Hautkrebs

24. Juni 2019 17:52; Akt: 24.06.2019 17:52 Print

Das sind die gefährlichsten Bräunungsmythen

Schweizer haben öfter Hautkrebs als alle anderen Europäer, trotzdem wollen viele nicht aufs Sonnenbad verzichten. Eine Expertin erklärt, ob gefahrlos Bräunen überhaupt möglich ist.

Das sind die gefährlichsten Bräunungsmythen.
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Ab Montag gibts in der Schweiz Temperaturen über 30 Grad: Ob beim Baden oder daheim im Garten – viele legen sich bedenkenlos in die Sonne, um möglichst rasch einen braunen Teint zu kriegen. Das birgt Gefahren. Die Schweiz ist ein «Hochrisikoland» für Hautkrebs.

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In den letzten 30 Jahren haben sich die Fälle laut der Krebsliga mehr als verdoppelt. 2700 Schweizer erkranken pro Jahr an schwarzem Hautkrebs: 320 sterben daran, 190 davon sind Männer. Ein absoluter Spitzenwert in Europa.

Mehr Hautkrebs in Gebirgsländern

Hauptursachen sind Freizeitverhalten und Sorglosigkeit: Viele haben einen hellen Hauttyp, aber cremen sich nicht ein, obwohl sie an sensiblen Orten unterwegs sind – beim Wandern, Biken und Skifahren in den Bergen oder bei Badeferien am Strand. Sind wir schlicht zu unvorsichtig?

«Ja, die Schweizer schützen ihre Haut generell zu wenig», sagt Jürg Hafner von der Dermatologischen Klinik an der Uni Zürich. Die Topografie spiele ebenso eine Rolle. «Hautkrebs kommt in gebirgigen Ländern häufiger vor. Die UV-Belastung nimmt in höheren Lagen stark zu», so Hafner.

«Heute wird Hautkrebs grösstenteils bei älteren Generationen diagnostiziert, die sich noch mit Melkfett einrieben, um schnell braun zu werden», ergänzt Luca Toneatti von der Krebsliga. Die Folgen seien ihnen kaum bekannt gewesen. Immer öfter tritt Hautkrebs aber auch bei Jüngeren auf. Rund ein Viertel der Schweizer mit einem Melanom ist unter 50.

Gefährliche Hilfsmittel für schnelle Bräune

Denn auch heute greifen noch viele auf fragwürdige Hilfsmittel zurück, um die winterliche Blässe möglichst schnell abzulegen. Vorbräunen, die Haut peelen oder Kokosöl einreiben: Doch diverse Tipps für eine schnelle Bräune sind trügerisch bis gefährlich. Mirjam Nägeli, Oberärztin an der Dermatologischen Klinik Zürich, die Krebsliga und Hautärzte der Schweizer Gesellschaft für Dermatologie lösen die Mythen auf.

Mythos 1: Beta-Carotin

Gemüse und Obst essen: Beta-Carotin bietet Sonnenschutz und hilft der Haut, schneller braun zu werden. Rüebli, Tomaten, Peperoni und Aprikosen enthalten viel Beta-Carotin.
Das sagen die Experten: «Um eine Wirkung zu erzielen, müsste man sehr, sehr viel davon essen. Effektiver sind konzentrierte Präparate, wobei diese manchmal einen Orangeton verursachen. Eine zu hohe Konzentration kann aber die Leber belasten.»

Mythos 2: Peeling vor Sonnenbad

Vor dem Sonnenbad ein sanftes Peeling lässt die Haut schneller und gleichmässiger braun werden.
«Tote Haut gehört zum natürlichen Sonnen- und UV-Schutz. Sie sollte nicht mittels Peeling entfernt werden, der Einfluss auf den Bräunungseffekt ist zudem eher gering. Durch gute Hautrückfettung und Aftersun-Pflege kann die Bräune aber eventuell länger erhalten bleiben.»

Mythos 3: Vorbräunen im Solarium
Wer schon angebräunt in die Sonne liegt, kriegt weniger häufig einen Sonnenbrand.
«Keineswegs, diese hauptsächlich durch UVA verursachte Schnellbräune schützt nicht vor Sonnenbrand. Sie schadet sogar der Haut, da man unkontrollierte Dosen verwendet. Solarienbesuche können Krebs verursachen und führen zu vorzeitiger Hautalterung.»

Mythos 4: Mit der Luftmatratze aufs Wasser

Wasser reflektiert Sonnenstrahlung zusätzlich. Wer sich auf einem Boot befinden oder der Luftmatratze auf dem Wasser treiben lässt, wird schneller braun.
«Wasser kann wegen der Reflektion die UV-Strahlung um bis zu 30 Prozent verstärken, bei Schnee sind es gar bis zu 90 Prozent. Dabei ist besondere Vorsicht geboten: Die höhere UV-Belastung führt zu viel schnellerem Sonnenbrand. Eine Creme mit besonders hohem Schutzfaktor oder entsprechende Kleidung sind daher eminent wichtig.»

Mythos 5: Oliven- oder Kokosöl einreiben

Oliven- und Kokosöl pflegen nicht nur die Haut, sondern fördern den Bräunungsprozess.
«Diese beiden Öle sollte man besser in der Küche lassen. Sie fördern nicht den Bräunungsprozess, sondern vor allem Sonnenbrand.»

