Tamedia-Nachbefragung

27. September 2017 05:45; Akt: 27.09.2017 05:45 Print

Das Volk rechnet bereits mit dem Rentenalter 67

Zwei Drittel lehnen es derzeit ab, bis 67 zu arbeiten. Doch eine Mehrheit glaubt, dass das Rentenalter in den nächsten zehn Jahren angehoben wird.

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Die Reform der Altersvorsorge hatte eben erst Schiffbruch erlitten, da flammte schon die Diskussion um das Rentenalter wieder auf: Soll es automatisch angehoben werden, wenn die AHV in Schieflage gerät? Die Bürgerlichen hielten sich zurück, das Rentenalter 67 zu fordern – sie setzen auf eine Anhebung in Monatsschritten.

Mit gutem Grund: Derzeit wäre eine Anhebung des Pensionsalters um zwei Jahre für den Mann und um drei Jahre für die Frau an der Urne chancenlos: Gut zwei von drei Stimmbürgern würden Nein stimmen. 31 Prozent befürworten das Rentenalter 67. Das zeigt die gewichtete Tamedia-Nachbefragung zur Abstimmung vom Wochenende.

Eine Mehrheit stellt sich allerdings bereits auf ein höheres Rentenalter ein: 62 Prozent gehen davon aus, dass das Rentenalter 67 in den kommenden zehn Jahren eingeführt wird.

«Ein Umdenken hat stattgefunden»

«Das Resultat zeigt, dass das Rentenalter nicht auf einen Schlag erhöht werden sollte», sagt Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und Direktor des Gewerbeverbandes. Dass eine Mehrheit mit einem höheren Rentenalter rechne, bestätige, dass ein Umdenken stattgefunden habe: «Hätte man vor ein paar Jahren gesagt, dass wir bis 67 arbeiten müssen, wäre man als Rentenklauer verunglimpft worden.» Heute wisse die Bevölkerung, dass es Opfer brauchen werde, um die Altersvorsorge zu stabilisieren.

Die SP-Nationalrätin Silvia Schenker glaubt, dass die Rhetorik der bürgerlichen Seite zu einer Resignation in der Bevölkerung führe. «Man glaubt, dass man das höhere Rentenalter irgendwie durchstieren wird.» Solange das Volk zustimmen müsse, werde es aber nicht so schnell kommen: «Die Wirtschaft sagt, dass wegen des Fachkräftemangels Ältere bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das deckt sich aber nicht mit den Erfahrungen der Leute.»

Spielt der Generationenvertrag noch?

Skeptisch sind die Stimmbürger, ob sie eines Tages noch eine Rente bekommen werden, die es ihnen erlaubt, den Lebensstandard zu halten: 51 Prozent rechnen nicht oder eher nicht damit.

Das scheint sich auch auf die Akzeptanz des Generationenvertrags auszuwirken. So sagen nur 31 Prozent, dass der solidarische Ausgleich zwischen den Generationen nach wie vor funktioniere. 40 Prozent sind der Meinung, dass der Generationenvertrag nur noch teilweise besteht. 15 Prozent sagen, die älteren Erwerbstätigen und Rentner kümmerten sich primär ums eigene Wohl. Sieben Prozent sagen dies von den Jungen. Der Rest hat keine Meinung.

Für Bigler zeigt das, wie gross die Verunsicherung bei den Sozialwerken ist: «Es ist ein Ansporn, dass wir die Probleme bei der Altersvorsorge angehen und auch die unfaire Umverteilung von aktiven Versicherten zu Rentnern in der 2. Säule stoppen.»

10’050 Personen aus der ganzen Schweiz haben zwischen dem 22. und 24. September online an der Tamedia-Nachbefragung zu den eidgenössischen Vorlagen vom 24. September teilgenommen. Die Umfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissenschaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen. Der Fehlerbereich liegt bei 1.7 Prozentpunkten. Weitere Informationen unter tamedia.ch/umfragen

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Konmentator am 27.09.2017 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    67 Jahre

    Damit zu rechnen heisst nicht, damit einverstanden zu sein.

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  • Spirig am 27.09.2017 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    65 ist genug

    Wir arbeiten heute bereits am längsten in Europa....65 ist genug und würde an der Urne auch nicht angenommen...

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  • K.Meier am 27.09.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklungshilfe stoppen

    Einfach die unsägliche Entwicklungshilfe stoppen, wo Geld für meistens nichts verbraten wird und schon würde die AHV für einige Jahrzehnte auf gesunden Beinen stehen. Es gäbe da noch vieles das man korrigieren könnte aber leider scheint es der Politik ziemlich egal zu sein ob es dem Schweizer Bürger auch im Alter gut gehen wird. Offenbar ist man in Bern nicht sehr flexibel im Kopf, den neue Finanzierungsideen habe zumindest ich noch nicht gehört...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • hello You am 27.09.2017 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    nein

    ich rechne bestimmt nicht damit, bis 67 zu arbeiten. das ist die vorstellung, die uns verkauft werden will

  • Segi am 27.09.2017 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Last auf alle verteilen

    So ein Unsinn. Das Volk hätte noch andere Vorschläge, wenn sich die Politiker endlich einmal aufraffen würden das zu machen, wofür sie bezahlt werden! Erhält die Mehrwertsteuer. So ist die Last auf alle Konsumenten verteilt. Wer mehr konsumiert, zahlt mehr an die AHV.

  • Chäbe am 27.09.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Wer denkt an uns?

    Wer von den Politikern denkt an unsere Bevölkerung?Länger arbeiten ist völlig unrealistisch.Das die Bundesräte das wollen,das ist verständlich.Sie haben ihre dicke Rente auf Lebzeiten.

  • Spatz am 27.09.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Politik kann nicht logisch denken

    Diese Diskussion ums Rentenalter! Irgendwie geht die ganze Rechnung nicht auf. Junge sollen arbeiten können. Aber das Rentenalter soll steigen, sprich die Stelle wird länger besetzt und nicht frei für einen jungen Arbeitslosen. Es gibt nun mal nicht unendlich viele Jobs, und dass die Wirtschaft junge qualifizierte Arbeitskräfte im Ausland rekrutiert hilft auch nicht. Also, wo klemmts?

  • Uschi am 27.09.2017 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rentneralter

    Nein ich rechne nicht damit, und will auch nicht bis 67.Jahre arbeiten, nein keine Lust. Es sei jedem freigestellt ob er will oder nicht.