31. Dezember 2007 08:43; Akt: 31.12.2007 12:51 Print

Das Sportjahr 2008 soll schwul werden

Kennen Sie einen schwulen Fussballer? Oder eine lesbische Spitzensportlerin? Eben. Um das zu ändern, haben sich die Schwulen- und Lesbenverbände zum Neujahrsvorsatz gemacht, im Jahr der Fussball-EM Tabus zu brechen.

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Die Interessenverbände der Schweizer Lesben und Schwulen wollen 2008 das Tabu der Homosexualität im Sport brechen. Ziel ist es, unter dem Motto «Lesben und Schwule im Sport» gemeinsam mit den Sportverbänden die Situation für lesbische und schwule Menschen im Sport zu verbessern.

Lesben und Schwule treiben genauso intensiv und engagiert Sport wie heterosexuelle Frauen und Männer, sagen die Lesbenorganisation LOS und die Schwulenorganisation Pink Cross. Nur werde im Sport das Thema Homosexualität noch immer tabuisiert. Zu gross seien die Ängste, ausgegrenzt und nicht mehr ernst genommen zu werden.

Im Spitzensport müssten Lesben und Schwule gar mit dem Verlust von Sponsorenverträgen und Arbeitsplätzen rechnen. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass es in der Schweiz fast keine Spitzensportlerinnen und Spitzensportler gebe, die offen zu ihrer Homosexualität stünden. Die frühere Radrennfahrerin Barbara Ganz ist noch immer eine der wenigen, die offen zu ihrer Partnerin stehe.

Aber auch im Breitensport gibt es laut den Verbänden der Homosexuellen noch viel zu tun. Denn noch heute werde jeder vierte Jugendsuizid auf die Homosexualität der Betroffenen zurückgeführt. Junge Lesben und Schwule bräuchten für ein positives «Coming Out» auch die Gewissheit, dass sie im Sportclub nicht ausgestossen würden. Hinzu kämen homophobe Sprechchöre von Fans an Sportveranstaltungen.

LOS und Pink Cross nehmen die bevorstehende Fussball-EM in der Schweiz und Österreich sowie die olympischen Sommerspiele zum Anlass, die Homophobie im Sport zum öffentlichen Thema zu machen. Geplant sind Aktionen, politische Vorstösse sowie das Sichtbarmachen von Lesben und Schwulen an Veranstaltungen des Breitensports.

(ap)