Corona-Notstand

12. März 2020 10:34; Akt: 12.03.2020 15:27 Print

Das könnte bald auf uns zukommen

Die drastischen Massnahmen, die das Tessin gegen das Coronavirus ergreift, drohen auch der Restschweiz. Das bedeuten sie.

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Beim Bundesrat ist eine neue Verordnung in der Planung, die eine Grundlage für Einreiseverbote und strengere Kontrollen an den Grenzübertritten zu Italien schafft. Das würde heissen, dass Italiener nur noch in die Schweiz kommen dürfen, wenn sie über eine Grenzgängerbewilligung verfügen. Grenzwächter machen den Grenzübergang in San Pietro di Stabio dicht. Insgesamt wurden neun Grenzübergänge zu Italien geschlossen. An der Südgrenze wurde ein Monitoring eingeführt. Grenzwächter fragen die Reisenden, warum sie in die Schweiz einreisen wollen. Die Quarantäne im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus wird verkürzt, und die Massnahme trifft weniger Menschen. Dies erklärte am Montag, , das BAG. Am Montag, , hat die Verwaltungsdelegation entschieden, dass die Frühlingssession der Räte weiterhin stattfinden. Bis Montagmittag registrierte das BAG 312 bestätigte Coronavirus-Fälle. Die Zahl der Coronavirus-Fälle hat ist am 6. März auf 210 Fälle gestiegen Der Thurgau meldet am 6. März seinen ersten Coronavirus-Fall. Am Donnerstag, , meldeten die Waadtländer Behörden den ersten Corona-Todesfall der Schweiz. Eine 74-jährige Patientin mit einer chronischen Vorerkrankung starb an den Folgen des Virus. Das Coronavirus ist auch im Kanton Luzern angekommen. Eine Schülerin der Kanti Alpenquai hat sich infiziert, die betroffenen Mitschüler und Lehrpersonen wurden unter Quarantäne gestellt. Bundesrat Alain Berset hat sich am Mittwochnachmittag mit den Gesundheitsdirektoren der Kantone getroffen. Eine neue Verhaltensregel wurde dann am Abend an einer Pressekonferenz präsentiert. Auch die Fluggesellschaft Swiss reduziert ihre Flugaktivitäten wegen des Coronavirus weiter. Die Streckenanpassungen betreffe ab Zürich und Genf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz sowie auf der Langstrecke die Ziele Tokio, Osaka und Singapur. Es stünden aber mit einer Ausnahme keine Flugzeuge am Boden, sagte die Sprecherin. Die Flugzeuge würden dynamisch eingesetzt. Damit seien die Abständen zwischen den Flügen grösser, hiess es bei der Swiss weiter. Lediglich eine Boeing 777 sei nicht im Dienst. (4. März 2020) In der Seeklinik Brunnen SZ wurde am Dienstagabend ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. (3. März 2020) Ein Armeeangehöriger, der am zum WK in das Militärpolizeibataillon 3 eingerückt war, wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Der Mann befand sich auf dem Waffenplatz Wangen an der Aare BE. Frauen am Virus erkrankt sind. Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ist zum Start der Frühlingssession mit einer Schutzmaske im Bundeshaus erschienen. Ratspräsidentin Isabelle Moret passte dies nicht. Sie verbot der SVP-Frau, die Maske zu tragen. Daraufhin stürmte Martullo-Blocher aus dem Saal. Am 2. März 2020 wurde ein erster Coronavirus-Fall an der Universität Zürich bekannt. Am Institut für Mathematik soll ein 27-jähriger Doktorand positiv getestet worden sein. (Archivbild) Am wurde im Kanton Tessin ein zweiter Fall von Coronavirus bestätigt. Die Person befindet sich in einer Privatklinik in Lugano. (Symbolbild) Das Bundesamt für Gesundheit BAG verschärft seine Kampagne gegen das Coronavirus. Neu gilt Stufe Rot mit drei neuen Verhaltensregeln. (2. März 2020) Am wurden im Kanton Graubünden vier weitere Verdachtsfälle definitiv bestätigt. Insgesamt sind im Kanton nun sechs Personen positiv, 27 sind noch in Abklärung. Am teilte Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten, im Bundesamt für Gesundheit BAG, mit, dass es in der Schweiz 13 bestätigte Fälle gäbe. Fall 9: Der Kanton meldet einen ersten Coronavirus-Patienten hat. Dabei handelt es sich um einen 49-jährigen Mann. Fall 8: In steckte sich die Betreuerin einer Kindertagesstätte mutmasslich in Mailand an. Kinder, die mit ihr Kontakt hatten, müssen 14 Tage in Quarantäne. Zusätzlich zu diesem Fall meldete einen Verdachtsfall. Für einen jungen Mann mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons fiel der Test im Universitätsspital positiv aus. Sechster Fall: In war eine 30-jährige Frau infiziert, die bis vor einer Woche in Mailand war. Sie wird im Triemlispital behandelt. Fall 5: Ein 26-jähriger Mann im wurde mit dem Coronavirus infiziert. Der Patient kam von einer Geschäftsreise nach Verona zurück. Auch im Kanton am Virus angesteckt. Die infizierten Kinder waren mit ihren Familien aus Italien im Oberengadin in den Ferien. Der zweite Fall einer Erkrankung mit dem Coronavirus betrifft einen 28-jähriger Informatiker, der aus Mailand zurückkam. Er wurde am 27. Februar in positiv auf das Virus getestet. Der erste Fall von Coronavirus in der Schweiz: Am 26. Februar war im ein 70-jähriger Mann positiv auf das Virus getestet worden. Der Erkrankte hatte an einer Versammlung in Mailand teilgenommen. Richard Neher ist Professor am Biozentrum der Universität Basel und Experte für die Verbreitung von Viren. Für ihn ist klar, dass sich die aktuelle Epidemie nicht mehr aufhalten lässt. In den nächsten Tagen rechnet er mit einer schnellen Zunahme der Erkrankungen. 36 Barttypen – doch welche davon sind mit Atemschutzmasken kompatibel? Die US-Gesundheitsbehörde CDC zeigt auf, welche Styles am sichersten sind. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders : Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosolen (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika, eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild:Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Vermischung, Verunreinigung, Vergiftung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationzeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptoma», was Zusammenfall, vorübergehende Eigentümlichkeit bedeutet. Auch der Begriff Syndrom stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndromé», der «das Zusammenlaufen, Zusammenkommen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl ein Neutrum als auch maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» Schleim oder Gift heisst. Das lateinische Substantiv ist ein Neutrum, was den sächlichen Artikel im Deutschen erklärt. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen, am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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Seit Mitternacht steht im Tessin das öffentliche Leben still. Die Regierung hat den Notstand bis am 29. März ausgerufen und mit einem Dekret drastische Massnahmen verfügt. Sie sollen die Ausbreitung des Coronavirus bremsen.

