Risiko-Chauffeure

10. Januar 2019 09:20; Akt: 10.01.2019 09:20 Print

«Der Bund soll Flixbus zur Rede stellen»

Mehrmals wurden Flixbus-Chauffeure mit dem Handy am Steuer erwischt. Nun fordern Politiker, dass der Bund durchgreift.

Diese Aufnahmen zeigen, wie Flixbus-Fahrer während der Fahrt ihr Handy bedienen. (Video: Leser-Reporterin)
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Private Telefonate führen oder SMS lesen in dichtem Verkehr, die Beine hochgelagert, die Hände am Handy statt am Steuer: Gleich mehrfach fielen Flixbus-Fahrer in den letzten Monaten negativ auf. Leser-Reporter hatten verschiedentlich fehlbare Chauffeure gefilmt und fotografiert – beispielsweise im Dezember, im Oktober und im März letzten Jahres (20 Minuten berichtete).

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Soll das Bundesamt für Verkehr bei Flixbus intervenieren?

«Komplett verantwortungslos!» war einer der harmlosen Kommentare zu den Vorfällen. Eine Flixbus-Kundin sagte, der Fahrer habe während der Hin- und Rückfahrt dauernd an seinem Handy hantiert. «Er spielte mit unserem Leben.»

«Nicht akzeptabel»

Die fahrlässigen Manöver der Busfahrer stossen Politikern sauer auf. SP-Nationalrat Philipp Hadorn verlangt, dass jetzt das Bundesamt für Verkehr (BAV) einschreitet. «Inzwischen liegen eindeutige Beweise vor, dass Flixbus die Auflagen mehrfach verletzt hat.» In einem ersten Schritt solle das BAV das Fernbus-Unternehmen zur Rede stellen und mit dem belastenden Material konfrontieren. «Das Bundesamt muss darauf pochen, dass solche Verfehlungen künftig nicht mehr vorkommen und dass Flixbus die Auflagen einhält», so Hadorn.

Auch für SVP-Nationalrat Manfred Bühler sind diese Verletzungen des Strassenverkehrsgesetzes «nicht akzeptabel». Schliesslich gehe es um die Sicherheit der Busreisenden.

Entzug der Konzession?

Für die Kontrolle der Chauffeure sei zwar primär die Polizei zuständig, so Bühler. «Bei einer Häufung solcher Verfehlungen kann aber durchaus die Konzessionsbehörde, in diesem Fall das BAV, das Unternehmen vorladen und es auffordern, die Situation intern zu korrigieren.» Er hoffe jedoch, dass der öffentliche Druck durch die Video- und Fotoaufnahmen so gross geworden sei, dass Flixbus alles daran setze, die Chauffeure selbst entsprechend zu unterweisen.

Dem Fernbusunternehmen wegen dieser Vorfälle die Konzession für Reisen durch die Schweiz zu entziehen, ist für beide Nationalräte derzeit kein Thema. Doch Hadorn hält fest: Die einzelnen Vorkommnisse müssten genau untersucht und entsprechende Massnahmen ergriffen werden. Dazu gehöre in einem nächsten Schritt, dass das BAV auch die Unternehmenskultur von Flixbus durchleuchte: Von der Entlöhnung über die Arbeitszeit bis zu den Arbeitsbedingungen der Chauffeure. «Kurzum, es muss alles unter die Lupe genommen werden, was Auswirkungen auf die Sicherheit der Reisenden haben kann», betont Hadorn.

(rol)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 4304 GIEBENACH am 10.01.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risiko-Chauffeure

    Die gehören nicht zur Rede gestellt sondern entlassen.

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  • Louis am 10.01.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafe erhöhen

    Ich sehe jeden Tag PW Lenker und LKW Fahrer am sms schreiben während der Fahrt. Es muss sofort in den Bussen Katalog aufgenommen werden mit Führerscheinentzug 6 Monate mind. Dann hört dies vielleicht auf.

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  • Marco Bischof am 10.01.2019 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die Autofahrer

    was ist mit all den Autofahrern die SMS en und telefonieren. die sind genau so schlimm

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ramputan am 11.01.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    ich warte auf den Tag...

    ......wo ich keinen Verkehrsbenutzer (Velo,PW,LKW oder Bus),am Telefon sehe,allerdings bezweifle ich (55)das zu erleben,selbst wenn ich hundert Jahre alt werde,solange es für Handynutzung kein Führerausweis entzug zur Folge hat,wird es so weiter gehen und es sind ALLe gemeint !

  • Ramputan am 11.01.2019 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Mediale Doppelmoral

    wenn die Politiker etwas unternehmen sollten,dann muss es für Alle gelten,hier wird einfach wieder ein Versuch gemacht,gegen ein Unternehmen zu schiessen,weil es denn ÖV konkuriert und billig ist.Wenn die Politiker etwas unternehmen dann Bitte FÜR ALLE,die ein Handy benutzen während der Fahrt,6 Monat Check weg,bei Wiederholungstätern 1 Jahr und so weiter.Das Verbot würde auch für Politiker und Reporter gelten !

  • Aschi am 11.01.2019 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Armenhaus Deutschland

    Teure Busse und kein Geld für Freisprech-Einrichtungen!

  • Quax am 11.01.2019 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte!

    Die Tipplerei auf den Touchsreens ist schlicht lebensgefährlich und gehört allgemien viel härter geahndet als bisher. Täglich sehe ich schlingerne PW's und LKW's auf unseren Strassen, ihre Augen auf Touchsreeens und Handy's, statt auf den Verkehr gerichtet. Von mir aus soll sowas auch via Dashcams zur Anzeige gebracht werden können, dann hört dieser saugefährliche Mist endlich auf.

  • H.Lange am 11.01.2019 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammerlappen

    Dieses Geschwäz ist nun langsam zu viel. Ich sehe genug Schweizer Unternehmen, welche auch Chauffeure haben , welche telefonieren. Ich bin gerade in den Ferien und das Hotel stellt einen Shuttlebus zu Verfügung zur Station und zurück. Unter 3-4 Telefonaten geht da gar nichts. Gestern sind wir mit einem Taxi gefahren worden auch dieser hat auf jeder Fahrt mind. 4 x telefoniert. Finde das nicht in Ordnung. Aber wir werden es auch nicht weg bekommen. Mann ist dabei oder nicht. Man ist zur rechten Zeit oder eben nicht am richtigen Ort. Hört einfach auf zu jammern, oder nutzt die Angebote nicht.