Stör-Aktion in Kloten

15. Mai 2012 15:01; Akt: 15.05.2012 16:00 Print

Demonstranten bekämpfen Ausschaffung

Am Flughafen Zürich haben sich am Mittag rund dreissig Personen lautstark gegen die Abschiebung eines iranischen Ausschaffungshäftlings gewehrt. Er bleibt vorderhand in der Schweiz.

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Am Dienstagmittag hätte ein iranischer Flüchtling, der im Kanton Aargau lebte, ausgeschafft werden sollen. Er sass jedoch nicht wie geplant im Flugzeug nach Budapest. Die Ausschaffung war abgebrochen worden.

Etwa zwanzig bis dreissig Personen hatten lautstark gegen die Massnahme protestiert. Die Polizei liess sie dabei gemäss Augenzeugen gewähren. Als sich die Demonstranten in Richtung Check-in bewegen wollten, stellten sich die Beamten ihnen in den Weg.

Geweigert, in den Flieger zu steigen

Beim Aargauer Amt für Migration und Integration, das für die Ausschaffung zuständig ist, und bei der Zürcher Kantonspolizei hiess es gegenüber 20 Minuten Online, dass der Protest nicht der Grund für den Abbruch gewesen sei. Der Mann habe sich widerspenstig verhalten und sich geweigert, ins Flugzeug zu steigen.

Der Iraner hatte sich im Kanton Aargau in Ausschaffungshaft befunden und hätte am Dienstag nach Budapest ausgeflogen werden sollen, weil er in Ungarn sein erstes Asylgesuch gestellt hatte. Für die Ausschaffung plante die Polizei die niedrigste Sicherheitsstufe. Der Iraner hätte also lediglich zum Flugzeug begleitet werden sollen.

Für den Iraner wurde bereits am Tag zuvor in Aarau demonstriert. Eine etwa gleich grosse Gruppe forderte vor dem Ausschaffungsgefängnis die Freilassung des Häftlings. Bei den Demonstranten handelte es sich um Anhänger der militanten Oppositionsbewegung der Volksmudschaheddin.

(rme/sda)