Klimastreik-Bewegung

05. August 2019 17:43; Akt: 05.08.2019 17:43 Print

So reagiert Greta auf die Kritik der Jungen SVP

In Lausanne treffen sich Hunderte Klimastreik-Jugendliche. Die Junge SVP warnt vor Greta Thunberg. Die 16-Jährige schlägt zurück.

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Um was geht es?
450 Jugendliche aus 37 Ländern sind mit dem Zug zum «Smile for Future» in die Gebäude der Universität Lausanne gereist. Sie gehören der Klimastreik-Bewegung an. Mit dem Treffen will sich die Bewegung vernetzen und gemeinsame Ziele erarbeiten. Am Freitagnachmittag gibt es auf dem Bahnhofplatz in Lausanne einen Klimastreik. Die Jugendlichen stimmen über grundlegende Werte, strategische Ziele und Forderungen der Bewegung ab. Am Montag wurde etwa eine europäische Bürgerinitiative vorgestellt, die zum Ziel hat, die EU auf ein Klimaziel festzulegen, das Emissionsneutralität bis 2030 vorschreibt. Die 16-jährige Greta Thunberg, die die Klimastreiks ins Rollen gebracht hat, nimmt ebenfalls teil.

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Wie trat Thunberg auf?
Am Montag stand sie Red und Antwort. Sie gab sich zurückhaltend und betonte, nur ein Mitglied der Bewegung zu sein. «Ich bin keine Anführerin», sagte sie. «Ich kann nur für mich sprechen.» Sie möge es auch nicht, von Kameras umringt zu sein. «Ich muss mich daran erinnern, dass ich das für eine gute Sache mache.»

Was sagte Thunberg?
Im letzten Jahr sei viel passiert, so Thunberg. Aber: «Wir sind immer noch auf Feld 1. Es gibt noch sehr viel zu tun.» Würden die Leute erst einmal begreifen, wie ernst die Situation sei, würden sie die Bewegung unterstützen. Schuld am Klimawandel sei das System, nicht einzelne Politiker: «Wir sollten gegenüber einzelnen Politikern keinen Hass hegen», sagt Thunberg. Die Last, die den Jugendlichen der Klimabewegung aufgebürdet werde, sei zu hoch: «Für uns Kinder ist das zu viel Verantwortung. Es braucht Erwachsene, die uns helfen und Last abnehmen.»

Was sagen Schweizer Teilnehmer?
Andri Gigel (19) ist ein Teilnehmer aus der Schweiz. Es gehe um den Austausch und künftige internationale Zusammenarbeit – etwa bei längeren Streiks über mehrere Tage in mehreren Ländern oder im Hinblick auf die Klimakonferenz Ende 2020, in deren Vorfeld man als geeinte und schlagkräftige Bewegung auftreten wolle. Andererseits stehe die Erarbeitung gemeinsamer Forderungen im Vordergrund. «Es geht etwa um die Frage, bis wann Europa emissionsneutral sein soll, um den Aufbau eines europäischen Nachtzugnetzes oder die Mobilisierung für Streiks.» Während die Bewegung in der Schweiz schon Streiks mit Zehntausenden Teilnehmern organisiert habe, gebe es in osteuropäischen Ländern noch Bewegungen, die fast keine Unterstützer hätten. «Für viele ist es das erste Mal, dass sie mit so vielen Klimajugendlichen zusammenkommen.» Die Klimakrise sei ein globales Problem, sie könne nur mit Zusammenarbeit über Grenzen hinaus gelöst werden.

Gibt es Kritik?
Die Junge SVP hat gestern in einer Medienmitteilung vor «Smile for Future» gewarnt. Es handle sich um «Hardcore-Jungsozialisten», die den Systemwechsel propagierten. Hinter Greta Thunberg stehe ein sozialistisches Netzwerk, die Komplexität von Wirtschaft und Gesellschaft werde aussen vor gelassen. Die Partei spricht von«billigem Ökopopulismus». Die Ziele der Bewegung seien weder umsetzbar noch von der Bevölkerung akzeptiert. Die Jungpartei sieht den Fortschritt und Wohlstand gefährdet.

Was sind die Reaktionen darauf?
Greta Thunberg wurde auf die Aussagen der Jungen SVP angesprochen. «Ich bin sehr gefährlich», sagte sie lachend. Sie verstehe nicht, weshalb die Bewegung als Bedrohung wahrgenommen werde, da sie sich auf die Wissenschaft stütze. Die Reaktion zeige aber, dass die Klimabewegung Einfluss habe und die Partei glaube, sie zum Schweigen bringen zu müssen.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schindler's Fist am 05.08.2019 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    es ist nicht Greta selbst die nervt

    sondern der Kult um sie herum den die Medien aufgebaut haben und bis zum geht nicht mehr hypen

    einklappen einklappen
  • Denker am 05.08.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absurdes Theater

    Wenn Leute ein Kind wie eine Heilige feiern, dann läuft etwas gewaltig schief....

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  • hpzlangnau am 05.08.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mobil

    Spätestens in 3-4 Jahren werden auch sie Auto fahren oder sitzen in einem Flugzeug.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • tackle am 06.08.2019 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht um Billionen von CH Fr oder Dollar

    Greta nervt nicht nur es geht um Billionen, um welche wir betrogen werden; es geht um unsere Freiheit: Autofahren Fliegen, Fleischessen Kinder haben Haustiere usw. Das alles soll angeblich Klima schädigend und bald Verboten oder stark eingeschränkt werden.

  • bruno am 06.08.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    greta hype....

    klimaschutz ist gut... aber am richtigen ort die bestmöglichen massnahmen... und da ist noch einiges potential vorhanden ( china/indien etc.... bei uns bei den letzten 5% grossaufwand zu betreiben geht aber halt einfacher, eeils uns einfach momentan noch gut geht..... übrigends..... wieso nimmt greta nicht mal die jugendlichen treibhaussünder die bei jeder gelegenheit herumjetten, bei jeder demo nur sachschaden und unruhe produzieren aufs korn.... weils nicht populär wäre und ihren irrwitzigen hype stoppen würde und den medien den wind aus den segeln nimmt... genau darum geht es, liebe leute... schlaft gut....

  • Manfred Lohnbauer am 06.08.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaaktivismus

    Mich nervt der aktuelle Klimaaktivismus auch, weil er dazu missbraucht wird, durch die Hintertür einen diktatorischen Verbotsstadt links-grüner Prägung durchzusetzen. Tatsächlich wird das Klima momentan wärmer. Wie viel der Mensch dazu beiträgt, ist allerdings umstritten. Eine Abkehr von der Verbrennung fossiler Energieträger wird aber schon alleine deshalb nötig sein, weil deren Vorräte zu Ende gehen. Es sind technische Innovationen gefragt, z.B. die Erzeugung klimaneutraler Treibstoffe. Mit einer wissenschafts- und technikfeindlichen Haltung wird das aber nicht möglich sein.

  • Frohnatur am 06.08.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht beim Segeln!

    Segelturns sollen nicht ungefährlich sein, habe ich gehört. Da ist schon manch einer unfreiwillig Fischfutter geworden. Wär ja schade, wenn der Hype so enden würde.

  • Eigener am 06.08.2019 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein

    Forscher! Habe herausgefunden wie leicht gläubig und beeinflussbar einige Leute sind, vor allem Studenten die nichts kennen als das was auf dem Papier steht,und dann xxx mal erzählen bis sie es selber glauben