Extrem-Wetter

29. Juli 2013 18:07; Akt: 30.07.2013 08:16 Print

Dauerregen, Erdrutsch, Überschwemmung

Erdrutsch am Thunersee, Überschwemmungen im Tessin und in der Westschweiz – der Wetterumschwung hat viele Schäden angerichtet. Doch pünktlich zum 1. August solls wieder schön werden.

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Schlimm getroffen haben die Überschwemmungen am Montag, 29. Juli, das Tessin. Vielerorts waren die Strassen überflutet - wie hier in Lugano. Nachmittags kurz vor 15 Uhr sahen die Strassen so aus. In Caslano TI kämpfen sich Autos durch die Fluten - und ein Töfffahrer. Mancherorts, wie hier in Villeneuve VD, drängte das viele Wasser aus den Gullys. Im Tessin goss es wie aus Kübeln. Die Rhone stand bei Sion ausserordentlich hoch. Im Roche VD fürchtet sich die Bevölkerung vor einem Hochwasser wie 2007. Die Industriezone von Villeneuve VD. Eine Strasse in Lugano wurde zum Fluss. In Agno TI liess man sich die Laune von dem bisschen Regen nicht verderben. Auf dem Camping von Agno. Vor allem junge Menschen schienen Freude am Wasser zu haben ... ... während die älteren eher besorgt schienen. Manche Zelte wurden von den Windböen umgerissen. Auch ein Baum wurde entwurzelt. Immerhin: Jetzt kann man das Boot endlich mal an Land benutzen. Am Flughafen Genf-Cointrin tropfte es durch die Decke. Überschwemmung in der Waadt. Die Autobahn bei Villeneuve VD steht unter Wasser. Ein Campingplatz in Agno TI unter Wasser. Hier führt die Rhone im Walliser Ort Riddes Hochwasser. Auch dieses Feld bei Villeneuve VD stand unter Wasser. Villeneuve VD Riddes VS Trübe Aussicht in Schliern bei Köniz BE. Der Tag wird zur Nacht in Wynau BE. Und dann kommt auch schon der Hagel - wie etwa in Spiez BE oder ... ... in Fraubrunnen BE. Auch Utzenstorf BE wurde nicht verschont. In Rüschegg Heubach BE fallen die Campingferien buchstäblich ins Wasser. Arme Pflanzen in Boll BE. Diese Blumen in Kloten ZH hatten mehr Glück - Regenschirm sei Dank. Es ist Hochsommer, nicht etwa Winter in Diemtigen BE. Eine Handvoll Hagelkörner in Wimmis BE ... ... und eine Handvoll in Subingen SO. Das Corpus Delicti in Aarwangen BE und ... in Kriegstetten SO. Auch die Westschweiz wurde verhagelt - ein Beweisfoto aus Céligny GE. Die Schlechtwetterfront unterwegs Richtung Basel. Das Gewitter kommt nach Vitznau LU. Am Sonntag, 28. Juli 2013 verbreitet der Hagel traurige Stimmung in Dagmersellen LU. Doch die Gewitterstimmung ist auch wunderschön anzuschauen - etwa hier in Ufhusen LU. «Das Gewitter kommt ins Appenzell», schreibt der Leser-Reporter zu diesem Bild. Endzeitstimmung in Giffers FR. Das Paléo Festival Nyon ist zu Ende - und der Bahnhof steht unter Wasser. In Schwerzenbach ZH sind die Spuren des Gewitters sichtbar. Der Chimlibach ist über die Ufer getreten. Auch am Murtensee war es nicht sehr gemütlich.

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Wenn das mal kein verregneter Montag ist: Innert 24 Stunden fiel in der Schweiz teilweise mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat. Fast 120 Liter pro Quadratmeter waren es beispielsweise im solothurnischen Gösgen oder in Cressier und Villeneuve in der Waadt. Dort kam es zu Überschwemmungen auf der Autobahn, wie zahlreiche Bilder unserer Leser beweisen.

