Bundesratsranking

31. Mai 2019 10:52; Akt: 31.05.2019 10:52 Print

Das Volk gibt Karin Keller-Sutter die besten Noten

Die Bundesräte Guy Parmelin und Ignazio Cassis bekommen für ihre Arbeit ein ungenügendes Zeugnis. Am besten kommt FDP-Justizministerin Karin Keller-Sutter weg.

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Jeder Zweite ist zufrieden mit der Arbeit des Gesamtbundesrates. Laut der jüngsten Tamedia-Wahlumfrage beurteilen die Stimmberechtigten die Leistung der einzelnen Magistraten aber unterschiedlich. Im Schnitt erhalten CVP-Verteidigungsministerin Viola Amherd (4,5) und FDP-Justizministerin Karin Keller-Sutter (4,6) die besten Schulnoten. Die Leistungen der Bundesratsneulinge – beide sind erst seit diesem Jahr im Amt – werden auch von rechten und linken Wählern anerkannt.

Weniger Kredit geniessen hingegen Wirtschaftsminister Guy Parmelin (SVP) und Aussenminister Ignazio Cassis (FDP). Ersterer erhält insbesondere von linken Wählern miese Noten, doch auch die SVP-Basis beurteilt ihn kritischer als seinen Parteikollegen Ueli Maurer. Die Noten der übrigen Bundesräte sehen Sie in der Bildstrecke oben.

«Keine grossen Böcke geschossen»

Politologe und Wahlkampf-Experte Louis Perron sagt, die neuen Mitglieder des Bundesrates genössen einen Vertrauensvorschuss. «Vom Wahlkampf über die Wahl bis hin zur Pressekonferenz nach den ersten 100 Tagen waren sie medial sehr präsent. Dabei haben beide bis jetzt eine gute Falle gemacht.»

Keller-Sutter sei ausserdem sprachgewandt und in allen Landesteilen in der Öffentlichkeit präsent. «Sie ist eine Sympathieträgerin. Es ist kein Zufall, dass sie das Ranking anführt.»

Kann sie gar zum Zugpferd der FDP bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst werden? Laut Perron ist Keller-Sutter sicher ein Glücksfall für die Freisinnigen. «Jede Partei braucht profilierte Köpfe. Und Bundesräte und Parteipräsidenten sind hier extrem wichtig.»

Gleichzeitig sollten Bundesräte keine Parteipolitik mehr machen, sondern als Kollegium regieren. «Viele Bundesräte sehen sich als Staatsfrauen oder Staatsmänner. Es wird sich zeigen, ob und wie sich Keller-Sutter von der Partei vor den Karren spannen lässt.»

Das schlechte Abschneiden von Ignazio Cassis erklärt Perron auch mit der vertrackten Situation ums Rahmenabkommen. «Viele werfen dem Bundesrat Führungsschwäche vor. Cassis hat einen Reset versprochen, aber bis jetzt keine Erfolge vorzuweisen. Das fällt direkt auf ihn zurück.»

Parmelin wiederum sei rhetorisch keine Bombe. «Die SVP ist in der Westschweiz in einem desolaten Zustand. Das ist nicht Parmelins Fehler, aber er hilft der Partei auch nicht gross, aus dem Tief zu finden.» Im neuen Departement sei er noch nicht gross in Erscheinung getreten. «Fairerweise kann man sagen, dass Parmelin das mediale Rampenlicht auch weniger wichtig ist als anderen Politikern. Im Parlament hörte man über ihn als Vorsteher des VBS aber viel Gutes», meint Perron.

Zur Umfrage

19'018 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 22. und 23. Mai online an der 5. Tamedia-Wahlumfrage im Vorfeld der eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober 2019 teilgenommen. Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH der Politikwissenschaftler Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach diversen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,4 Prozentpunkten. Weitere Informationen gibts hier.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schämu am 31.05.2019 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität sieht anders aus

    Sympathie und Aussehen ist das Eine, Leistung ist das andere. KKS hat bereits in ihrer Abstimmung die Schweiz um ein Stück mehr an die EU verkauft.

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  • Karin Späth am 31.05.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    So gehts auch

    Irgendwie hat Donald schon recht mit seinen Fakenews... Sie fährt auf der gleichen Schiene weiter wie Ihre Vorgänger ! Und dafür erhält Sie Bestnoten ? Sie scherzen oder ?

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  • Gerda Thunfisch am 31.05.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Vorschlag

    Ich hätte einen Vorschlag zum Klimaschutz. Schafft den Bundesrat samt der ganzen Institutionen unterhalb ab. Das würde gegen die Klimaerwärmung helfen. Ausser heisse Luft kommt da nichts. Und Geld sparen würden wir auch noch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Homer am 31.05.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Quali-Gespräche

    Wer macht eigentlich die Quali-Gespräche mit den BR? Für mich ist Ueli Maurer der Beste. Der hat erkannt, wer der wichtigste Handelspartner der Schweiz ist. Bezügl. den USA besteht bekanntlich ein grosser Handelsbilanzüberschuss und bezügl. der EU ein Defizit. Letzteres checken die EU-Turbos einfach nicht. Ausser Ueli, sollten deshalb alle in den Bewährungseinsatz, mit nächster Beurteilung in drei Monaten, bzw. der S. Sommaruga hätte man schon längst kündigen sollen.

  • E.H. am 31.05.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechteste Regierung seit Jahrzehnten

    Unser Bundesrat besteht grösstenteils aus "Möchte-Gern-Politikern" ohne Visionen, ohne Führungsqualität, ohne Verhandlungsgeschick, es handelt sich lediglich um überbezahlte Beamte! Die schlechteste Regierung seit Jahrzehnten, sie merken es nur nicht!

  • OC am 31.05.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwacher Bundesrat

    Wenn ich ihre "Kollegen" anschaue, Frau Pianistin Chefin UVEK, ach' lassen wir es, kann sie nur gewinnen. Ich erwarte endlich, eine klare Kante gegen die EU. Spielt doch einmal die Trümpfe aus, ich sage nur Nord/Süd dann ist bald Ruhe aus Brüssel.

  • steve68 am 31.05.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platz 7

    für alle ohne Bonus und dergleichen. doch aus stände und nationalrat kommt leider nichts besseres nach

  • Siegfried am 31.05.2019 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Männer mit Rückgrat fehlen

    Seien wir doch ehrlich: Was in letzter Zeit so als Männer in den BR kam, waren Kaspars. Ich steh dazu. Mir Frau Keller Sutter ist endlich seit Frau Calmy-Rey eine Person mit eigener Meinung in den BR gewählt worden. Ich habe Respekt vor solchen Frauen. Zudem sind sie noch sehr gepflegt, gewandt auf dem politischen Parkett und sprachkundig.