Pornobilder und Comics

01. Mai 2018 21:28; Akt: 01.05.2018 22:13 Print

All das steckte schon in Abstimmungscouverts

Wahlhelfer finden bei Abstimmungen nicht immer nur die entsprechenden Unterlagen vor. In Genf lag auch schon ein Pizzastück im Umschlag.

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Manchem Schweizer scheint das blosse Ausfüllen des Stimmzettels zu langweilig zu sein. In Genf fanden die Behörden in den Wahlunterlagen schon einige Male die Namen von Einstein, Vivaldi oder Hitler. Auch Zeichnungen sind immer wieder dabei. «Bei den Kantonsratswahlen Mitte April hat jemand sämtliche Parteilisten ins Couvert gesteckt und somit hundert Kandidaten gewählt», erklärt Patrick Ascheri, Direktor Abteilung Abstimmungen und Wahlen. Für alle Parteien zu stimmen sei jedoch nicht zulässig.

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Ein anderer Stimmbürger hat in einer Liste einen Namen eingekreist und dazu geschrieben: «Sicher nicht er!» Generell seien Kommentare, Beschimpfungen und Gekritzel gang und gäbe. Gültig seien solche Stimmzettel nicht.

Hunderternote im Couvert

Doch die Wahlhelfer fanden noch kuriosere Dinge in den Umschlägen. «Die Leute haben uns schon Couverts ohne Stimmzettel geschickt, dafür mit einem Taschentuch oder WC-Papier drin», erklärt Ascheri. Und: «Bei den Wahlen vor zwei Wochen hat jemand ein Pizzastück reingesteckt.» Ein anderes Mal habe man ein pornografisches Bild gefunden, das auf die Liste geklebt worden war.

Auch in der Deutschschweiz finden Wahlhelfer immer wieder Kurioses in den Couverts. «Es kommt oft vor, dass Kaffee- oder Konfitüren-Flecken auf den Abstimmungs-Dokumenten vorzufinden sind», sagt Stephan Wenger, Sekretär des Stimmbüros Stadt St. Gallen. Eine Hunderternote mit Dank an das Stimmbüro ist auch schon zugeschickt worden. Zudem zeichnen die Stimmberechtigten gelegentlich Comic-Figuren wie zum Beispiel Mickey Mouse auf das Abstimmungsmaterial. «Ich denke, die Menschen machen das aus Spass oder Langeweile.» In St. Gallen machten solche Zeichnungen die Stimmzettel aber nicht ungültig.

Versehentlich Goldbarren mitgeschickt

In Bern tauchen ebenfalls regelmässig originelle Wahlzettel auf, wie Vizestadtschreiberin Monika Binz erklärt. «So hat bei den Grossratswahlen 2018 eine Wählerin oder ein Wähler zum Beispiel Lisa Simpson auf einen Wahlzettel gezeichnet – und auch gewählt.» Oft würden auch Zeichnungen auf den Zetteln gefunden, die von den Namen der Kandidaten abgeleitet sind. Bei Abstimmungen gebe es solche kreativen Einsendungen jedoch kaum.

In der Stadt Zürich wurde 2012 in einem Couvert ein Goldbarren gefunden, schrieb der «Tages-Anzeiger» 2014. Dieser war jedoch versehentlich dort hineingeraten. Seither gab es keine solchen Funde mehr. «Zwar erreichen auch uns zuweilen liebenswürdige Zeichnungen, kritische Rückmeldungen auf einem Stimm- oder Wahlzettel und fantasievolle Namen auf leeren, nicht mit den Namen der Kandidierenden vorgedruckten Wahlzetteln», erklärt Stefan Mittl, Leiter Abstimmungen und Wahlen. «Im Verhältnis zu den durchschnittlich insgesamt rund 110'000 Stimmabgaben pro Urnengang nehmen diese Beiträge jedoch einen verschwindend kleinen Anteil ein.»

(dr/wsa/vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marko 33 sein Sohn am 01.05.2018 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachahmer

    Dadurch das man das jetzt in den Medien publik macht, kann man sich sicher sein das es viele Nachahmer geben wird. Viel Spass dann am 10 Juni.

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  • Krautwickel am 02.05.2018 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheit

    Nun wundert es nicht mehr, dass immer die grössten Comikfiguren gewählt werden.

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  • G.V. am 01.05.2018 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und ich mache mir Sorgen darüber...

    ...ob man zuerst den Vor- oder den Nachnamen schreiben soll.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Teutates am 02.05.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Nach der MEI-Abstimmung ist das auch

    die einzig richtige Reaktion! Ich stimme auch nicht mehr ab.

  • Herr Lutz am 02.05.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Da tun sich schon Fragen auf

    Also bei Bild Nr. 2 frage ich mich schon, warum der oberste Wahlzettel ungültig sein soll? Weil keine näheren Angaben gemacht wurden? Es handelte sich dabei um zwei offizielle und öffentlich bekannte Kandidaten. Da sind solche Angaben eigentlich nicht zwingend, die Personen sind eindeutig bestimmbar.

  • Laura am 02.05.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Finde das zum Schämen

    Tragisch. In anderen Ländern sterben Menschen im Kampf für das Wahlrecht. Und wir nehmen es grösstenteils nicht in Anspruch oder machen uns darüber lustig. Schämt euch!

    • Student am 02.05.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wahlrecht, wertvoll oder nicht?

      Das Wahlrecht besitzt nur an Wert, wenn die Regierung eine helfe Hand benötigt und diese will. In China zb wo du abstimmen kannst, aber es keine Auswirkungen hat, ist das Wahlrecht wertlos. In einem Land, wo die Regierung macht, was das Volk gerne hätte und einen Draht zum Volk hat, ist das Wahlrecht auch überflüssig. Und hier, wo einige sagen, dass die Politiker machen was sie wollen, so scheint für diese Menschen das Wahlrecht auch überflüssig.

    • Der Nicht Wähler am 02.05.2018 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ich find's lustig

      Pffff Wahlrecht. Ja ja denken Sie nur sie hätten Stimmrecht.....

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  • Roger am 02.05.2018 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Online

    Ich stimme erst wieder wenn mann es online machen kann, was aufs papier zu schreiben ist sltmodisch und past nicht mehr in die heutige zeit.

  • Ruedi am 02.05.2018 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Viele Bürger anderer Länder würden sich die Finger lecken ob unserer politischen Rechte und der direkten Demokratie. Und was machen wir hier? Werfen unsere Stimme achtlos weg für solchen Blödsinn...