Massimo Portmann

08. Juli 2014 15:05; Akt: 08.07.2014 20:15 Print

Der Kultmotzer will nicht mehr motzen

Massimo Portmann hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nach einem Jahr gibt er sein Hobby als Wutbürger auf. Der Grund: Niemand wollte den Kultmotzer einstellen.

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Seine Karriere begann vor einem Jahr. Damals wurde Massimo Portmann schlagartig zum «Kultmotzer» der ganzen Schweiz, als er sich über eine Demo der Juso in Luzern aufregte. Doch jetzt ist Schluss. In seinem letzten Video erklärt der 24-Jährige seinen Rücktritt als Politik-Kommentator. Der Grund: Portmann findet keinen Job.

Die Schuld daran gibt Portmann den Medien. Er sei bei Bewerbungen durchaus mehrere Male in der engeren Auswahl gewesen. «Als es dann vor die Geschäftsleitung ging, war da immer jemand dabei, der meinen Namen kannte. Und das ist nicht immer nur von Vorteil.» So seien ihm bereits Traumjobs durch die Lappen gegangen. Weil ihm nun der nächste Traumjob zu entgleiten drohte, zog er die Notbremse.

«Ich hatte einen Haufen Neider»

Rückblickend hätte er wohl das eine oder andere am Verlauf seiner steilen Karriere geändert, erklärt Portmann 20 Minuten. «Ich hätte wortgewandter und massentauglicher gesprochen.» Trotzdem bereut er nichts. «Gerade weil ich kein Blatt vor den Mund genommen habe, sind meine Beiträge so einzigartig.» Und massentauglich sind die Videos wohl allemal, wie die Zahlen zeigen. Manche Youtube-Clips haben über 200'000 Views verbucht. Damit machte sich Portmann aber nicht nur Freunde. «Ich hatte einen Haufen Neider und wurde einige Male verbal angefahren.»

Deshalb ist jetzt Schluss. «Ich will meine Prioritäten auf die Zukunft setzen», sagt Portmann. Aus Dingen wie Politik, die das ganze Land betreffen, wolle er sich ab sofort raushalten. Seine Fanpage bleibe aber vorerst noch bestehen. Es sei ausserdem gut möglich, dass er auch in Zukunft Videobeiträge machen werde. «Einfach in anderer Form.»

Emotionales Ende

Doch kurz vor seinem ersten Arbeitstag in einer neuen Firma will er mit seinem letzten Beitrag noch reinen Tisch machen und entschuldigt sich bei der Juso. Diese gaben ihm vor rund einem Jahr den Anlass zu einer ausgiebigen Schimpftirade, mit der seine Karriere als Kultmotzer begann. Allerdings will sich Portmann nicht für seine Kritik, sondern für die Beleidigungen entschuldigen.

Damit scheint das Kapitel «Kultmotzer» beendet. Abschied zu nehmen, fällt Portmann dann offenbar doch nicht ganz so einfach. Gegen Ende des Beitrags könnte man sogar meinen, dass in seinen Augen ein paar Tränen glitzern. Und dann kommt das, was wohl niemand erwartet hätte: Dem Kultmotzer fehlen die Worte.

Mit diesem Video nahm die Laufbahn als Kultmotzer ihren Anfang:

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 08.07.2014 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung in der Schweiz

    Diskriminierung aufgrund politischer Äusserungen. Schon toll, dass man in der tollen neuen Schweiz nicht mal mehr seine unabhängige politische Meinung äussern kann.

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  • ice am 08.07.2014 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meinungsfreiheit

    man sollte sich ein stück von ihm abschneiden, er steht zu seiner meinung, nutzt die freie meinungsäusserung, bewegt die jungen menschen zu den wahlurnen. es sollte mehr leute wie ihn geben. ich verstehe die leute nicht die ihn nicht einstellen wollten. einen ehrlicheren menschen gibt es gar nicht. oder ist unsere gesellschaft so krank und hat es nur leute mit "brauner zunge"??? ich bedaure seinen rücktritt sehr. viel glück an der neuen arbeitsstelle!!!

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  • Roberto am 08.07.2014 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, falsche Seite

    Wäre er links gedreht, hätte er längst eine Sendung beim SRF...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ralf am 09.07.2014 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Sehr schade :( er wäre der perfekte bundesrat. Wie schon geschrieben, wäre er links orientiert, wäre er sicher noch am "motzen". Aber das ist typisch für die medien in der schweiz.

  • Nicole am 09.07.2014 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Lieber Massimo,die stellten dich nur nicht ein, weil deine Meinung sie betrifft (zum Beispiel Chef Boni). Schade dass du dich dem Druck der Gesellschaft beugen musst. Alles Gute und vielleicht machst fu ja in 40,50 Jahren als Rentner weiter...Alles Gute

  • Us dem Volk am 09.07.2014 04:44 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitslos?

    Der "Kultmotzer" war arbeitslos? Da motzt ein Arbeitsloser über andere anstatt sich darauf zu konzentrieren, einen neuen Job zu finden. Mein Mitleid gehört seinem neuen Chef und mehr noch seinen neuen Arbeitskollegen und Kunden.

  • vandal kid am 09.07.2014 01:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    endlich

  • JoeSat am 09.07.2014 00:39 Report Diesen Beitrag melden

    Prollo Ahoi

    Freie Meinungsäusserung ist schon etwas, dass es gilt zu erhalten. Es gibt aber aber auch da Grenzen die Mann/Frau nicht überschreiten sollten. In erster Linie nicht unbesdingt weil sie Diskriminierend sind. Weil man sich mit solchen Videos sehr sehr schnell zum Affen machen kann. Und ich bin mehr als froh, dass es nicht mehr solcher Prollos gibt die es in die Medie schaffen.