Einen gesamtschweizerischen Notstand wird es vorerst aber nicht geben. Das Bundesamt für Gesundheit teilte am Donnerstag auf Twitter mit: «Von einem gesamtschweizerischen Notstand war und ist nicht die Rede.» Damit bleibt es den Kantonen überlassen, den Notstand auszurufen. Die BAG schreibt weiter auf Twitter, es halte die vom Kanton Tessin beschlossenen Massnahmen für sinnvoll und geht davon aus, dass auch weitere Kanton solche Massnahmen anwenden werden.

Welche Kantone nun auch den Notstand ausrufen werden, ist offen. Doch welche Massnahmen kommen jetzt voraussichtlich auf uns zu? Eine Übersicht:

Schliessung der nicht obligatorischen Schulen: Gymis, Berufsschulen und die Uni machen dicht. Der Unterricht auf Primar- und Sekundarstufe findet weiterhin statt. Der Grund: Die Behörden wollen verhindern, dass die Kinder wegen der Schulschliessung von den Grosseltern betreut werden.

Über 65-Jährigen und Angehörigen wird dringend davon abgeraten, Kinder zu hüten oder an privaten Festen teilzunehmen. Sie sollen auch nicht mehr ÖV fahren, ausser sie müssen einkaufen oder zum Arzt.

Schliessung von Kinos, Museen, Theatern, Clubs, Fitnesscentern, Skianlagen, Bädern und Bordellen.

