Heuschnupfen

02. April 2019 09:29; Akt: 02.04.2019 10:04 Print

Darum leiden die Städter mehr unter den Pollen

von S. Strittmatter - Zurzeit sorgt die Birke für starke Symptome bei Allergikern. Wer nicht auf dem Land wohnt, ist noch stärker betroffen.

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Triefende Nase, juckende Augen – in diesen Tagen leiden Heuschnupfen-Betroffene besonders stark. Das sagt Nadia Rutsch, Expertin beim AHA Allergiezentrum Schweiz: «Das aktuelle milde Wetter begünstigt den Pollenflug. In allen tiefer gelegenen Regionen blühen die Birken, und ihre Pollen erreichen mässige bis starke Belastungswerte. Auch Eschenpollen finden sich in hohen Konzentrationen, ebenso Hagebuchenpollen, vor allem im Westen der Schweiz.»

Das bestätigt auch Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter Allergologie des Universitätsspitals Zürich: «Nach einem ersten Boom Ende Februar erleben wir nun einen deutlich stärkeren zweiten.» Schuld seien vor allem die Birkenpollen, die besonders in städtischen Gebieten sehr aggressiv seien. Das liege daran, dass die Bäume unter Stress mehr Eiweiss in den Pollen produzierten, das die allergischen Reaktionen hervorrufe. Bei Bäumen würden Wassermangel, zu dichte Bepflanzung oder erhöhte Abgaswerte zu Stress führen. «Deswegen kann es sein, dass eine paar einzelne Birken in der Stadt für Allergiker schlimmer sind als ein kleines Birkenwäldchen auf dem Land», so Schmid-Grendelmeier.

Jeder fünfte Schweizer ist betroffen

Erschwerend kommt die sogenannte Kreuzreaktion dazu: Weil das Birken-Eiweiss jenem in gewissen Nahrungsmitteln ähnelt, können auch der Konsum von Baum- oder Haselnüssen sowie rohen Äpfeln allergische Reaktionen auslösen.

Schweizer sind zunehmend betroffen: «Jede fünfte Person in der Schweiz leidet an Heuschnupfen», sagt Nadia Rutsch. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts habe die Häufigkeit der Pollenallergie von unter 1 auf 20 Prozent zugenommen. Gemäss einer langjährigen Studie dürften die steigenden CO2-Werte in der Atmosphäre für die verstärkte Pollenproduktion von Bäumen und Sträuchern verantwortlich sein. In experimentellen Studien in Gewächshäusern liess sich nachweisen, dass Pflanzen bei steigender CO2-Konzentration mehr Pollen produzieren.

Verminderte Leistungsfähigkeit

In den kommenden Tagen ist zumindest vorübergehend Linderung zu erwarten: Am Mittwoch dürfte mit dem erwarteten unbeständigen Wetter die Pollenmenge vorübergehend zurückgehen, wie Rutsch sagt. Doch Schmid-Grendelmeier relativiert: «In den ersten ein bis zwei Stunden setzen die Pflanzen bei Regen sogar noch mehr Allergene frei, erst danach nimmt die Konzentration in der Luft ab.»

Wer an Heuschnupfen leidet, wird dann Linderung erfahren. Patienten mit Pollen-Asthma jedoch können im wahrsten Sinne des Wortes nicht aufatmen, denn ihre Beschwerden dauern in der Regel bis fünf Tage länger an.

Es kann jeden treffen

Doch das Schlimmste dürfte uns ohnehin noch bevorstehen: Ende April oder Anfang Mai sei erwartungsgemäss die schlimmste Zeit für Pollen-Allergiker, sagt Schmid-Grendelmeier: «Dann sind die Baumpollen noch in der Luft, aber die ersten Gräserpollen kommen bereits dazu.»

Wer bislang verschont wurde, kann nur hoffen, dass er es weiterhin bleibt, denn eine Pollenallergie kann in jedem Alter auftreten, wie Rutsch betont: «Der Körper kann durch den Kontakt mit Pollen sensibilisiert werden, das heisst die Bereitschaft entwickeln, allergisch darauf zu reagieren. Ob und wann schliesslich allergische Reaktionen auftreten, ist unvorhersehbar.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roll2go am 02.04.2019 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antileiden

    Wie wärs mit einem Schulstreik sm Donnerstag gegen den Pollenflug?

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  • All Ergiker am 02.04.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Hoffe ich auf einen Regensturm pro Woche im Frühling

  • Te Rasse am 02.04.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücklich

    Seit 5 Jahren keine Reaktion mehr und das bleibt hoffentlich auch so.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Prezemolo am 05.04.2019 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Abwehrstoffe tanken...

    Es ist klar wieso die Städter mehr als die Ländler an Pollen leiden ! Städtler trinken zu viel Cüppli und zu wenig Apfelsaft aus unserem Mostindien! Thats it...

  • Nik G. am 03.04.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts machen!

    Mehr CO2 in der Luft. Nichts gegen den Klimawandel machen! Los! Es gibt auch immer mehr Theorien, dass die Feinstaubbelastung mehr Allergien auslöst. Aber ja nichts gegen Diesel machen. Sie helfen uns.

  • Bündnerin am 03.04.2019 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal ob Stadt oder Land

    Also mein Mann der Städter hat seit Kindheit Allergien ich Landei habe es im Alter bekommen und das im Luft Kurort in dem wir jetzt wohnen. Aber wir lernen leben mit den Allergien und behandeln uns mit Hämoglobin die halt das ganze Jahr genommen werden müssen. Dafür wohnen wir wunderschön mit viel Natur und die tut der Seele gut, was wir als Luxus betrachten.

  • Ralf Meier am 03.04.2019 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Stadt

    In der Stadt hat es auch mehr Grüne, das stört die Bäume zusätzlich.

  • coc cocles am 03.04.2019 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Reine Angstmacherei, das mit der Pollenallergie. Ist noch niemand daran gestorben.