Zahlen und Fakten

19. Dezember 2017 15:54; Akt: 19.12.2017 15:54 Print

Das kostet Rumantsch im Radio und Fernsehen

von Nikolai Thelitz - Billag-Freunde sehen das TV- und Radio-Programm der Bündner Sprachminderheit gefährdet. 20 Minuten zeigt die spannendsten Fakten auf.

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Wer am frühen Samstag- oder Sonntagabend SRF 1 einschaltet, versteht unter Umständen kein Wort, denn es flimmern die rätoromanischen Sendungen «Cuntrasts» und «Minisguard» über den Bildschirm.

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25,5 Millionen für rätoromanisches TV und Radio – ist das angemessen?

In Rumantsch erzählen die Formate von aktuellen Themen aus dem Bündnerland und der ganzen Welt oder bieten Kindern in den rätoromanischen Sprachgebieten ein TV-Programm in ihrer Muttersprache. Ergänzt werden diese Formate wochentags durch die Info-Sendung «Telesguard» und verschiedene Spezialsendungen.

Das Ziel: Die Information der 100'000 Menschen, die heute in der Schweiz Rumantsch verstehen, besonders jener 40'000, für die es die Muttersprache ist. Insgesamt wurden letztes Jahr

lang rätoromanische Sendungen auf SRF 1 ausgestrahlt, davon waren 73 Stunden Eigenproduktion, 2 Stunden Fremdproduktion und 30 Stunden Wiederholungen.

Auch auf den anderen SRG-Kanälen werden die Inhalte gesendet, insgesamt waren es letztes Jahr 523 Stunden an gesendetem rätoromanischem Filmmaterial. Die Wochenformate «Cuntrasts» und «Minisguard» erreichten letztes Jahr im Schnitt rund

Die News-Sendung «Telesguard» kommt auf eine Quote von rund 30'000 Personen. Die Zuschauer sind im Schnitt 63 Jahre alt, das liegt im Mittelfeld der SRG-Sendungen und ist vergleichbar mit dem Altersschnitt der «Tagesschau»-Hauptausgabe.

Neben den täglichen und wöchentlichen Formaten gibt es auch noch Spezialsendungen wie den Polit-Talk «Controvers», in dem die Volksvertreter ihr Rumantsch zum Besten geben können, oder die Religions-Sendung «Pled sin via», die an hohen Feiertagen ausgestrahlt wird.

Neben den TV-Sendungen gibt es auch noch das «Radio Rumantsch», das rund um die Uhr sendet und letztes Jahr 8784 Stunden Programm produzierte. Davon sind 72 Prozent Musik, 17 Prozent Info-Sendungen. 30 Prozent der Musik ist rätoromanisch oder zumindest aus dem Bündnerland.

Die Hörer schalten im Schnitt für 137 Minuten am Tag ein, es ist das Lieblingsradio der Rätoromanen – vor SRF 3 und 1. Mit dem Programm werden täglich

in der Schweiz über 15 Jahren erreicht. Dies alles hat die Schweizer Gebührenzahler im letzten Jahr 25,5 Millionen Franken gekostet. Seit Sie diesen Artikel angeklickt haben, sind das

Das sind 1,5 Prozent des Budgets der SRG. 10 Prozent der Kosten entfallen auf die Administration, 90 Prozent kommen dem Programm zugute. Zum Vergleich: Das Deutschschweizer SRG-Angebot kostete letztes Jahr 525 Millionen Franken. Auch Löhne der Mitarbeit der «Radiotelevisiun Svizra Rumantscha» werden mit den Geldern bezahlt. Letztes Jahr waren es

verteilt auf 131 Vollzeitstellen in 30 verschiedenen Berufen. Zwei Drittel der Leute arbeiten am Radio- und TV-Programm, 17 Prozent in der Administration und 16 Prozent in der Technik. Der Frauenanteil liegt bei 44 Prozent, 52 Prozent der Leute arbeiten Teilzeit. Das Durchschnittsalter liegt bei 41,8 Jahren. Im Schnitt bleiben die Mitarbeiter dem RTR ganze 10,8 Jahre treu.

In der Redaktion wird sogar erfasst, wer welchen Dialekt spricht. 57 Prozent reden Surselvisch, einen Dialekt des Surselva-Tals. 35 Prozent sprechen Ladin, das im Engadin und Münstertal gesprochen wird. 7 Prozent sprechen das im Oberhalbstein und in Teilen des Albulatales verbreitete Surmeirisch und 1 Prozent Sutselvisch, das unter anderem im Domleschg verbreitet ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Brändle am 19.12.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsch?!

    Warum ist dann der Deutschschweizer-Teil z.Bsp. meistens auf Hochdeutsch statt auf Schweizerdeutsch?!?!?

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  • Anonym am 19.12.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    255 CHF

    Wenn jeder, der Rumantsch versteht und das sehen/hören möchte, käme man pro Person auf 255 CHF. Ist also jetzt schon billiger, als Billag zu zahlen. Bei nur 105 Stunden Programm ließe sich da aber sicher etwas einsparen.

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  • Dr Besserwisser am 19.12.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ja zu NO-Bilag

    Man würde das Geld besser den Zuschauern auszahlen, hätten Sie mehr davon...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • martin am 20.12.2017 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    so en seich

    die einen finden, romanisch ist nicht schützenswert, gleichzeitig ärgern sie sich über sendungen in hochdeutsch... das passt nicht zusammen, oder?!

  • martin am 20.12.2017 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    wir brauchen srf

    ich schau kein srf, höhre selten srf3... und doch bin ich überzeugt, dass wir unse subventionierte srf brauchen! nur durch werbung und interessenverbände finanzierte medien sind entweder inhaltlos oder politisch gefärbt...ohne kontrollinsanz!

  • Renzi am 20.12.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Schliessmuskel statt Sternstunden

    Die Goldbachschen Bots und Trolle geben keine Ruhe...Gebührenfinanzierter Rundfunk gehört zu einer funktionierenden Demokratie, hoffentlich auch für die Vertreter von Schweizer Parteien, die sich offenbar mehr für «Schliessmuskel» als für «Sternstunden» interessieren.

  • Berner Bär am 20.12.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Relativ wenig!

    105 Stunden verteilt auf rund 250 Tage, an denen das Telesguard gesendet wird, das mach gerade mal 25,2 Minuten... Keine Riesenleistung!

    • Wombatli am 20.12.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Brille aufsetzen!

      Mit einer anderen Brille betrachtet: Ich sehe auf Knopfdruck während 25 Minuten mindestens 4-5 Geschichten aus dem rätoromanischen Sprachgebiet. Mit spannenden Leuten, die ich im wirklichen Leben nicht einfach so husch, husch, besuchen kann. Tolle Leistung, passt!

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  • Ed am 20.12.2017 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Das geht auch günstiger..

    Das sind simpel gerechnet CHF 69000.- pro Tag??

    • petra am 20.12.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      günstiger

      es ginge schon, wenn man wollen würde

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