75 Tonnen Rohlinge

20. November 2019 10:21; Akt: 20.11.2019 10:21 Print

Das Schweizer Münz stammt aus Südkorea

Die Schweizer Münzen werden in Ostasien produziert. Das Recht sehe das so vor, heisst es bei der verantwortlichen Firma.

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Die Schweizer Münzen werden in Ostasien produziert. Das Münz in der Schweiz hat sich seit hundert Jahren nicht verändert und ist damit die älteste Münzserie der Welt. Nicht so aber der Stoff, aus dem die Münzen bestehen. Denn die eidgenössische Münzstätte Swissmint in Bern bestellt die Rohlinge bei ausländischen Lieferanten, berichten Zeitungen von «CH Media». Die sieben Lose für die Rohlinge der sieben Münztypen seien nach der diesjährigen Ausschreibung allesamt an den Metallverarbeiter Poongsan in Südkorea vergeben worden. Obschon die Ausgabe von Münzen zu den Kernaufgaben des Staats gehört, hätten die Aufträge zur Produktion und Lieferung international ausgeschrieben werden müssen. Denn würden Aufträge einen gewissen Betrag überschreiten, sehe das Schweizer Beschaffungsrecht diese Regelung vor, so die Zeitungen. Die Entscheidung zur Vergabe des Auftrags an die südkoreanische Firma Poongsan erfolgte, weil sie das beste Angebot unterbreitet habe. Die Firma beliefert die Schweiz seit 2012 mit den fertigen Münzplättchen. Die ausländischen Münzrohlinge werden aber nach wie vor in der Schweiz bei Swissmint geprägt, auch wenn diese die Rohlinge seit 50 Jahren nicht mehr selbst herstellt. Dafür verfügt die Swissmint über sechs Prägepressen. Nach dem Giessen, Walzen und Stanzen der Plättchen gelangen die Rohlinge per Schiff übers Meer nach Europa und werden per Lastwagen bei der Münzstätte in Bern abgeliefert. Dort werden sie dann kontrolliert und geprägt.

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Das Münz in der Schweiz hat sich seit hundert Jahren nicht verändert und ist damit die älteste Münzserie der Welt. Nicht so aber der Stoff, aus dem die Münzen bestehen. Denn die eidgenössische Münzstätte Swissmint in Bern bestellt die Rohlinge bei ausländischen Lieferanten, berichten Zeitungen von «CH Media».

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Die sieben Lose für die Rohlinge der sieben Münztypen seien nach der diesjährigen Ausschreibung allesamt an den Metallverarbeiter Poongsan in Südkorea vergeben worden. Bislang stammte ein Teil der Münzplättchen noch aus einer Produktionsstätte in Deutschland.

Internationale Ausschreibung

Swissmint habe bei Poongsan je nach Münze zwischen 13 und 75 Tonnen Rohlinge bestellt. Alle bestehen aus einer fix vorgegebenen Kupfer-Nickel-Legierung, nur dem Fünfräppler wird zusätzlich noch Aluminium beigemischt. Insgesamt belaufe sich das Volumen der aktuellen Aufträge auf 8,1 Millionen Franken.

Obschon die Ausgabe von Münzen zu den Kernaufgaben des Staats gehört, hätten die Aufträge zur Produktion und Lieferung international ausgeschrieben werden müssen. Denn würden Aufträge einen gewissen Betrag überschreiten, sehe das Schweizer Beschaffungsrecht diese Regelung vor, so die Zeitungen.

Prägung weiterhin in der Schweiz

Die Entscheidung zur Vergabe des Auftrags an die südkoreanische Firma Poongsan erfolgte, weil sie das beste Angebot unterbreitet hat. Die Firma beliefert die Schweiz seit 2012 mit den fertigen Münzplättchen. Im Jahr 2015 habe Swissmint den letzten Kontrollbesuch bei Poongsan gemacht.

Die ausländischen Münzrohlinge werden aber nach wie vor in der Schweiz bei Swissmint geprägt, auch wenn diese die Rohlinge seit 50 Jahren nicht mehr selbst herstellt. Dafür verfügt die Swissmint über sechs Prägepressen. Wie viele Münzen jeweils produziert werden, hängt wiederum von der Bestellung der Nationalbank ab, die stark variieren könne. Zurzeit werden jeweils 280 Tonnen Münz pro Jahr geprägt.

Von Südkorea in die eidgenössische Münzstätte

Den entscheidenden Schliff würden die Münzen allerdings schon in der Firma Poongsan erhalten: «Die meisten Eigenschaften der Münzen müssen bereits vom prägefertigen Münzplättchen erfüllt werden» erklärt Swissmint gegenüber «CH Media».

Nach dem Giessen, Walzen und Stanzen der Plättchen gelangen die Rohlinge per Schiff übers Meer nach Europa und werden per Lastwagen bei der Münzstätte in Bern abgeliefert. Dort werden sie dann kontrolliert und geprägt.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Kuster am 20.11.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Reisserischer Titel

    Hat hier ernsthaft jemand geglaubt, in der Schweiz werde Kupfer / Nickel abgebaut? Woher die Rohlinge kommen ist schlussendlich völlig egal, das Rohmaterial (Erz) kommt eh nicht von hier.

    einklappen einklappen
  • Ein anonymer Schreiber am 20.11.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gib mal Ruhe!!!!

    Sie gehen mir mit Ihrem Klimazeug langsam richtig auf die Nerven! In letzter Zeit nimmt jeder das Wort "Klima" in den Mund um sich zu rechtfertigen. Das machen Terrororganisationen auch, diese tauschen das Wort "Klima" mit "Gott" aus!

    einklappen einklappen
  • Reto am 20.11.2019 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser predigen und Wein trinken

    Der Staat und die Wirtschaft verlegen alles in Ausland aber der dumme Konsument soll gefälligst im Inland einkaufen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spider am 21.11.2019 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Bitttteeeee ..... und auch wenns teurer würde: lasst uns doch solche Sachen(Münzen/Uniformen etc.) in der Schweiz produzieren!

  • Opfer am 21.11.2019 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    5 Räppler muss bleiben

    Wie soll ich sonst mein Säckli im Coop bezahlen, mit der Kreditkarte oder Bitcoin vielleicht?

  • Mutti am 21.11.2019 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Münz ist nicht umweltfreundlich

    Plastikkarte auch nicht. Am besten nur noch per Handy über 5G bezahlen.

  • marc am 21.11.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gelesen?

    und der nächste artikel, wo man das gefühl hat, dass ein teil der kommentatoren analphabeten sind. entweder lesen die den text gar nicht, oder das mit dem leseverständnis ist echt so schlim.

  • oliver am 21.11.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    ok ist billiger ...

    leuchtet mir ja ein ... Aber der CH-Bürger soll gefälligst, besonders nach dem Willen einiger Bürgerlichen Veterli Politiker, überteuert in der Schweiz einkaufen ...