Auch im Tessin haben die Gewitter für überschwemmte Strassen gesorgt. Besonders betroffen war der Raum Lugano. Die Tessiner Polizei hatte aufgrund des Regens rund 600 Notrufe zu bewältigen. In Stadtzentrum von Lugano sowie bei Agno TI stand das Wasser einige Zentimeter hoch in den Strassen. Zusätzlich zum Regen wehten in der Magadinoebene starke Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Nahe Locarno wurde der Verkehr durch gestürzte Äste behindert. Auch der Zugverkehr war von den Unwettern beeinträchtigt: Wegen umgestürzter Bäume auf italienischem Gebiet muss sowohl bei der Linie Chiasso TI - Mailand als auch bei der Linie Luino (I) - Malpensa (I) mit Zugausfällen und Verspätungen gerechnet werden.

Auf dem Bergkamm oberhalb von Biasca TI – in einer Höhe von 2000 Metern – mass MeteoSchweiz Spitzenwerte von bis zu 170 Stundenkilometern, sagte Meteorologe Fosco Spinedi.

Erdrutsch am Thunersee

Am Thunersee kam es zu einem Erdrutsch. Die Hauptstrasse zwischen Gunten und Merligen musste vorübergehend gesperrt werden. «Etwa 10 bis 15 Kubikmeter Material waren auf die Strasse gestürzt», sagte der stellvertretende Strasseninspektor der Region Oberland Nord, Daniel Uhlmann, auf Anfrage. Die Stelle soll am Dienstag mit Netzen gesichert werden. Vielerorts im Kanton Bern mussten Feuerwehrleute Keller und Garagen auspumpen. Vom Unwetter war im Berner Oberland vor allem das Niedersimmental betroffen, wie die Berner Kantonspolizei weiter mitteilte. In Oey-Diemtigen fiel etwa ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer blieb unverletzt.

Auf dem Bodensee gerieten zwei Segelboote in Seenot. Bei Sturmwinden von bis zu 70 km/h mussten am Sonntagnachmittag in Bregenz und Lochau zwei Boote Notsignale absetzen – auf einem davon war ein Kind mit dabei. Alle Personen auf den Booten sowie ein Schwimmer, der in der Bregenzer Bucht beinahe abgetrieben worden war, konnten mit Hilfe der Vorarlberger Polizei gerettet werden.

Furkaverbindung zeitweise gesperrt

Die Strassen- und Bahnverbindungen zwischen Uri und Wallis waren am Montag zeitweise unterbrochen. Die Bahnlinie wurde vorsorglich wegen Hochwassergefahr gesperrt, die Passstrasse war wegen eines Steinschlages blockiert.

Wie die Matterhorn Gotthard Bahn mitteilte, wurde die Bahnlinie Visp VS-Göschenen UR zwischen Oberwald VS und Hospental UR gesperrt. Nicht nur die Personenzüge zwischen Oberwald und Hospental fielen aus, sondern auch die Autozüge zwischen Oberwald und Realp UR. Am frühen Abend konnte die Störung zwischen Oberwald und Hospental dann behoben werden; die Züge verkehrten wieder planmässig. Bei der Sperrung der Bahnlinie handelte es sich um eine Vorsichtsmassnahme.

Nur noch minime Schauer

Im Westen hat der Regen im Verlauf des Tages abgenommen, gegen Abend soll es dort fast ganz mit Niedeschlägen vorbei sein, wie Meteonews in einer Mitteilung schreibt. Im Osten hingegen werden die kräftigsten Regengüsse erst noch erwartet. Die Schauer, die noch in der Nacht in der ganzen Schweiz zu erwarten sind, sind im Vergleich zu den bisherigen Niederschlägen in den Worten der Wetterfrösche «völlig unbedeutend».

Immerhin: Durch die Mengen Wasser, die in den vergangenen 24 Stunden vom Himmel fielen, hat sich die Gefahr von Waldbränden und Feuerverboten massiv reduziert. Und pünktlich auf den 1. August soll auch das warme Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad wieder zurück sein, wie Sarina Scheidegger von Meteonews sagt.

Die Strassen von Lugano stehen unter Wasser
Quelle: Leser-Reporter

Hagel in Wimmis BE:
Quelle: Leser-Reporter

Sturm in Belp BE:
Quelle: Leser-Reporter

(jam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Winterfan am 29.07.2013 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser war bitternötig

    Der Regen war auch bitternötig nach fast 1 Monat Hitze haben die Pflanzen nach Wasser geschriehen. Sollen sich all die Kurzsichtigen Hitzeliebhaber mal überlegen was passiert wäre, hätten wir nicht den schönen nassen und kühlen Frühling gehabt!! Dann wäre jetzt alles dürr und die Wälder würden brennen wie auf Mallorca zur Zeit. Vergesst mal nicht, das hier ist die Schweiz, wer dauernd 36 will muss ev. Im die Wüste umziehen? Ich freue mich über unsere Jahreszeiten und den Wechsel, vorallem liebe ich dabei Schnee und Kälte, und beides kommt schon sehr bald wieder!