Mythos 6: Selbstbräuner

Sie verpassen jedem im Nu eine schöne Bräune und schützen auch minimal.
«Sie schützen nicht vor Sonnenbrand, man muss sich genauso eincremen. Aber Selbstbräuner – in Form von Cremes oder Sprays – sind neben Make-up die einzige 'gesunde' Variante, schnellstmöglich einen braunen Teint zu erlangen.»

(rol)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel am 24.06.2019 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Statistiken

    gibts denn eine Befragung unter Hautkrebspatienten über ihr Verhalten an der Sonn? Wie oft waren sie an der Sonne? Wie oft hatten sie Sonnenbrand? Wie haben sie sich geschützt? In welcher Höhenlage lebten sie? Solche Statistiken wären nützlicher als hier irgendwelche Mythen aufzuzählen, die eh kaum einer macht.

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  • Fuchs am 24.06.2019 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Melanom

    Ich hab vor gut einem Jahr Diagnose Hautkrebs bekommen das Melanom war unten an meiner Fusssohle. Warum und wieso auch immer. Ich wünsche es niemandem sowas mitzumachen.. Die Ferse wurde fast vollständig entfernt und nach einen Jahr bin ich glücklicherweise ohne Metastasen. Die Angst bleibt und es wird noch einige Jahre dauern dass ich als geheilt gelte... Immerhin muss ich nun nur noch alle 6monate zum Bluttest.. Diese Warterei bis zum Ergebnis ist einfach ätzend und nervenaufreibend.. Ich liebe die Sonne und geniesse sie im Schatten mit Sonnenschutzfaktor 50.Nicht alle hatten so viel Glück wie ich... BITTE Passt auf euch auf und kontrolliert eure Haut von Kopf bis Fuss!!

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  • huschmie am 24.06.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faktor 70 benutzen

    Ich musste schon einige Basaliome (weisser Hautkrebs) entfernen lassen. Seither venutze ich bei Sonnenschein Creme mit Schutzfaktor 70. Den Aufenthalt an der Sonne lasse ich mir aber nicht nehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno am 25.06.2019 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonne ist gut

    Liebe Menschen Schaltet euer Verstand ein Kein guter Gärtner setzt seine Pflanzen die er im Winter im Haus hatte im Frühjahr direkt in die pralle Sonne Es verbrennt sonnst und stirbt Zuerst in den Schatten oder bei bewölktem Himmel Wir Menschen reagieren ähnlich nur langsamer Dazu waschen wir uns zu oft mit falschen Mitteln und zerstören unsere natürliche Haut Flora Das führ schon oft zu Haut Problemen Dazu Sonnencreme chemisch mit Micropartikel die die Haut aufnimmt ! Die Haut ist unser grösstes Organ Gebt ihm sorge Wir brauchen die Sonne aber gebt sorge

  • Don Sol am 25.06.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Faktor 1

    Sonnencreme ist etwas für Feiglinge.

  • Dani am 25.06.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht!

    Es gibt auch Hautkrebs unabhängig von der erhaltenen Sonneneinstrahlung. Zum Beispiel "Dermatofibrosarkom protuberans". Trotzdem ist in Sachen Sonne höchste Vorsicht geboten!

  • Joe Pereda am 25.06.2019 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis

    Das man sich bei Outdoor-Aktivitäten schützen muss ist klar. Aber das teils stundenlange rösten in der Sonne nur um geröstet zu sein ... um Herrgottswillen. Das macht ja schon von der Hitze her keinen Spass.

  • Jugni am 25.06.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braun werden um jeden Preis!!

    wenn man schon braun werden möchte sollte es im Schatten versuchen.Aber hier in der Schweiz dauert es zu lange bis man einwenig braun wird.Darum machte ich im Mai 19 Badeferien in Ras Al khaimah das war sehr schön vorallem das Meer.Und ich war meistens im Schatten.Und immer eincremen.

    • vätu am 25.06.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jugni

      im schatten eincremen? man kanns auch übertreiben. dafür hast du einen vitamin d mangel und krebs von der sonnencrene. haha, ätsch

    • Günni am 25.06.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      @vätu

      Sie standen wohl auch zu lange in der prallen Sonne ohne Kopfbedeckung. Mal ganz davon abgesehen, dass auch im Schatten bis zu 90% aller UV Strahlen die Haut erreichen: UV Strahlen hören nämlich dort auf wo das Sonnenlicht aufhört.

    • Zoe Bachmann am 25.06.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Mach ich auch!

      Da die Mehrhwit derSchweizer eh nicht mehr hellhäutig ist, macht das Sinn. Man fällt dann nicht mehr so auf!

    • Jugni am 25.06.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @vätu

      man muss trotzdem sich eincremen auch im Schatten kann man sich leicht verbrennen.Vorallem.menschen mit hellen Haut.Aber jedem das seine.

    • Jugni am 25.06.2019 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Günni

      Wennan zu lange in der Sonne ist kann das Blut dick werden und es so kommt es zum Hitzschlag darum immer viel trinken und eine Kopfbedeckung und auch Mal im Schatten aufhalten.

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