Karriere

05. Juni 2009 15:13; Akt: 05.06.2009 20:46 Print

Deltenre verlässt Schweizer Fernsehen

Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre verlässt Ende Jahr das Schweizer Fernsehen (SF). Sie wird Anfang 2010 Generaldirektorin der European Broadcasting Union (EBU) in Genf. Wer ihre Nachfolge übernimmt, ist offen.

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Die scheidende Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre. (Bild: Keystone)

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Der EBU-Exekutivrat hat die 48-Jährige am Freitag ins hohe Amt gewählt, wie SF mitteilte. Die EBU ist eine Vereinigung von 75 öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen aus 56 Ländern in Europa. Ihren Sitz hat sie in Genf. Sie beschäftigt weltweit rund 300 Mitarbeitende.

Nach sechs Jahren sei für sie «der Moment gekommen, etwas Neues anzufangen», wird Deltenre in der Mitteilung zitiert. Gereizt habe sie vor allem die internationale Ausrichtung der EBU und die «breite, attraktive Aufgabenpalette».

Deltenre ist seit dem 1. Januar 2004 SF-Direktorin. Zuvor war sie Geschäftsführerin der publisuisse. Über ihre Nachfolge werde der Verwaltungsrat der SRG SSR idée suisse Deutschschweiz in den nächsten Tagen beraten, heisst es in der Mitteilung. Es gelte, die SF-Führung bis zum Abschluss des Projekts Medienkonvergenz, bis zur Zusammenlegung mit Schweizer Radio DRS Anfang 2011, sicherzustellen.

Zwischen Bedauern und Freude

Deltenres Chef, SRG-Generaldirektor Armin Walpen, bedauert ihren Weggang. «Die SRG verliert eine führungsstarke Frau und eine gute Direktorin», sagte er. Sie habe das SF in allen Belangen auf eine gute Ebene gebracht und es ins digitale Zeitalter geführt. Innerhalb des Unternehmens sei sie anerkannt gewesen, die Mitarbeitenden hätten Vertrauen gehabt zu ihr.

Er freue sich aber natürlich auch für sie, dass sie den Posten als EBU-Generaldirektorin bekommen habe, sagte Walpen, der selber im Verwaltungsrat der EBU sitzt.

Der SRG-Generaldirektor glaubt nicht, dass der Wechsel der Fernsehdirektorin etwas mit dem Projekt Medienkonvergenz zu tun hat, das nur noch einen Direktoren-Posten für Radio und Fernsehen vorsieht.

«Ingrid Deltenre war überzeugt, dass die Konvergenz der richtige Weg ist», sagte der Generaldirektor. Seiner Meinung nach sei für Deltenres Entscheid ausschlaggebend gewesen, dass sie für sich einen wichtigen Schritt machen konnte.

SSM: Gegenwind war zu stark

Anders sieht das die Mediengewerkschaft SSM. «Ingrid Deltenre hat wohl gemerkt, dass sie ziemlich viel Gegenwind hat und dass dieser Gegenwind auch in einem Jahr noch da sein wird, wenn es um die definitive Besetzung des Postens des Gesamt-Direktors oder der Gesamt-Direktorin geht», sagte Ernst Gräub, Sekretär SSM-Gruppe Fernsehen.

Er sei «nicht unzufrieden», dass Deltenre das SF verlasse. Sie habe zwar Gutes in der Ausbildung bewirkt, im Gegenzug seien ihr aber «relativ viele Flops» passiert. «Sie hatte programmlich nicht das Gspüri, das man in einem solchen Posten haben sollte.»

Vom Nachfolger oder von der Nachfolgerin Deltenres wünscht sich der Gewerkschafter denn auch eine stärkere Gewichtung der Qualität und des Service public.

Job auf Zeit

Auch Armin Walpen hat eine klare Vorstellung von seinem neuen Fernsehdirektor oder seiner neuen Fernsehdirektorin. Offen, flexibel, aber vor allem risikobereit sollte die Person sein. «Denn es ist ein Job auf Zeit, nur solange, wie die beiden Unternehmen noch nebeneinander bestehen.»

In 12 bis 16 Monaten gebe es ein neues Unternehmen, das vielleicht von einem der beiden Direktoren geführt werde, sagte der Generaldirektor weiter. «Vielleicht kommt aber auch jemand Neues.»

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tutu Conluzi am 05.06.2009 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!

    Die Frau hat nichts gebracht! Endlich hat man Sie wegbefördert! Gratulation!

  • Elmor am 05.06.2009 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich weg.

    Wie immer, unfähig und zur Belohnung noch befördert. Aber solange linksgrün die Schweiz beherrscht kommt eh nix gscheites nach. Wird wohl eher noch schlimmer.

  • Karl Aschwanden am 06.06.2009 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    jetzt aber aufräumen

    Ich will eine Person in dieser verantwortungsvollen Position, die endlich dafür sorgt, dass unser stark subventioniertes Staatsfernsehen, politisch neutral înformiert. Und deshalb muss die Koorperation mit Ringier TV aufgelöst werden. Ansonsten bin ich auch dafür, dass die Billag gestrichen wird

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Dietler am 06.06.2009 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gott sei Dank.

    Endlich geht sie. Was hatte die überhaupt bei SF DRS zu suchen. Viel Werbung, alte und längst bekannte Filme und sonst nichts gescheites produzierte sie. Kennt Frau Deltenre N-TV. Sollte sie sich mal zu Gemüte führen.

  • Urs Löliger-Henggeler am 06.06.2009 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    SF DRS und Deltenre

    Gut, dass die Fernsehdirektorin den Hut nimmt. Viel hat sie nicht erreicht. Wenn ich die meisten anderen TV-Sender auf Werbung überprüfe steht klar fest, dass SF DRS die weitaus grösste Zeit für Werbung ausstrahlt. Hohe Werbeeinnahmen und billige alte Filme wie Derrick waren ihr gut genug.

  • Walter Scharnagl am 06.06.2009 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Deltenre........

    Wenn eine MAIn nicht mehr zu gebrauchen ist so wird sie/er für eine höheren Posten vorgeschlagen. Hoffentlich wird das Fernsehprogramm nun endlich gut!!

  • Hans Rusterholz am 06.06.2009 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Walpen so gleich mit verreisen!

    am Besten, man schickt Walpen unserer abtretenden Programmdirektorin gleich hinterher ! So kann ein Neuanfang in Angriff genommen werden. Und es soll wieder mehr politische Ausgewogenheit der Sendungen und im Bereich des Personals, Einzug halten.

  • Karl Aschwanden am 06.06.2009 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    jetzt aber aufräumen

    Ich will eine Person in dieser verantwortungsvollen Position, die endlich dafür sorgt, dass unser stark subventioniertes Staatsfernsehen, politisch neutral înformiert. Und deshalb muss die Koorperation mit Ringier TV aufgelöst werden. Ansonsten bin ich auch dafür, dass die Billag gestrichen wird