• Verbot von Sportveranstaltungen – und zwar unabhängig von der Anzahl Teilnehmer.

Verbot von Anlässen mit mehr als 50 Personen. Restaurants und Hotels dürfen nur öffnen, wenn sich dort weniger als 50 Personen aufhalten. Zudem müssen sie einen gewissen Abstand zwischen den Gästen garantieren (soziale Distanz).

• Die Polizei überwacht, ob die Vorschriften eingehalten werden.

Haben Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt oder sind Sie in Quarantäne? Für einen Artikel suchen wir Betroffene, die uns von ihren Erfahrungen berichten. Die Redaktion freut sich über eine Kontaktaufnahme im Formular unten. Wir behandeln Ihre Angaben vertraulich.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klavier am 12.03.2020 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Coronavirus

    Traurig, das hat man kommen sehen...fragen sie mal die Tessiner... Bag und Bund haben zu larsch gehandelt um die Wirtschaft zu schützen.

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  • CrazyNorth am 12.03.2020 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dr. med. baselland

    und was ist mit den verkäufern ??? die haben jeden tag 100 - 1000 kunden natürlich nicht alle auf einmal aber all 5 min ein neuer risikokunde! die kunden kommen auch wen sie husten in einer bar und trinken dorf ihren kaffee weil sie denken oooohhh nein ich hab doch kein virus alles nur bla bla bla...die tankstellen sollten geschlossen werden!!! am automat tanken und gut ist

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  • Dok-Do95 am 12.03.2020 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück...

    Aber so wie ich sehe bleiben die DH Betriebe offen. Viel Spass beim Versuch die Ausbreitung so zu verhindern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reni Tent am 12.03.2020 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Massnahmen

    Interessant die Ratschläge für Ü65-jährige. Gilt dieser Massnahmenkatalog allenfalls auch nach Umsetzung der geforderten Rentenaltererhöhung oder fahren dann 67-jährige statt mit dem ÖV mit dem Taxi zur Arbeit? Die Polizei wäre schon rein personell gar nicht imstande diese Verordnungen durchzusetzen infolge Sparmassnahmen der Kantone.

  • Vira Virus am 12.03.2020 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    zu spät

    Freiheitsbeschränkungen und Überwachung kann der Staat nun mal locker nebenbei ausprobieren und die Leute sind sogar noch dafür... Dabei wäre es besser, dass natürlich ausser Vorerkrankte und Risikogruppen möglichst viele Leute angesteckt würden und die Körper sich dran gewöhnen können. Eins ist sicher, es werden noch mehr neue Viren kommen...

  • Sprechblase am 12.03.2020 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Verständnislos

    Alles rundherum schliesst allmählich die Grenzen, (wenn auch zu spät). Nur bei uns, darf alles rein und raus, wie eh und je....

  • Carl Grossmauer am 12.03.2020 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Liest mal das (falls es freigesch. wird)

    Ich kenne ein paar Menschen die waren mitten in der kürzlichen Ebola Krise in Sierra Leone "gefangen". Jedoch haben sie es überlebt indem sie die Hygiene- und Verhaltens-Anweisungen konsequent befolgt haben. Trotz der grossen Angst und Sorge. Viele haben sich infiziert weil sie z.B. den Totenkult nicht lassen konnten und Tote gibt es bei Ebola bekanntlich schnell und viele. Also. Und hier reden wir von einem mutierten Grippevirus des Vorgängers. Bei Viren nimmt es immer die Schwachen. Wie schon immer. Auch tragisch aber dennoch ganz normal. Es ist kein "Zombie-Virus" wie Ebola.

  • Gesundheit für alle am 12.03.2020 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Bin ich zu dumm?

    Ich versteh die Logik nicht ganz. Wenn die Schulen geschlossen würden BEVOR die sich die Kinder anstecken, bleiben auch die Grosseltern gesund. Wird hingegen ein Kind krank, muss wohl oder übel die ganze Klasse in die Quarentäne, was bedeutet, dass die selben Grosseltern nun die potentiell angesteckten Kinder betreuen. Wie wurden sie so geschützt? Kann mir jemand das erklären?