Tunesien

24. März 2011 06:45; Akt: 24.03.2011 07:08 Print

Demonstranten wollen Ben-Ali-Gelder sofort

Vor der Schweizer Botschaft in Tunesien haben sich Hunderte versammelt. Sie forderten, dass die Schweiz das Vermögen des ehemaligen Potentaten Ben Ali zurückzahlt.

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Mit Transparenten forderten Demonstranten vor der Schweizer Botschaft in Tunesien die baldige Rückgabe der Ben-Ali-Gelder. (Bild: Keystone/AP)

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Rund 500 Personen haben am Mittwoch vor der Schweizer Botschaft in Tunis protestiert. Die Demonstranten forderten die Rückgabe der in der Schweiz blockierten Gelder von Ex-Präsident Zine Al-Abidine Ben Ali an Tunesien.

Dem Schweizer Botschafter Pierre Combernous übergaben die Tunesier eine entsprechende Petition mit 1000 Unterschriften, wie Sami Remadi, Präsident der tunesischen Vereinigung für Finanztransparenz (ATTF) der Nachrichtenagentur SDA sagte. Die ATTF hatte die Kundgebung organisiert.

Der Schweizer Botschafter habe den Mitgliedern der ATTF versichert, dass die Schweiz ein Rechtsstaat sei, dass die Blockade von Ben Alis Konten wirksam gewesen sei und dass sie der Eidgenossenschaft vertrauen könnten, sagte Remadi weiter.

Schweiz will «Dinge beschleunigen»

Combernous habe eine offizielle Antwort der Schweiz auf die Petition versprochen und angekündigt, die Schweizer Regierung werde versuchen, «die Dinge zu beschleunigen».

Der Schweizer Diplomat erklärte den Tunesiern laut Remadi auch, wie mit den gesperrten Geldern weiter verfahren wird. Combernous habe betont, dass nun die tunesische Regierung und die tunesische Zentralbank ihre Untersuchung machen und den Beweis erbringen müssten, dass die in der Schweiz blockierten Gelder illegalen Ursprungs seien.

Grosse Verschuldung

«Die unrechtmässige Herkunft der Gelder ist mehr als offensichtlich», sagte Remadi. Seiner Ansicht nach sind die Forderungen der Schweiz für die tunesische Bevölkerung unverständlich.

Remadi kritisierte, dass die internationale Gemeinschaft über die Veruntreuung tunesischer Gelder informiert gewesen und trotzdem während Jahren mit Ben Ali «marschiert» sei. «Wir sind bis zum Hals verschuldet», sagte Remadi. «Wir akzeptieren nicht, noch länger verschuldet zu sein.»

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gutzi am 24.03.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auf keinen Fall

    Das Geld können wir einsetzen für die tunesischen Flüchtlinge. Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Somt bekommen es ja die Tunesier zurück, nur nicht so wie sie sich das gedacht haben.

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  • Christoph Geiser am 24.03.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso auszahlen?

    Erst mal klären inwiefern die Forderungen berechtigt sind und dann primär die Wirtschaftsflüchtlinge damit nach Hause fliegen.

  • Charlie am 24.03.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Meili 2?

    Ich hoffe die Schweiz gibt das Geld zurück, nicht dass es wieder zu einem Fall "Meili" kommt und die Schweiz das Geld eifnach so behalten möchte. Denn man wird das Gefühl nicht los, dass Schweizer Banken in diesem Bereich einfach Profis sind. Leider.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gutzi am 24.03.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Auf keinen Fall

    Das Geld können wir einsetzen für die tunesischen Flüchtlinge. Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen? Somt bekommen es ja die Tunesier zurück, nur nicht so wie sie sich das gedacht haben.

    • fran am 24.03.2011 19:10 Report Diesen Beitrag melden

      Da Lebt

      wohl jemand in einer kleinen Welt!

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  • paul joder am 24.03.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    vorsicht!

    wollen sich die tunesier das geld unter sich aufteilen? das geld wird hoffentlich erst einer neuen, vertrauenswürdigen regierung zurückgegeben.

    • Thoralf am 24.03.2011 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      Genau erst mal wählen und dann Schulden

      begleichen und schauen was übrig bleibt

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  • Christoph Geiser am 24.03.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso auszahlen?

    Erst mal klären inwiefern die Forderungen berechtigt sind und dann primär die Wirtschaftsflüchtlinge damit nach Hause fliegen.

  • Schweizer am 24.03.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    In die Offensive gehen!

    Hier wäre eine Chance für die Schweiz, etwas Goodwill zu schaffen. Selbstverständlich muss der normale Rechtshilfeprozess regulär ablaufen und abgeschlossen werden. Aber die Schweiz könnte aufgrund des offensichtlich legitimen Anspruchs des tunesischen Volkes die Gelder "bevorschussen". So wie der Staat einer notleidenden Mutter die Alimente vorschiesst, wenn der Vater nicht zahlen will und noch rechtliche Prozesse offen sind.

  • Charlie am 24.03.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Meili 2?

    Ich hoffe die Schweiz gibt das Geld zurück, nicht dass es wieder zu einem Fall "Meili" kommt und die Schweiz das Geld eifnach so behalten möchte. Denn man wird das Gefühl nicht los, dass Schweizer Banken in diesem Bereich einfach Profis sind. Leider.

    • kblog am 24.03.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

      Goht's no

      Hast du einen an der Klatsche? Kein Mensch will das Geld behakten! Aber zuerst muss mal abgeklärt werden woher das Geld stammt! Bevor es wieder einem Despoten in die Hände gelegt wird! Alles ganz normal wie es sich gehört!

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