Game-Experte

19. Dezember 2018 15:27; Akt: 19.12.2018 15:27 Print

«‹Fortnite› fördert vernetztes Denken»

von A. Peterhans - «Alles kann spielsüchtig machen», sagen Game-Experten. «Fortnite» fördere strategisches Denken und rüste die Jugend für die digitale Zukunft.

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Das kostenlose Shooterspiel «Fortnite» ist beliebt wie kaum ein zweites: 200 Millionen registrierte Spieler zählen die Betreiber mittlerweile. Die jüngst veröffentlichte «James»-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt auf: Von den 12- bis 19-Jährigen gamt rund ein Fünftel täglich. Gregor Meyer ist Gründer und Geschäftsführer von SwissSMP.ch Gaming & eSport Community. SwissSMP.ch ist mit mehr als 5000 registrierten Mitgliedern die grösste Schweizer Gaming-Community. Gemeinsame Erfolge im Spiel zu feiern, sei herausfordernder als allein und ein dafür umso belohnenderes Gefühl, sagt Meyer. Sie organisieren regelmässig Online- und Offline-Events wie Turniere, Public Viewings im Kino, ein Lasertag oder Pizzaessen und nimmt an LAN-Partys teil. Für die Gaming-Community ist nicht «Fortnite» das Problem. Das Spiel rüste Jugendliche auch für die Zukunft. «Spieler können an Turnieren teilnehmen und sich so mit anderen kompetitiven Spielern messen. ‹Fortnite› glänzt mit kurzen Spielrunden: Es kann zwischen den Alltagstätigkeiten häufiger als andere Spiele gestartet werden», sagt Meyer. «‹Fortnite› fördert das vernetzte und taktische Denken. Spieler können nicht einfach drauflosrennen und hoffen, zu gewinnen. Es sind blitzschnelle Reaktionen und eine gute Auffassungsgabe gefragt, um im Spiel richtig gut zu werden», sagt der Game-Experte. Abhängig könne alles machen, was viel Spass bringe und unbegrenzt sowie jederzeit verfügbar sei. Auch Whatsapp, TV oder Videos und Streaming, so Meyer.

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«Fortnite» ist zurzeit das beliebteste Game. Das Spiel stand wegen des hohen Suchtpotenzials in der Kritik. Gregor Meyer ist Gründer und Geschäftsführer von SwissSMP.ch Gaming & eSport Community. SwissSMP.ch ist mit mehr als 5000 registrierten Mitgliedern die grösste Schweizer Gaming-Community.

Herr Meyer, wieso kommt «Fortnite» so gut an?

«Fortnite» ist kostenlos und wird als unbedenklich ab 12 Jahren eingestuft. Der bunte, comicartige und verspielte Stil spricht besonders die jüngere Generation an. Die meisten beginnen mit dem Spiel, um im Freundeskreis mitspielen und mitreden zu können. Youtuber und Streamer verstärken den Hype. Spieler können an Turnieren teilnehmen und sich so mit anderen kompetitiven Spielern messen. Neue coole kosmetische Ausrüstungsgegenstände können, je länger gespielt wird, durch Levelaufstiege oder direkt im Spiel gegen echtes Geld (Mikrotransaktionen) erlangt werden. Mit diesen können Jugendliche vor Kollegen angeben. «Fortnite» glänzt mit kurzen Spielrunden: Es kann zwischen Alltagstätigkeiten häufiger als andere Spiele gestartet werden.

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Was sagen Sie dazu, dass das Spiel abhängig machen soll?
«Fortnite» macht nicht mehr als andere Games abhängig. Es erhält jetzt mehr Aufmerksamkeit, weil es ein sehr populäres Spiel ist. Abhängig kann alles machen, was viel Spass bringt und unbegrenzt sowie jederzeit verfügbar ist. Siehe zum Beispiel die sozialen Medien, Whatsapp, Internet, TV und Videos/Streaming. Games lassen einen für kurze Zeit das richtige Leben und unangenehme Gefühle vergessen. Früher sassen Jugendliche am Abend mit der Familie vor dem Fernseher. Heute sitzen viele Jugendliche zu Hause und spielen mit den Kollegen über Voice Chat verschiedene Games. Der Suchtgefahr kann entgegengewirkt werden: Die Medienkompetenz und Eigenverantwortung der Jugendlichen sollten mehr gefördert werden. Hier sind vor allem die Eltern gefragt. Eltern müssen wissen, was und wie viel ihre Kinder gamen, und sie etwa mit Regeln beim gesunden Umgang mit den Medien unterstützen.

