Abstimmungen

17. Oktober 2018 07:50; Akt: 17.10.2018 07:50 Print

Das müssen Sie über die Hornkuh-Initiative wissen

Bald stimmen wir darüber ab, ob Bauern Geld vom Staat bekommen, wenn sie Kühen und Ziegen ihre Hörner lassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Armin Capaul hat 120'859 Unterschriften für die Hornkuh-Initiative gesammelt. «Man muss die Subventionen nur anders verteilen, dann bleibt genügend Geld für ganze Kühe», so Capaul. Armin Capaul (l.) und seine Frau Claudia reichten die Initiative «für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere» im März 2016 ein. Capaul ist überzeugt, dass das Volk seiner Initiative zustimmen wird. «Der Zuspruch beim Sammeln der Unterschriften war enorm.» Stimmfreigabe hat der Schweizer Bauernverband mit Präsident Markus Ritter (im Bild) beschlossen. Kühe ohne Hörner entwickeln häufig einen Buckel am Kopf. Enthornt werden die Kälber in den ersten drei Wochen nach der Geburt mittels eines mehrere Hundert Grad heissen Brennstabes. Die Hornanalgen werden so ausgebrannt. Laut Christine Künzli von der Stiftung Tier im Recht muss das Tier vorgängig betäubt werden. Verboten sind in der Schweiz das Kürzen (Kupieren) des Schwanzes bei Schweinen und der Schnäbel bei Hühnern ebenso wie der Ohren bei Hunden. Mountain farmer Armin Capaul on a meadow with his cows, pictured on May 27, 2016, in Perrefitte near Moutier in the canton of Berne, Switzerland. Capaul contends for cows and goats with horns on Swiss pastures. (KEYSTONE/Manuel Lopez) ....Bergbauer Armin Capaul mit seinen Kuehen auf einer Wiese, aufgenommen am Freitag, 27. Mai 2016, in Perrefitte bei Moutier im Kanton Bern. Capaul kaempft fuer Kuehe und Ziegen mit Hoerner auf Schweizer Weiden. (KEYSTONE/Manuel Lopez) Armin Capaul ist selbst Bauer. Die Gegner führen an, dass Kühe mit Hörnern oft im Stall angebunden werden müssten.

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Worum gehts bei der Abstimmung vom 25. November?
Heute hat gemäss dem Bund nur noch rund jede vierte Kuh in der Schweiz Hörner. Die IG Hornkuh um Bergbauer Armin Capaul will Gegensteuer geben: Ihre Hornkuh-Initiative verlangt, dass der Bund die Halter von Kühen und Ziegen mit Hörnern subventioniert. Ein Verbot der umstrittenen Enthornung sieht die Initiative nicht vor.

Wer ist dafür, wer dagegen?
Noch haben nicht alle Parteien die Parolen gefasst. Dafür sind SP, EVP sowie diverse Organisationen wie der Schweizer Tierschutz oder Bio Suisse. Der Bauernverband hat Stimmfreigabe beschlossen. Gegen die Initiative haben sich Bundesrat und Parlament ausgesprochen. Auch SVP, FDP und BDP lehnen sie ab.

Welche Argumente haben die Befürworter?
Für die Initianten stellt das Ausbrennen der Hörner eine Verstümmelung der Tiere dar, die bei Haustieren längst nicht mehr toleriert würden: Das Horn sei ein durchbluteter, von Nerven durchzogener Knochen und ein wichtiges Kommunikationsorgan. Zudem litten Tiere nach dem Enthornen unter Langzeitschmerzen.

Welche Argumente haben die Gegner?
Laut den Gegnern ist die Initiative kontraproduktiv, da sie dem Tierwohl gar zuwiderlaufe: Laut Bundesrat Johann Schneider-Ammann könnten sich Bauern wegen des Beitrags vermehrt dazu entschliessen, behornte Tiere anzubinden, statt hornlose Tiere in Freilaufställen zu halten. Und: Je mehr Tiere mit Hörnern gehalten würden, desto höher sei die Unfallgefahr für Mensch und Tier.

Sind Kühe mit Hörnern glücklicher?
Bei einigen Rinderrassen haben die Tiere keine Hornanlagen mehr. Sind die Hörner nicht weggezüchtet, wird die Wachstumsschicht in den ersten drei Wochen nach der Geburt des Kalbes mit einem Brennstab weggebrannt. Dabei werden die Tiere betäubt. Die Initianten führen eine neue Studie der Universität Bern an, wonach ein Teil der Kälbchen nach dem Enthornen noch Schmerzen habe. Dagegen sehen die Gegner das Tierwohl «nicht übermässig beeinträchtigt».

