«Keine Erdbeersaison!»

22. März 2011 20:53; Akt: 23.03.2011 13:00 Print

Demo gegen Erdbeeren aus Spanien

von Cécile Blaser - In 17 Schweizer Städten forderten Aktivisten die Konsumenten auf, die Finger von Erdbeeren zu lassen. Der Grund: die skandalösen Arbeitsbedingungen.

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Kundgebung in Basel gegen die Anbaubedingungen in Spanien. (tam)

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«Achtung – keine Erdbeersaison!» Mit Plakaten und Flyern versuchten gestern und heute Umweltschützer in insgesamt 17 Schweizer Städten den Konsumenten ins Gewissen zu reden – und sie vom Kauf von nichtsaisonalem Obst und Gemüse abzuhalten. «Erdbeeren werden unter skandalösen Bedingungen in Spanien produziert, wo der Anbau wenig bis gar nicht kontrolliert wird», so Philippe Sauvin von Agrisodu, der Plattform für eine sozial nachhaltige Landwirtschaft, die sich zurzeit mit fünf Standesinitiativen für ein Importverbot von Lebensmitteln, die unter sozialen und ökologischen Missständen produziert werden, einsetzt.

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Doch den rund 150 Aktivisten liegen nicht nur die Gastarbeiter in Spanien am Herzen: «Heute kostet eine Schale Erdbeeren bei Coop 2.95 Franken. So tiefe Preise werden wir mit Schweizer Erdbeeren auch in der Hochsaison nie erreichen», erklärt Aktivist Martin Zbinden. «Dadurch geraten Schweizer Klein- und Familienbetriebe in einen gnadenlosen Preiskampf», ergänzt Sauvin. Er beobachte, dass Import-Erdbeeren immer noch billiger und nach wie vor früher auf den Schweizer Markt kämen.

Bruno Pezzatti, Mediensprecher des Schweizer Obstverbandes, meint: «Es kann zwar sein, dass der tiefe Eurokurs zu billigen Import-Erdbeeren führt. Die ersten Erdbeeren aus Spanien kommen aber jedes Jahr bereits im Februar auf den Markt.» Die Ängste der Schweizer Produzenten seien unbegründet: «Die Schweizer bevorzugten noch immer die heimischen Erdbeeren, die dann Mitte Mai in die Regale kommen.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani 64 am 23.03.2011 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeeren

    Ich empfehle, jetzt keine Erdbeeren zu kaufen. Ich kaufe meine Erdbeeren jeweils im Sommer, wenn hier Saison ist, direkt ab Hof im Thurgau. Dort bekommt man die besten (Lambada). Eine selbst gemachte Konfitüre mit diesen Erdbeeren schmeckt göttlich.. Da bei den Erdbeeren fast alles Handarbeit ist, kosten diese halt etwas mehr. Aber der Geschmack ist unvergleichlich..

  • Claudia am 23.03.2011 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    ... und das Grundwasser

    Alles richtig! Dazu kommt, dass in Südspanien das ganze Grundwasser nur für die Erdbeeren gebraucht wird und bereits geplant wird, mehr Wasser aus dem Norden zu besorgen!!!

  • Wenzin am 23.03.2011 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wir kaufen sowieso

    keine Erdbeeren ausserhalb der Saison. Was soll der Blödsinn: Spargeln aus Marokko oder den USA, Erdbeeren aus Israel, Spanien oder Marokko etc. Gleichzeitig schimpfen genau die, die solche Produkte gedankenlos kaufen über die CO2-Emissionen ( vor allem die Politiker).Es muss nicht immer alles zu jederzeit verfügbar sein. Dafür freut man sich umso mehr über die Saison dieser Früchte.Und die sind nicht so giftbelastet, wie der Importmüll.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nemo am 24.03.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das haben wir

    den Grossverteilern wie Migros und Coop zu verdanken. Fasnacht, Ostern oder Weihnacht findet da 3 Monate früher als tatsächlich statt. Da ist der Schritt solche Früchte ausserhalb der Saison anzubieten nicht weit. Und wie da produziert wird, ist denen doch egal. Ich kaufe nur bei meinem regionalen Bauern. Da können die eh nicht mithalten.

