Grosses Budget

18. August 2015 18:29; Akt: 19.08.2015 18:04 Print

Der wohl teuerste Wahlkampf aller Zeiten

Die Parteien geben dieses Jahr rund einen Viertel mehr für den Wahlkampf aus. Vor allem zwei Parteien tragen dazu bei.

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Die SVP hat die Investitionen in den Wahlkampf verdreifacht: Bundesrat Ueli Maurer mit Plüschhund Willy an der Delegiertenversammlung der Partei. (4. Juli 2015)

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1'346'000 Franken. So viel investiert die SP in den Wahlkampf. Als erste Partei haben die Sozialdemokraten ihr Budget im Detail online publiziert. Ansonsten fehlt mehrheitlich die Transparenz über die Geldmittel im Wahlkampf.

Dem können die Zahlen von MediaFocus, die der SRF-Sendung «10 vor 10» vorliegen, etwas entgegenwirken. Das Unternehmen beobachtet, wie die Parteien Wahlwerbung betreiben – also wie viele Inserate sie schalten oder wie viele Plakate sie aufstellen lassen. Die Erkenntnis: In diesem Jahr sind die Ausgaben der Parteien rund ein Viertel höher als vor vier Jahren.

Der Vorwahlkampf «wichtiger denn je»

Rund 90 Prozent der Ausgaben kommen aus den Kassen der FDP und SVP. Letztere stieg früher in den Wahlkampf ein und verdreifachte ihre Investitionen im Vergleich zum letzten Wahlkampf. Der Vorwahlkampf sei «wichtiger denn je», begründet Wahlkampfleiter Albert Rösti die Ausgaben.

Das sind laut MediaFocus die Ausgabe für Wahlwerbung zwischen April und Juli 2015:

SVP: 1'732'788 Franken (2011: 548'799 Franken)
FDP: 1'084'078 Franken (2011: 889'283 Franken)
CVP:145'893 Franken (2011: 841'067 Franken)
SP:70'790 Franken (2011: 127'902 Franken)
Grüne: 52'780 Franken (2011: 37'372 Franken)

Der diesjährige Wahlkampf könnte der teuerste aller Zeiten werden, sagt Georg Lutz, Politikwissenschafter der Universität Lausanne, zu SRF. Ob höhere Ausgaben zu einem grösseren Wahlerfolg führen, ist jedoch umstritten.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alexander Brot am 18.08.2015 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    So viel Geld investieren Parteien reuhelos und völlig selbstverständlich in die eigene Wahlwerbung, während bei Bildung und Gesundheit der Rotstift angesetzt wird. Das sollte doch zu denken geben...

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  • Peter P. am 18.08.2015 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man

    weder ein tragfähiges politisches Konzept noch brauchbare Lösungen hat, so hat man zindest eine grosse Wahlkampfkasse um das zu kompensieren :D

    einklappen einklappen
  • Stef am 18.08.2015 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    richtig lesen

    Textverständnis ist nicht jedermann Sache. Also das eine ist für ein Jahr das andere wie man lesen kann zwischen April und Juli 2015. alles klar?

Die neusten Leser-Kommentare

  • H.B. am 19.08.2015 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Geld, für was?

    Taugt ein Produkt nichts mehr, muss man eben doppelte Werbung dafür machen. Dadurch wird das Produkt aber auch nicht besser. Zuviel Geschirr ist zerschlagen worden von den SVP-Strategen und seinen Auslaufmodellen. Mit Geld allein werden keine klugen Politiker aus dem Hut gezaubert.

  • Hebu am 19.08.2015 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und alles bleibt wie es ist ...

    ... mögen die Parteien ausgeben was sie wollen ... am Ende politisieren sie eh am Volk vorbei und machen was sie wollen ... nur nicht den Volkswillen umsetzen!

    • Maximus am 19.08.2015 17:56 Report Diesen Beitrag melden

      Volksherrschaft

      Demokratie ist eben ein klein wenig mehr als nur "Volkswille". Gäbe es nur den Volkswillen hätten wir eine Herrschaft der Mehrheit über Minderheiten. Das wäre keine Schweiz, sondern eine Volksdiktatur und somit zutiefst unschweizerisch. Gemeinde, Stände, Institutionen usw. haben eben auch Mitspracherecht und somit ist klar, dass ein finaler Entscheid immer auch ein Kompromiss ist. Das Zusammenleben in der Schweiz war noch NIE etwas anderes als ein Kompromiss vieler Interessen. Darum geht das friedliche Zusammenleben auch so gut.

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  • Anne am 19.08.2015 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erkennen

    Ein normaler Mensch lässt sich nicht kaufen. Es ist schon verwunderlich, wie in unserem Dorf vor den Wahlen die Kandidaten freundlich grüssen können. Danach kennen sie die Leute aber jeweils nicht mehr. Viel Schall und Rauch, aber nichts dahinter. Wer das erkennt, weiss was er zu wählen hat.

  • Ried Winkel am 19.08.2015 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Unwürdig

    Es ist eine unwürdige, und für ein Land das sich demokratisch bezeichnet, höchst bedenkliche Situation, das die Schweiz, als eines der wenigen Demokratien, keine Transparenz der Parteien und Wahlkampagnen kennt.Dank der bürgerlichen Mehrheit im Parlament wird diese, der Direktdemokratie förderlichen Massnahme, seit 2 Jahrzehnten immer wieder eine Absage erteilt.Es wird wohl Zeit eine Volksinitiative für eine transparente Finanzierung unserer Volksvertreter zu lancieren.

  • 1848 am 19.08.2015 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin ...

    Wenn man keine Argumente hat, kann man ja immerhin versuchen, die Wähler zu kaufen. Warum sind die "Bürgerlichen" gegen die Offenlegung der Spendengelder?