Kontaktverhalten

19. April 2019 21:23; Akt: 19.04.2019 21:23 Print

Darum telefonieren wir so häufig mit unseren Eltern

Viele Erwachsene haben mehrmals pro Woche bis täglich Kontakt mit der Mutter. Der Grund: Durch das Handy ist es heute einfacher, von überallher anzurufen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Social-Media-Star Gabirano telefoniert regelmässig mit seiner Mutter. Das sagte er kürzlich zu Radio SRF 3. Sein Komiker-Partner Kiko ist sogar täglich mit seiner Mutter in Kontakt (20 Minuten berichtete).
Das sei nicht ungewöhnlich, sagt der Psychologe Thomas Steiner. «Durch das Handy ist es heute einfacher, von überallher und oft gratis anzurufen», sagt er zu 20 Minuten.

Umfrage
Wie telefonieren Sie am häufigsten?

Kontakt ist kulturabhängig

Ab 30, wenn man vielleicht selbst eine Familie gegründet habe, befasse man sich mehr mit den Eltern, so der Psychologe. «Wir rufen sie öfter an und kümmern uns um sie, wenn sie Unterstützung brauchen», sagt er.

Die Häufigkeit des Kontakts hänge auch mit der Kultur zusammen: «Die Familie ist in der Schweiz nicht gleich wichtig wie auf dem Balkan oder im Mittelmeerraum. Dort ist man mehr in die Familie eingebunden und die Intensität ist höher.»

Auch 20 Minuten-Leser halten ganz unterschiedlich Kontakt mit ihren Eltern. Das sind die häufigsten Typen:

Die Anhänglichen

Sie können ihre Hände nicht vom Hörer lassen und telefonieren mehrmals pro Tag mit ihren Eltern. So wie Monika M. «Ich telefoniere jeden Tag ein- bis zweimal mit meiner Mutter. Meist einfach nur, damit wir miteinander gesprochen haben. Und wir verabschieden uns immer mit der Aussage, dass wir uns liebhaben.»

Julie B. greift sogar öfter zum Hörer: «Ich telefoniere am Tag mindestens dreimal mit meiner Mama. Da sie Medikamente zu sich nimmt, erinnere ich sie jedes Mal daran, egal, ob ich im Ausland bin oder zu Hause. Sie ist mein ein und alles.»

Die Ein-Mal-pro-Tag-Anrufer

So wie Komiker Kiko telefonieren viele Leser täglich mit der Mutter. «Ich telefoniere und schreibe täglich mit meiner Mutter, wir gehen jeden Tag zusammen trainieren, und am Wochenende unternehmen wir immer was. Meine Mutter ist meine beste Freundin», sagt Vanessa S.

Für Stepan R. ist es ganz selbstverständlich, jeden Tag anzurufen: «Die Stimme der Mutter schenkt Geborgenheit, Ruhe und Kraft. Das verliert sich nie. Ich bin Mitte 50, sie 80. Wir sind auch über die Distanz von 600 Kilometern fest verbunden.»

Die Durchschnittlichen

Andere sehen es nicht ganz so eng mit der Kommunikation und melden sich «nur» wöchentlich oder ein paarmal in der Woche. «Meine Eltern sind nicht nur die Menschen, deren Tochter ich bin, sie sind auch zwei meiner wichtigsten Bezugspersonen. Wir telefonieren mehrmals in der Woche. Das hat auch damit zu tun, dass wir uns leider eher selten sehen. Sie spüren bereits beim ersten Wort des Anrufs, wie es mir geht. Wir reden über alles und nichts», erzählt Ally C.

Die Faulen

Obwohl die Mehrheit oft Kontakt mit der Mutter hat, gibt es auch solche, die nicht so viel Kontakt benötigen. «Ich rufe meine Mutter nur an, wenn ich etwas brauche. Im Grossen und Ganzen kommt es auf etwa ein Telefonat pro Monat», sagt Leila M.

Christopher R. erinnert sich nur alle paar Schaltjahre an die Mutter: «Ich rufe meine Mutter alle 10 Jahre an und gratuliere ihr zum runden Geburtstag. Ich bin erwachsen, sie ist erwachsen, warum brauchen wir mehr Kontakt?»

Die Texter und Whatsappler
Andere rufen lieber an, als Nachrichten zu schreiben – ausser es handelt sich um wichtige Themen. Vanessa G. ist so jemand: «Ich telefoniere nicht so oft mit meinem Mami, aber über Whatsapp sind wir oft in Kontakt. Wichtigere Themen besprechen wir am Telefon.»

Emilia M. nutzt auch lieber Whatsapp: «Ich rufe meine Mutter eigentlich nie an. Ich nehme mir lieber die Zeit, sie fast jede Woche zu besuchen, um persönlich ein bisschen zu quatschen.
Zwischendurch sind wir im Familienchat bei Whatsapp aktiv und tauschen ein paar Bilder aus.»

(maz)