Spektakel am Himmel

17. März 2015 07:54; Akt: 17.03.2015 15:01 Print

Das ist die Flugbahn des Meteors

Der Meteor, der am Sonntag sichtbar war, zeigte sich erstmals bei Stuttgart und verlöschte schliesslich über Berggebiet nahe Andermatt. Das zeigen erste Berechnungen zur Flugbahn.

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Über Süddeutschland und der Schweiz bot sich am vergangenen Sonntag, 15. März, ein seltenes Spektakel am Abendhimmel. Ein leuchtender Meteor zog seine Bahn, faszinierte zahlreiche Augenzeugen. Jetzt veröffentlicht die Fachgruppe Meteorastronomie erste Berechnungen zur Flugbahn des Himmelkörpers.

Demnach leuchtete der Meteor zum ersten Mal nördlich von Stuttgart auf, überquerte bei Konstanz die Schweizer Grenze, flog dann über Wil SG und den Oberen Zürichsee in Richtung des Gebiets zwischen Altdorf und Disentis.

Die Abkürzungen auf den Karten (siehe Bildstrecke) bezeichnen
die Standorte der Kameras, die den Meteor einfangen konnten: FAL steht für die Sternwarte Mirasteilas in Falera GR, SCH für die Sternwarte Schafmatt in Aarau und OBE für jene eines Privaten aus Oberdorf BL.

Die grünen Linien (Bild 2) zeigen die Sichtfelder der jeweiligen Kameras, während die gelben Linien den effektiv berechneten Pfad kennzeichnen.

Meteor verlöschte über den Schweizer Alpen

Im Grossraum Andermatt/Disentis verlöschte der Meteor schliesslich. Weil die unwegsame Region kaum besiedelt ist, gebe es allerdings keine Augenzeugen. So könne nicht abschliessend gesagt werden, ob Fragmente des Meteors die abrupte Abbremsung in der Atmosphäre überstanden hätten und im freien Fall zu Boden gefallen seien. Die Fachgruppe geht nach den aktuellen Erkenntnissen allerdings eher davon aus, dass das nicht der Fall war.

Abgeschlossen seien die Untersuchungen damit aber noch nicht, sagt Mirco Saner von der Fachgruppe Meteorastronomie zu 20 Minuten: «Wir versuchen nun Kontakt zu ähnlichen Netzwerken im umliegenden Ausland herzustellen und ihre Videos zu erhalten.» Ihre Daten werde man in die bestehenden Berechnungen einfliessen lassen, um die Flugbahn des Meteors noch genauer zu bestimmen. «Auf den Meter genau wird man diese aber nicht berechnen können», sagt Saner.

Anhand der folgenden Videos konnte die Flugbahn des Meteors berechnet werden

(Videos: meteorastronomie.ch)

(kko)