Unser Mann aus Brüssel

24. Dezember 2011 16:12; Akt: 26.12.2011 01:34 Print

Das ist der neue EU-Botschafter in Bern

von K. Naegeli, sda - Richard Jones heisst der neue EU-Botschafter in der Schweiz. Der britische Historiker wird Nachfolger von Michael Reiterer und freut sich schon auf ein «geschichtsträchtiges» Land.

storybild

Der neue EU-Botschafter in der Schweiz: Richard Jones.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwar hat ihm sein Vorgänger Michael Reiterer die Herausforderungen beschrieben und erklärt, wie er seinen Job die letzten Jahre wahrgenommen hat. «Ich werde mich nun aber in Ruhe in die Dossiers einarbeiten, um mir meine eigene Meinung zu bilden, und dann entscheiden, wie ich es angehen will», erklärt Jones im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA in Brüssel.

Denn bis kurz vor Weihnachten amtete er noch als stellvertretender Botschafter auf der ständigen Vertretung Grossbritanniens bei der EU in der belgischen Hauptstadt. Dort war der 49-Jährige unter anderem für das Funktionieren der Vertretung, die politische Abteilung und das 140-köpfige Team verantwortlich.

Bilaterale I

Nun freut er sich auf den Wechsel nach Bern - zu einem überschaubaren Team und in eine kleinere Stadt. Einen ersten Eindruck von der Bundeshauptstadt verschaffte er sich im Sommer, kurz nachdem er von der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton die Zusage für den Posten erhalten hatte.

Die Ferienpläne in Schweden und Italien liessen sich gut mit einem Abstecher in die Schweiz verbinden: «Ich sagte mir, die Schweiz liegt auf dem Weg». Und so zeigte ihm Reiterer die Stadt und führte ihn auch durch die neuen Büros der EU-Vertretung in Bern. «Eine kurze, aber sehr hilfreiche Einführung», sagt Jones im Rückblick.

Kennt Dossiers bereits gut

Politisch hatte Jones mit der Schweiz in den 90er Jahren zu tun, auch damals in Brüssel. Er gehörte der Expertengruppe an, die sich regelmässig mit den Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) auseinandersetzt.

Die Schweiz stand 1998, als Grossbritannien auch die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne hatte, mit den Bilateralen I auf der Agenda. So erhielt Jones einen tieferen Einblick in die Dossiers zur Personenfreizügigkeit und zum Landverkehr.

Der Historiker

Während sich also sein Wissen über die Schweiz bisher vor allem auf die Erfahrungen und Gespräche zu den bilateralen Themen in Brüssel beschränkte, «wird es interessant sein, dieses Wissen nun in der Schweiz selbst auszubauen» und die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU weiter zu bringen. Der studierte Historiker freut sich auf das Land mit «seiner enormen Geschichte».

Er interessiere sich aber auch für die EU als ganzes Gebilde. Dabei habe er bereits viel Zeit in verschiedenen Stellen im nahen EU- Ausland verbracht. Konkret mit der EU-Erweiterung wurde Jones unter anderem als britischer Botschafter in Albanien konfrontiert.

«Es wird spannend sein, in der Schweiz einen anderen Teil des nahen EU-Auslands zu sehen.» So seien die gegenseitigen Interessen der Schweiz und der EU doch etwas anders, als jene von Ländern mit EU-Beitrittsambitionen.

Sprachen und Höhenangst

Persönlich freue er sich darauf, «meine Führungsfähigkeiten auszubauen und ein Team in einem multinationalen Umfeld zu führen». Zudem wolle er - der als Kind Entdecker werden wollte - die Schweiz entdecken, kulturell, gastronomisch und sprachlich. Der Brite mit walisischen Wurzeln gibt zu, dass sein Deutsch und Französisch noch verbesserungswürdig seien.

Sein österreichischer Vorgänger war bekannt dafür, dass es ihn oft in die Berge zog. Auch Jones kann sich vorstellen, ab und zu in die Berge zu gehen, muss dafür aber seine Höhenangst überwinden.

Dass das gelingen kann, bewies er in Albanien, als er gerne die Aussicht vom Dajti, dem Hausberg der Hauptstadt Tirana, und den Abstieg hinunter ins Tal genoss. Während der Dajti 1612 Meter hoch ist, kann der Berner Hausberg Gurten nur mit 864 Metern aufwarten und sollte damit für Jones kein Problem darstellen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • broennimann Marianne &Peter am 25.12.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in Bern!!!!

    Ein herzliches Willkommen einem sehr freundlichen und humorvollen Gast! Möge er sich in Bern wohlfühlen und er ist auch eingeladen, sich zu melden!

  • Lena Müller am 24.12.2011 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    überflüssig

    Warum brauchts ein EU Botschafter in der Schweiz? Um uns auszuspionieren und der EU wieder zu tratschen was die bösen Schweizer so alles treiben, genauso wie es Michael Reiterer immer getan hat? Ich finde es eine Frechheit, dass die EU einen sogenannten Botschafter in der Schweiz haben darf! Es reicht, wenn jedes Land seine Botschaft hier hat, da braucht es sicher keinen von der EU!!!

    einklappen einklappen
  • Kurt Röösli am 24.12.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Reiterer weg, gut so

    Eine gute Nachricht, dass der arrogante mit zu grossem Selbstbewusstsein gesegnete Reiterer weg ist! Reiterer hat sich in allem Ernst eingebildet, er könne uns Schweizer etwas vorschreiben und er hätte Gewicht. Ein Engländer wird die EU viel kritischer sehen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina am 26.12.2011 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen -aber bitte keine EU-Diktatur

    in der Schweiz versuchen zu verbreiten - wir Schweizer werden die Sache genau Beobachten und unter Kontrolle halten.

