AKW Beznau

08. Mai 2015 12:47; Akt: 08.05.2015 14:10 Print

Der neue Deckel passt nicht auf den Reaktor

Der Deckel des Reaktordruckbehälters ist 52 Tonnen schwer und 50 Millionen Franken teuer. Doch beim Einbau gibts Probleme: Es geht um Millimeter.

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Der neue Reaktordruckbehälter des AKW Beznau lässt sich nicht wunschgemäss installieren. Der Deckel kann nicht aufgesetzt werden. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Bei der Nachrüstung des Reaktors 1 des AKW Beznau in Döttingen AG kommt es zu einer Verzögerung. Der neue, 50 Millionen Franken teure Deckel des Reaktordruckbehälters konnte gemäss Energiekonzern Axpo noch nicht aufgesetzt werden, weil Führungsstange und Umfassungsrohr nicht aufeinander passen.

Es handle sich dabei um wenige Millimeter. Dies sagte Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla am Freitag auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der Regionalzeitung «Die Botschaft».

Der Deckel passe, sagte Sommavilla. Das Rohr und die Stange müssten jedoch noch abgeschliffen werden. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) sei informiert und begleite die Arbeiten eng.

Der Sprecher der AKW-Betreiberin Axpo rechnet damit, dass die ungeplanten Arbeiten die Dauer der Revision um bis zu zwei Wochen verlängern. Zu den möglichen Kosten konnte Sommavilla keine Angaben machen.

Das mit über 45 Jahren älteste kommerziell betriebene AKW der Welt ist seit dem 13. März vom Netz. Die Dauer der Revision ist auf 120 Tage angesetzt. Im August soll der Reaktor 2 abgeschaltet werden, um ebenfalls den Deckel des Reaktordruckbehälters auszuwechseln.

52 Tonnen schwerer Deckel

Die neuen Deckel - in Japan geschmiedet und in Spanien gefertigt - sind je 52 Tonnen schwer. Der Durchmesser beträgt vier Meter und die Höhe zwei Meter. Die Deckel haben mehrere Durchlässe für Einschübe wie die Steuereinrichtungen des Reaktors.

Um die Deckel austauschen zu können, muss am jeweiligen Containment - der Schutzhülle - eine temporäre Transportöffnung von fünf mal fünf Meter gemacht werden. Die alten, radioaktiv strahlenden Deckel werden in einem Sicherheitsbehälter ins betriebseigene Zwischenlager gebracht.

Nachrüstung für längeren Betrieb

Insgesamt investiert die Axpo rund 700 Millionen Franken in die sicherheitstechnische Nachrüstung der beiden Reaktoren auf der Aareinsel im unteren Aaretal. Damit betragen die Aufwendungen für Nachrüstung und Erneuerung seit Betriebsaufnahme 2,5 Milliarden Franken.

Mit den Grossprojekten sei sicherheitstechnisch die Basis für einen Betrieb «deutlich über 50 Jahre» gegeben. Das hatte Stephan Döhler, Leiter Division Kernenergie bei der Axpo, im März vor den Medien gesagt.

(sda)