Jugend und Sport (J+S)

10. November 2019 16:53; Akt: 10.11.2019 16:53 Print

Datenbank des Bundes kostet 13 Mio. Fr. mehr

Für die Verwaltung der Organisation der J+S-Kurse schaffte der Bund ein neues Programm an. Doch der Preis für dieses wuchs ins Unermessliche.

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Faustball, Orientierungslauf, Geräteturnen oder Pfadilager – mit der Unterstützung von Organisatoren, die diese und weitere Sportarten anbieten, fördert der Bund seit 1972 die Schweizer Jugend im Sport. 37000 Kinder nahmen laut J+S-Webseite allein im Jahr 2018 an solchen Kursen und Lagern teil. Die dementsprechend grosse Organisation wird bislang über die Nationale Datenbank für Sport verwaltet, so der «Beobachter». Diese sei veraltet und somit habe das Bundesamt für Sport im Jahr 2017 einen Kredit von 11,2 Millionen Franken gesprochen, mit dem ein neues Verwaltungsprogramm angeschafft werden sollte. Im Jahr 2018 sei dann plötzlich aufgefallen, dass die neue Applikation um einiges teurer werden würde. Der Betrag liegt knapp 5 Millionen Franken über dem gesprochenen Kredit aus dem Jahr 2017. Dem «Beobachter» liege nun ein Dokument vor, aus dem ersichtlich werde, dass das Programm den Bund nun noch viel teurer zu stehen kommt. Ganze 24,4 Millionen Franken werde es nun kosten. Doch auch bei diesem Betrag könnte es eventuell nicht bleiben: «Innerhalb des Budgets sind noch einige Posten vorhanden, die heute noch nicht final geschätzt werden können», heisst es im Dokument. Sprecher Christoph Lauener bestätigt die massiv höheren Kosten gegenüber dem «Beobachter». Brisant daran ist auch, dass bereits im Jahr 2016 aufgrund einer Marktanalyse bekannt war, dass es wahrscheinlich wesentlich günstiger wäre, wenn das Bundesamt für Sport auf eine bereits bestehende Applikationslösung zurückgegriffen hätte, anstatt extra eine neue Datenbank zu entwickeln.

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Faustball, Orientierungslauf, Geräteturnen oder Pfadilager – mit der Unterstützung von Organisatoren, die diese und weitere Aktivitäten anbieten, fördert der Bund seit 1972 den Schweizer Jugendsport. 37'000 Kinder nahmen laut J+S-Website allein im Jahr 2018 an solchen Kursen und Lagern teil.

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Die dementsprechend grosse Organisation werde bislang über die Nationale Datenbank für Sport verwaltet, so der «Beobachter». Diese sei veraltet und somit habe das Bundesamt für Sport im Jahr 2017 einen Kredit von 11,2 Millionen Franken gesprochen, mit dem ein neues Verwaltungsprogramm angeschafft werden sollte.

Unangenehme Erkenntnis

Im Jahr 2018 sei dann plötzlich aufgefallen, dass die neue Applikation um einiges teurer werden würde. Denn die Firma, die den Zuschlag aufgrund des Ausschreibungsverfahrens erhalten hatte, habe diese für 16,06 Millionen Franken offeriert. Der Betrag liegt damit knapp fünf Millionen Franken über dem gesprochenen Kredit aus dem Jahr 2017.

Dem «Beobachter» liege nun ein Dokument vor, aus dem ersichtlich werde, dass das Programm den Bund nun noch viel teurer zu stehen kommt. 24,4 Millionen Franken werde es nun kosten. Dies aufgrund unterschiedlicher Faktoren wie eines teureren Angebots des Zuschlagsempfängers, Projektverzögerungen sowie der Klage eines unterlegenen Mitbewerbers.

Massiv höhere Kosten

Doch auch bei diesem Betrag könnte es eventuell nicht bleiben: «Innerhalb des Budgets sind noch einige Posten vorhanden, die heute noch nicht final geschätzt werden können», heisst es im Dokument. Sprecher Christoph Lauener bestätigt die massiv höheren Kosten gegenüber dem «Beobachter». Doch er sagt, dass vor der Ausschreibung des Auftrags «keine verlässlichere Schätzung» möglich gewesen sei, die Kosten damals deshalb «massiv unterschätzt» worden seien.

Brisant daran ist auch, dass bereits im Jahr 2016 aufgrund einer Marktanalyse bekannt war, dass es wahrscheinlich wesentlich günstiger wäre, wenn das Bundesamt für Sport auf eine bereits bestehende Applikationslösung zurückgegriffen hätte, anstatt extra eine neue Datenbank zu entwickeln. Die Kosten einer solchen Standardlösung mit Anpassungen wurden damals vorsichtig auf einen «höheren einstelligen Millionenbetrag» geschätzt.

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Informatiker 1981 am 10.11.2019 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kann doch nicht Wahr sein

    Eine Datenbank um 37000 Kunden Verwalten zu können kostet 12 Mio? Ich bin Informatiker und schreibe das in maximal 3 Monaten!

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  • Seppetoni am 10.11.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stopp der Verschwendung von Steuern.

    Wer kontrolliert eigentlich die Bundesverschwendungen. Auffallend sind die IT-Neuanschaffungen.

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  • Kurt am 10.11.2019 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocker überall

    24 Millionen für eine Datenbank. Da ist dann wohl Maus und Eingabetastatur aus reinem Gold. Ich lang mir nur noch an den Kopf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bürger am 11.11.2019 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Operation Effizienz

    Ich sehe nicht mehr ein das wir fast 2 Monatslöhne an Steuern zu zahlen haben, ich denke der Bund hat ein Ausgabenproblem und arbeitet zu ineffizient. Da musst mal ne Taskforce ran und all diese Parasiten aufzudecken. Für die nächsten 20 Jahre fordere ich das jeder bis 100K / Jahr nur noch ein 1/2 Monatslohn an dem Fiskus gibt mehr nicht !

  • Markus Rau am 11.11.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    J + S Beiträge?

    Ist klar, dass bei einer so teuren Software kein Geld mehr übrig bleibt für Lagerbeiträge an Lager welche unter J + S geführt werden.

  • Basel98 am 11.11.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    13. Milionnen mehr???

    welche posten? ich bin seit 6 jahre pfadi leiter und habe 0 Franken dafür gesehen. Genauer gesagt wollte ich es auch nicht. denn die Motivation Kinder zu Leiten ist ganz anders wenn man es für Geld macht

    • Pfadileiter 2005 am 11.11.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Basel98

      Ich bin auch Pfadileiter, und ich finde Systeme wie das Mid-Data genial. Ausserdem möchte ich auch kein Geld für die Pfadi bekommen, sondern den Butzen (J+S heul doch) eine tolle Zeit ermöglichen.

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  • stefan am 11.11.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das passiert..

    ..in der wenn man die Entscheidungen den Leuten überlässt die keine Ahnung haben was Sie da entscheiden. Oder eben solche Leute Ausschreibungen verfassen, bewerten und vergeben.

  • Leiterin am 11.11.2019 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Verteilung

    Bei den Jugendorganisationen wird hingegen jedes Jahr mehr gespart. Nun weiss ich auch weshalb, das Geld wird in die Verwaltung investiert.

    • Pfadileiter 2005 am 11.11.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leiterin

      Bin genau deiner Meinung

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