  • broennimann Marianne &Peter am 25.12.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in Bern!!!!

    Ein herzliches Willkommen einem sehr freundlichen und humorvollen Gast! Möge er sich in Bern wohlfühlen und er ist auch eingeladen, sich zu melden!

  • Marti am 24.12.2011 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    kann gleich wieder verschwinden

    Die EU wirds bald nicht mehr geben und wir wollen nicht in die EU. Er wird so oder so nicht lange EU Botschafter bleiben.

    • Realist am 25.12.2011 19:30 Report Diesen Beitrag melden

      Fakten, Fakten, Fakten

      Quelle: Wiki: "Der Pluralis Majestatis (auch: Maiestatis) ist die Bezeichnung der eigenen Person im Plural als Ausdruck der Macht. Hintergrund der Wahl der Mehrzahl ist, dass Monarchen oder andere Autoritäten immer für ihre Untertanen beziehungsweise Untergebenen sprechen und gleichzeitig eine Hervorhebung der eigenen Person stattfindet." Oder in einem Satz: Reden Sie nicht für andere. Sagen Sie: "Ich will nicht in die EU". Es gibt Leute, die wollen in die EU, andere nicht. Sie sprechen sicher nicht für die ganze Schweiz.

    • albert Breitenstein am 25.12.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      Schweiz Ohne Eu Bald Bankrott

      die EU wird immer geben ..........die schweiz ohne Eu bald Bankrott das ist die Realitet

    • Manfred am 25.12.2011 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Genau.

      Mit dem Beitritt der Schweiz zur EU wird er überflüssig.

    • Frank R. am 26.12.2011 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Wirklich schön formuliert, ich mag Menschen auch nicht die sich selber zu Sprechern ganzer Völker ernennen !

    • Hans am 26.12.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      Administrativer Wahnsinn !

      Was wir heute brauchen sind Leute die anpacken und bereit sind sich auch die Finger schmutzig zu machen. Was wir sicher nicht brauchen, sind Bürogummis die noch schnell vor der Pensionierung horrende Spesen klopfen und wenn möglich zum Komissar befördert werden. Wer soll all das bezahlen, ohne Steuererhöhungen in den EU Länder, wer wohl. Fragen sie den mal wieviel Steuern er bezahlt. Ashton und ihre 8000 Diplomaten lassen grüssen.

    • R. Atlos am 26.12.2011 21:45 Report Diesen Beitrag melden

      Achtung Ironie.

      Deshalb braucht es ja auch keinen Schweizer Botschafter in den USA. Die USA wollen nämlich nicht Mitglied der Schweiz werden. Und so ein Schweizer Botschafter masst sich an, ein ganzes Land zu vertreten. Sehr frech. Wenn schon braucht es 7 Millionen Schweizer Botschafter. In jedem Land.

    einklappen einklappen
  • Bert am 24.12.2011 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    gute Beziehungen aber kein beitrit.

    wir wollen mit der EU gute beziehungen haben als gute Nachbarn aber einen EU beitritt wollen wir nicht und brauchen wir nicht und solange das CH Volk abstimmen kann werden wir auch nie der EU beitreten.Die Träume der EU Turbos über die EU haben sich als unwahr und als gefährlich bestätigt.Es muss auch gesagt werden das die EU Volksabstimmungen hasst wie sie ja immer wieder unmisverständlich klar gemacht hat.

  • Lena Müller am 24.12.2011 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    überflüssig

    Warum brauchts ein EU Botschafter in der Schweiz? Um uns auszuspionieren und der EU wieder zu tratschen was die bösen Schweizer so alles treiben, genauso wie es Michael Reiterer immer getan hat? Ich finde es eine Frechheit, dass die EU einen sogenannten Botschafter in der Schweiz haben darf! Es reicht, wenn jedes Land seine Botschaft hier hat, da braucht es sicher keinen von der EU!!!

    • Daniel am 25.12.2011 21:06 Report Diesen Beitrag melden

      EU-Botschafter ist absolut notwendig

      Die Schweiz hat mit der EU bilaterale Verträge. Und auch diese müssen gepflegt werden, denn sie sind nicht mit den einzelnen Ländern ausgehandelt worden. Deshalb braucht es einen EU-Botschafter. Die Schweiz darf sich nicht isolieren. Deshalb ist die Beziehungspflege absolut notwendig. Da können Sie noch lange husten Frau Müller. Die Zeit, dass die Schweiz in der EU mitwirkt, wird kommen.

    • Hans am 26.12.2011 11:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wehret den Anfängen !

      Die EU ist eine Wirtschafts und Finanzunion und kein selbständiger Staat. Die Meinung der Bürger wird mit diesem Beamtenmoloch totgeschlagen und finanziell ausgesaugt bis zum geht nicht mehr. Von dort höre ich nur, mehr Beamte, Leistungen kürzen zu Gunster neuer Versprechungen, mehr Kontrolle hier und dort. Ich würde lieber mal sehen und lesen was für Privilegien, diese hohen feinen Damen/Herren alles haben. Warten Sie ab. Solange dort keine direkte Demokratie herrscht gibt´s nichts.

    einklappen einklappen