Vimentis-Umfrage

16. Februar 2015 05:57; Akt: 16.02.2015 05:57 Print

Das Volk würde Schneider-Ammann abwählen

Während Didier Burkhalter die Herzen zufliegen, würde bloss jeder fünfte Schweizer seinen FDP-Kollegen Johann Schneider-Ammann wählen. Warum ist er so unbeliebt?

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Im Moment hat Johann Schneider-Ammann nichts zu lachen: Bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative spielt er nur die zweite Geige und muss wegen seiner gemächlichen Gangart Prügel von allen Seiten einstecken. Auch beim Volk geniesst der Wirtschaftsminister kaum Rückhalt. Laut einer gewichteten Online-Umfrage von Vimentis würde er bei einer Volkswahl durchfallen – als einziger der amtierenden Bundesräte.

So gaben bloss 21 Prozent der Befragten an, dass sie bei einer direkten Volkswahl den Freisinnigen auf den Wahlzettel schreiben würden. Der mit Abstand beliebteste Bundesrat ist Schneider-Ammanns Parteikollege Didier Burkhalter. Den letztjährigen Bundespräsidenten und OSZE-Vorsitzenden wollen 63 Prozent der Schweizer in der Regierung sehen. Die nächsten Plätze belegen Alain Berset (SP), Doris Leuthard (CVP) und Eveline Widmer-Schlumpf (BDP).

«Schachtelsätze kommen nicht gut an»

Politikberater Mark Balsiger hat mehrere Erklärungen für das Resultat: «Bundesrat Schneider-Ammann ist zwar schon seit 2010 im Amt, aber immer noch weniger bekannt als andere.» Vor allem am Anfang seiner Amtszeit sei er nicht auf Touren gekommen, weshalb man ihm eine gewisse Schwerfälligkeit nachsage.

Negativ auf das Image wirke sich zudem aus, dass Schneider-Ammann nicht wortgewandt sei. «Er hat sich zwar verbessert, aber seine Schachtelsätze am Fernsehen kommen beim Volk nicht gut an.» Imageprägend wirkten laut Balsiger auch die häufigen Einspielungen des stammelnden Bundesrates bei Giacobbo/Müller, mit denen er vor breiten Teilen der Bevölkerung blossgestellt wurde.

«Schwierige Dossiers»

FDP-Vizepräsident Christian Wasserfallen sieht den Grund für das schlechte Abschneiden Schneider-Ammanns vor allem in seinen schwierigen Dossiers : «Bundesräte sind nicht immer Überbringer von frohen Botschaften. Wenn die Wirtschaft nicht läuft, leidet die Popularität. Umgekehrt konnte Didier Burkhalter als OSZE-Vorsitzender auf dem internationalen Parkett glänzen.»

Schneider-Ammann sei auch keiner, der sich in den Vordergrund dränge. Seine grosse Stärke sei, dass er nicht gleich hyperventiliere und durchdachte Lösungen finde. Wasserfallen sagt: «Er ist der einzige Patron im Bundesrat und der richtige Mann, um die Schweiz durch die wirtschaftlichen Turbulenzen zu führen.»

Wird Schneider-Ammann zur Hypothek im Wahljahr?

Auch Politologe Balsiger glaubt, dass Schneider-Ammann im Wahljahr die Möglichkeit hat, sich vermehrt zu profilieren. «Die Frankenstärke gibt ihm die Chance, seine Popularität zu steigern, wenn er schnell und entschieden handelt und dies auch überzeugend kommunizieren kann.» Gelinge ihm dies nicht, könne er umgekehrt zum Sündenbock für die lahmende Wirtschaft und steigende Arbeitslosenzahlen werden.

Klar sei, dass ein beim Volk unbeliebter Bundesrat angreifbar sei. «Bei den Bundesratswahlen im Dezember wird die FDP zittern müssen.» Die SVP werde zunächst den Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf angreifen, sollte diese tatsächlich nochmals antreten. Schlage der Angriff fehl, werde die SVP den Sitz Schneider-Ammanns ins Visier nehmen.

Wenn das Volk entscheiden könnte, würde sich die Zusammensetzung der Parteien im Bundesrat übrigens nicht ändern. Statt Schneider-Ammann würde Karin Keller-Sutter gewählt – sie ist St. Galler FDP-Ständerätin und hat sich zuvor als Sicherheitsdirektorin einen Namen gemacht. Bundesrat Schneider-Ammann wollte die Umfrage nicht kommentieren.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M Heer am 16.02.2015 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur

    BR Schneider - Ammann, ich denke die Merheit der Schweizer würden auch BR Widmer - Schlumpf, Fr. Leuthart & Somaruga aus dem Bundesrat abwählen!

    einklappen einklappen
  • Walter R am 16.02.2015 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Schneider-Ammann

    Ich würde nicht nur Schneider-Ammann abwählen, sondern auch Widmer-Schlumpf und Sommaruga.

  • Hans Moser am 16.02.2015 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reicht nicht

    Wir würden gern alle abwählen, damit sich mal was ändert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • H. Cheng am 16.02.2015 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist ein seetauglicher Kapitän?

    Die Schweiz im Sturm der Krisen - regiert von 7 Süsswassermatrosen, die den Kahn auch noch vorsätzlich versenken (in die EU) wollen! Alles in die Rettungsboote!!!

  • Thom am 16.02.2015 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Kommentatoren:

    Wenn ich so das Gro lese von den Kommentatoren und den Stimmen die sie dann noch bekommen, haben doch einige ein Problem mit solchen Statistiken umzugehen. Erstens gibt es eine Wellt ausserhalb der SVP und diese hat am meisten Stimmen. Zweitens, die SVP ist ausserhalb der SVPler nicht wählbar, da diese nicht verhandelt. Und drittens ist der Zweitschlechteste Bundesrat (Gemäss Abstimmung) ein SVPler. Somit kann bei Direktwahl des Bundesrates sogar davon ausgegangen werden, dass mehr SPler gewählt werden als SVPler. Also überlegt es euch gut, was eine direkte Bundesratswahl bedeuten könnte.

  • Martin Budi am 16.02.2015 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FDP

    Für mich sind beide nicht brauchbar ! Es gibt es nur eine Lösung , 3 SVP Bundesräte ! Sonst geht die Schweiz unter !

    • an die Säcke SVP am 16.02.2015 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schweizer pflügt die Äcker um

      wir produzieren wieder eigene Kartoffeln, den Preis tief halten, sonst bleibt ihr drauf sitzen. Genug 2.9 Milliarden Subventionen sollten dies möglich machen, sonst gehen alle EU Gegner doch ennet der Grenze die Kartoffeln einkaufen u. A.

    einklappen einklappen
  • Jörg Oberli am 16.02.2015 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Freisinnigen

    Schneider-Ammann können wir nicht abwählen. Wir haben es selbst vermasselt. Aber die FDP, die ihn portiert könnten wir abstrafen. Tun wir es!

  • lere am 16.02.2015 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Am Volk vorbei

    Wenn der Bundesrat und andere Politiker nicht so am Volk vorbei politisieren würde dann hätten Sie auch eine grösser Akzeptanz. Alle Parlamente in der Schweiz glauben immer noch sie seien die Spitze der Pyramide und haben noch nicht gemerkt dass es eine umgekehrte Pyramide ist und die Politiker ganz zu unterst die spitze bilden und das Volk die Entscheidungen fällt.