  • Paul S. am 23.03.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wahlentscheid dem Konsumenten überlassen

    Wir leben jetzt halt mal in einer globalisierten Welt, wollen und können kaufen, was wir wollen, wann wir wollen und in welcher Qualität. Und Saisonverzicht sollen die Konsumenten leben, wenn sie wollen. Aber bitte nicht wieder mehr Bevormundungen, wenn es um Landwirtschaftsartikel geht. Unsere Subventionen für die Landwirtschaft führen u.a. auch zu der absolut desolaten Lage von Bauern in Afrika etc. Lasst die Märkte spielen und die Konsumenten entscheiden ! Und dann können halt einige einiges in bestimmten Weltregionen günstiger produzieren als hier. Handel = Arbitrage.

    • Monique am 24.03.2011 03:09 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Stimmt voll und ganz. Ausserdem der Preis spielt auch eine Rolle. Da die importierten Tomaten und die Erdbeeren u. a. gar nicht mehr wie früher schmecken, unabhängig vom Preis, ist klar dass die Leute die günstigeren Varianten eher kaufen. Alles ist genmanipuliert und ausser Farbe und Form haben sowohl die Früchte wie auch die Gemüse nichts gemeinsam mit dem, was dem Saison entsprechend und unbehandelt in der Natur wächst.

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  • Silver am 23.03.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Und sonst?

    Und dann wären da noch die Autos aus Japan und Korea, Aepfel aus Neuseeland und Australien, Spargel aus Ecuador und Israel, Baumwolle aus Indien, Wein, Kaffee und Tee von überall. Und Bioethanol auch von überall, welcher fruchtbaren Boden durch Ueberdüngung kaputt macht und Mais- und Getreidepreise fürs hungernde Volkt steigen lässt. Und keiner kennt die Herstellungsmethoden oder die Arbeitsbedingungen. Soll nicht heissen, dass man nicht beginnt kritisch zu werden. Aber gerade bei den Erdbeeren?

  • Kari Räschter am 23.03.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität vor Preis

    Die Erbeeren aus Spanien zum Bsp. schmecken doch gar nicht gut. Da warten wir zum Bsp. lieber, bis unsere eigenen Schweizer Erdbeeren auf dem Markt sind. Das gleiche gilt für Gemüse etc. Ich denke, das Leute, welche die Qualität schätzen, die heimischen Produkte vorziehen. Dazu brauchen wir nicht schon wieder irgendwelche Aktivisten, welche meist über das Ziel hinaus schiessen.

    • peppi am 23.03.2011 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Kenne zwei Seiten

      Qualität hat zu grossen Preis und doch verderben sie gleichentags. Wenn ich das Gemüse aus Polen und der Schweiz vergleiche ist die polnische besser als die schweizerische.Aber mit dem Bioname, kann man ja in der Schweiz gut Geld machen.

    • jasmin am 24.03.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

      die schweizer qualität

      genau KARI, so sehe ich das auch unsere qualität ist für mich die beste und ich zahle gerne etwas mehr.

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  • Berner Bär am 23.03.2011 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lippenbekenntnis?

    Es ist zu hoffen, dass diese "Aktivistinnen" auch wirklich keine Früchte und Gemüse zur Unzeit (=nicht saisongerecht) kaufen. Und nicht, weil diese herangekarrten Früchte mit Horror-Oekobilanz billiger sind, trotzdem diese den später eintreffenden teureren Schweizer Früchten und Gemüsen vorziehen und sich mit der Entschuldigung "ich muss halt auch auf den Preis achten!" aus der Verantwortung ziehen wollen.