Hat «Fortnite» auch Vorteile für die Jugend?
«Fortnite» fördert das vernetzte und taktische Denken. Spieler können nicht einfach drauflosrennen und hoffen, zu gewinnen. Es sind blitzschnelle Reaktionen und eine gute Auffassungsgabe gefragt, um im Spiel richtig gut zu werden. Jugendliche lernen, in Stresssituationen mit anderen Menschen umzugehen. Hierbei ist das richtige Umfeld nötig.

Was gefällt Ihnen als Community am Gamen?
Unserer Community gefällt es, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zusammen mit Bekannten statt mit fremden oder von Computern gesteuerten Spielern die Spiele zu erfahren. Gemeinsame Erfolge im Spiel zu feiern, ist herausfordernder als allein und ein dafür umso belohnenderes Gefühl.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gérard am 19.12.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielzeit kontrollieren

    9-Jährige, stundenlang spielen? Als Vater trage ich die Verantwortung. mein 9-Jähriger Sohn hat eine Spielzeit von 30 Minuten pro Tag, danach ist fertig und der Laptop wird heruntergefahren. Da kann er jammern, bis er gelb wird, aber dafür muss er nicht in psychiatrische Behandlung.

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  • Ralf K. am 19.12.2018 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja Pech Keule

    Seit Fortnite gingen die Schulnoten flöten und das Kinderschutzprogramm wurde ausgetickst um länger zocken zu können. Ich habe Sohnemanns PC in Einzelteile zerlegt und im Keller eingelagert. Seither gibt's Fortnite nur noch als Let's Play auf YouTube. Die Maßnahme ist solange in Kraft bis die Schule wieder wichtiger wird.

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  • TheRealSchnauz am 19.12.2018 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Das Spiel ist so dumm.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 19.12.2018 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fördert vernetztes Denken

    Ja. Absolut. Ganz genau

  • Tim am 19.12.2018 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    So lange

    Ich bin 12j alt und Game nur wen ich es darf und zuerst die Hausaufgaben gemacht habe nur dan darf ich an die console etwa1-2 h dank meinen Eltern

  • Rigorosa am 19.12.2018 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Mitgamen

    Die etwas andere Lösung: Mama spielt mit, denn ihre Erziehungsmethode und Intelligenz entsprechen in etwa diesem Level. Und Sprössling ist zufrieden und hat gewonnen. Wo kommen wir hin, wenn Kinder ihre Eltern erziehen und bei Nichtgelingen auch noch der Therapeut ran muss? Ich sag's ja schon seit eh: Es gibt viele Leute, die sollten einfach keine Kinder auf die Welt setzen, die sind schon mit sich selbst überfordert.

  • Medienpädagogin am 19.12.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Inkompetente Aussagen

    Ich finde es immer witzig wenn Leute aus der Gameindustrie, die weder eine Ahnung von Pädagogik, Psychologie oder Mediendidaktik haben, solche falschen Aussagen machen. 1. Süchtig machen Dinge, die im Gehirn einen kurzfristigen, intensiven Belohnungseffekt erzeugen. Solche Spiele werden so entwickelt, dass sie genau diesen Effekt verursachen, also süchtig machen. 2. Nur weil ein Spiel eine Strategie erfordert, heisst das noch lange nicht, dass es aktiv strategisches Denken fördert. 3. Insider-jokes und memes sind keine bedeutsamen Voraussetzungen für Freundschaften.

  • ... am 19.12.2018 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow...

    ...da haben ja die Eltern versagt! Spielekonsum bzw Medienkonsum ist in diesem Alter Erziehingssache!