      Genau ÖV und SBB sind reine Abzockerei Hausgemacht für die Pensionskasse von Herrn Meier.

    • Lukas D. am 05.02.2019 20:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Umweltschützer: Der Fahrpreis

      ist nur ein Aspekt. Es sind die Zumutungen der Mitreisenden, die abschrecken, auf den ÖV umzusteigen.

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  • Zilka am 05.02.2019 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ziel

    Das ist ja gerade das Ziel der dynamischen Preise. Sparmöglichkeiten werden so eliminiert.