Wie viel Geld bekämen Bauern, die behornte Tiere halten?
Das ist offen und hängt von der konkreten Umsetzung ab. Die Initianten rechnen damit, dass rund 15 Millionen Franken nötig wären. Sie schlagen vor, dass ein Bauer pro Kuh und Jahr 190 Franken und pro Ziege 38 Franken bekommen soll. Das Geld soll innerhalb des bestehenden Landwirtschaftsbudgets umverteilt werden.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B.Weber am 17.10.2018 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    EX Metzger in Pension

    Hörner sind Fühler schützen die Kühe ,sie werden auch zum Kratzen verwendet Schutz gegen Viehzäune, nach der Schlachtung wurden dann die Hörner abgesägt , an der Hornwurzel lief immer noch Blut aus , eine Kuh ohne Hörner ist wie ein Mann ohne Glied

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  • Bauer am 17.10.2018 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hörner

    Hörner ist bei einer Kuh Natur und soll man den Tieren lassen man schneidet ja den Menschen auch kein Finger ab weil man ja mit 4 auch leben könnte

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  • Michel7 am 17.10.2018 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Für die Initianten stellt das Ausbrennen der Hörner eine Verstümmelung der Tiere dar. Aber ja nicht verbieten sondern nur Geld wollen ;) Man sollte es einfach verbieten oder die bestehenden Subventionen kürzen oder ganz streichen, wer Verstümmelung an Tieren begeht. Aber mehr Geld zahlen sicher nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BigHörnli am 18.10.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv ?

    Laut den Gegnern sei die Initiative "kontraproduktiv". Typisch, es geht wieder einmal mehr nur ums Geld, nicht um Respekt und Achtung vor der Schöpfung. Für uns ist klar, wir werden die Initiative mit einem JA unterstützen. Das Argument, man müsse die Kühe wegen ihrer Hörner anbinden und man könne sie nicht mehr im Stall frei laufen lassen, ist doch wieder einer der verlogenen Behauptungen von Bund und Lobbyisten. Aber auch die Behauptung der User von wegen, es gäbe mehr Subventionen, ist absolut falsch. Nicht mehr, sondern dem Tier Wohl dienende bessere Umverteilung ist richtig.

    • Martin am 18.10.2018 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      Unwahrheiten

      Das Kühe mit Hörner und eine Laufstall Haltung zu Problemen führt ist eine Tatsache. Das mit der Umverteilung ist nur ein Vorschlag, es kann auch ganz anders umgesetz werden.

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  • Irene Krummer am 18.10.2018 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Geld erhalten?

    Warum sollten Geld bekommen? Bezahlen müssten sie!

  • hubi am 18.10.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rieseneuter

    Sah gestern auf einer Weide eine sogenannte Milchkuh...Ein mageres Tier, dass ein riiesiges Euter mittragen muss und kaum gehen konnte. Die konnte die Herbstsonne nicht geniessen auf der Weide.Die konnte sich nicht mal gemütlich hinlegen...Qualzucht ,diese Holsteiner. Und wollen wir diese Milch von diesen armen Krearturen. Wie kann ein Bauer hinter dieser Tierhaltung dahinterstehen ohne schlechtes Gewissen...

  • Hj. Ro am 18.10.2018 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kühe mit Hörner

    Warum sieht man in der Werbung nur natürliche Kühe mit Hörnern und nicht verstümmelte, hornlose Tiere? Bei Hunden ist coupieren von Schwänzen verboten! Wo bleibt der Tierschutz bei den Kühen? Unfälle mit gehörnten Kühen und das Anketten sind billige Ausreden. Zu einer Kuh gehört das Horn, wie zu uns Menschen fünf Finger, obwohl man auch mit vier leben könnte. Ein JA zur Initiative löst hoffentlich bei den Bauern ein Umdenken aus.

  • echte schweizerin am 18.10.2018 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hörner sind toll

    ja nicht. Die Hörner gehören zu den Kühen. Man schneidet ja bei den Männer auch nicht eifach den Penis ab.

    • MannOMann am 18.10.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnentleert

      Das eine hat mit dem anderen nichts gemeinsam.

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