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  • Anonymous am 29.07.2013 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Klimaerwärmung

    Gewöhnt euch dran. Eine höhere Temperatur der Erdatmosphäre bedeutet eine höhere Verdunstungsrate des Meerwassers, was wiederum in mehr bzw. vor allem stärkeren Regen resultiert.

  • Eid-Genosse am 30.07.2013 03:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum regnets einwenig......

    ......und schon wird wieder gejammert in der Schweiz, das Land der Jammerlappen. An alle Weltverbesserer und möchtegern Klimatologen, stellt mal zuerst bei euch Zuhause die Automation ab, die Heizung, dass Auto müsst ihr verkaufen, aber schleunigst und denkt daran der ÖV verschmutz auch die Luft. Also Leute für euch ist laufen angesagt und wohnen müsst ihr im Wald in einer Höhle wie vor 3000 Jahren. Das ganze könnt ihr nicht aufhalten, Klimawandel hat es schon immer gegeben, aber das wollt ihr nicht war haben, es geht ja nur noch um's Geld.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Hess am 30.07.2013 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    nasser Juli

    Und Ende Monat heissts dann wieder, der Juli sei ueberdurchschnittlich nass gewesen (nur weils an einem Tag extrem geregnet hat) Ja Ja, die lieben Statistiken ;-)

  • Jerry Louis am 30.07.2013 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    And the Champion is ....

    Gösgen hat gewonnen !!!! 120 l/m2 !!

  • Guguseli am 30.07.2013 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gesprächsstoff

    Die Schweizer sind im allgemeinen ein Folk das nicht so kommunikatief ist und recht reserviert.Sobald es aber ums Wetter geht öffnen sich Herr und Frau Schweizer und haben entlich einen Grund um mit Fremden und Freunden zu diskutieren.Endlich ist dieses Fentil offen.Eine gemeinsme Basis wo man sich findet, nunkommt aber leider auch der ganze Frust raus, weil man sich anscheinend sonst nicht zu sagen hat!?Anstat das die Gelegenheit genutzt wird um sich gemeinsam über das schöne Wetter zu freuen oder über die Abkühlung.

  • Eid-Genosse am 30.07.2013 03:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kaum regnets einwenig......

    ......und schon wird wieder gejammert in der Schweiz, das Land der Jammerlappen. An alle Weltverbesserer und möchtegern Klimatologen, stellt mal zuerst bei euch Zuhause die Automation ab, die Heizung, dass Auto müsst ihr verkaufen, aber schleunigst und denkt daran der ÖV verschmutz auch die Luft. Also Leute für euch ist laufen angesagt und wohnen müsst ihr im Wald in einer Höhle wie vor 3000 Jahren. Das ganze könnt ihr nicht aufhalten, Klimawandel hat es schon immer gegeben, aber das wollt ihr nicht war haben, es geht ja nur noch um's Geld.

    • dani am 30.07.2013 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      naja...

      naja, das ist jetzt schon ein wenig übertrieben. ich gebe ihnen recht, jeder sollte zuerst selber schauen, dass er weniger verbraucht, bevor er über andere urteilt und schimpft. aber man muss nicht in Höhlen wohnen - man könnte theoretisch ganz einfach ein wenig Strom sparen, ein wenig Benzin sparen-ohne auf Luxus verzichten zu müssen! das wäre immerhin mal ein Schritt´chen in die richtige Richtung...! also nicht gleich übertreiben...!

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  • Gringo im Cowboysessel am 30.07.2013 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elende Nörgeler

    Leute, leute. Hört doch endlich auf pergament rumzunörgeln. Das Wetter ist wies ist. Daran ändert auch der Wetterfrosch nichts!

    • Paul am 30.07.2013 08:31 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      Erst sind alle am schreien, weil es endlich mal richtig Sommer ist und kaum regnet es, heulen sie rum, weil es "zuviel" für ihren Geschmack ist. Ist echt lächerlich dieses ewige Wetter-Geheule. "Zu heiss, zu kalt, zu trocken, zu nass". Hauptsache immer am rumheulen.

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