Aktion für Frauen

08. März 2019 18:34; Akt: 08.03.2019 19:06 Print

SVP-Frauen und Secondas kämpfen gemeinsam

Die Aktion «Helvetia ruft» will den Frauenanteil im Parlament erhöhen. Kandidierende und eine Kritikerin erzählen, was sie von der Aktion halten.

Schon 451 Frauen haben sich für eine Kandidatur entschieden. (Video: Helvetia ruft)
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So viele Frauen wollten noch nie auf einen Schlag ins Parlament: 451 haben sich bis am Freitagmorgen im Rahmen der Aktion «Helvetia ruft» für eine Kandidatur entschieden, wie Kampagnenleiterin Jessica Zuber sagt (siehe Box). Eine von ihnen ist Ylfete Fanaj (SP) aus Luzern, die für den Nationalrat kandidiert.

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Die Kauffrau und Sozialarbeiterin wurde in Kosovo geboren. Mit neun Jahren kam sie in die Schweiz, seit 14 Jahren ist sie SP-Mitglied, zuerst sass sie im Stadtparlament, dann im Kantonsrat und heute ist sie Fraktionschefin.

Gleichberechtigung und Chancengleichheit

«Helvetia ruft» sei ein Puzzleteil von vielen, wenn es darum gehe, mehr Frauen in die Politik zu bringen, sagt Fanaj. «Es braucht parteipolitisches, zivilgesellschaftliches und persönliches Engagement. Alles, was die Frauen motiviert, ist notwendig.» Gleichberechtigung und Chancengleichheit seien Themen, für die sie sich einsetzen wolle. Durch ihre Erfahrungen als Seconda und ihre Arbeit als Sozialarbeiterin erlebe sie täglich, wie Personen etwa mit Migrationshintergrund oder Handicaps benachteiligt würden.

Warum es mehr Frauen in der Schweizer Politik braucht? «Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Frauen machen die Hälfte der Bevölkerung aus. Es gehört zum Wesen der Demokratie, dass alle Bevölkerungsgruppen angemessen vertreten sind», sagt Fanaj. Dass Frauen aus allen politischen Ecken bei «Helvetia ruft» mitmachen, sei gut. Entscheidend sei, dass möglichst viele Frauen gewählt würden und durch ihre Vorbildfunktion andere Frauen motivierten. «Dass auch Bürgerliche dabei sind, begrüsse ich. In diesen Kreisen braucht es ebenfalls mehr politisch aktive Frauen.»

Bezahlbare Gesundheitspolitik und ein sichere Schweiz

Auch Stephanie Ritschard (SVP) aus dem Kanton Solothurn gehört zur Aktion. Die Kantonsrätin und Heilpraktikerin sagt: «Viele Frauen können und möchten die Männerdomäne Politik bereichern.» Bei einer Wahl in den Nationalrat würde sie sich für eine bezahlbare Gesundheitspolitik, in der Familienpolitik und für die allgemeine Sicherheit einsetzen. Sie kämpfe gegen die Anbindung an die EU und das Rahmenabkommen.

Sie sei gegen staatlich diktierte Quotenfrauen und finde «Helvetia ruft» deshalb so wichtig: «Solange Frauen in Wirtschaft und Politik untervertreten sind, braucht es solche Aktionen, um Frauen wachzurütteln, damit sie mitreden und mitgestalten können.» Obwohl sie sich von der SVP-kritischen Haltung der Organisationen hinter «Helvetia ruft» – namentlich Alliance F und Operation Libero – distanziere, finde sie es wichtig, die Aktion zu unterstützen. «‹Helvetia ruft› hat es geschafft, Frauen aus allen Parteien einzuladen.»

«Helvetia ruft»

«Frauen eine öffentliche Plattform geben»

Marianne Binder, Aargauer Ständeratskandidatin und Präsidentin der CVP-Kantonalpartei, sagt hingegen: «Klar möchte ich als Frau gewählt werden. Das bedeutet aber nicht, dass ich den Anspruch erhebe, gewählt zu werden, weil ich eine Frau bin.» Frau-Sein sei kein Programm. Leistung und politisches Profil würden zählen.

In einem offenen Brief wandte sich Binder an «Helvetia ruft». Die Absicht der Aktion, Frauen für Kandidaturen zu animieren, finde sie gut, doch viel wichtiger seien Plattformen, die man Frauen bieten müsse. Es gehe darum, ihnen viel früher als kurz vor den Wahlen Auftrittsmöglichkeiten zu schaffen. Vernetzungsarbeit sei anstrengend, aber notwendig. So würden Männer etwa in Sendungen wie «Arena» und «Club» im Schnitt dreimal häufiger eingeladen. «Wie sollen wir Vorbilder sein und Frauen dazu bewegen, sich politisch zu betätigen, wenn wir in der Öffentlichkeit kaum stattfinden?»

Frauen auf Listen zu priorisieren sei nicht zielführend. «Ich setze einem Mann sicher nicht aus Prinzip eine Frau vor die Nase», so Binder. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb, weil das Geschlecht kein Kriterium sei, freue es sie, dass auf der Liste der CVP Aargau mehr Frauen als Männer kandidieren.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ma am 08.03.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsch

    Es ist nicht wichtig welches Geschlecht die Politiker haben. Die Leistung muss stimmen.

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  • Nur mal so am 08.03.2019 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sexistisch

    Wenn man nur die Frauen fördert, ist das Sexistisch, da nicht Geschlechtsneutral.

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  • Karin Müller am 08.03.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Egal ob Frau oder Mann die Besten will ich

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ling Ling am 09.03.2019 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Leute schaut euch mal die You Tube Doku Baer Grylls vs Feminism an.Zwei Gruppen auf einer einsamen Insel und nur das nötigste zum überleben.Eine Gruppe Männer,eine Gruppe Frauen.Die Männer haben nach einem Tag einen Unterschlupf, Feuer und verschiedene Gruppen für verschiedene Arbeiten, Jagen, Fischen, Wassersuche, usw .Die Frauen irren am Dritten Tag noch völlig enkräftet, dehydriert und hungrig im Dschungel umher, total verloren, keine Organisation, kein Teamspirit, kein Zusammenhalt nur Tränen,Drama und Streit.Sehr lehrreich und entlarvend..solche Menschen sollen uns führen?Nein Danke!

  • Sarah Fröhlich am 09.03.2019 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder Erziehung?

    Warum Wanderen diesen Feministine nicht nach Afrika aus? Dann haben Sie keinen Zeit um Sinnloses Erzwingen und dessen Vorstellungen. Dort braucht es Unterstützung, befreiung des Frankreiches Diktatorisches Unterdrückung. Kinder die in Armut leben dank die. Pelz Wirschaft in China und anderen Länder wie Brutal sie Fell aus dem Körper Reissen und weiterleben. Das sind Problemen. Ich sehe jeden Tag mein Beruf, wie euch und anderen das Leben Zerstört mit euren kranken Eifersucht und Missgusten andere Frauen unter euch. Euren Kinder sind ohne Liebe und ein Iphon Sozialenmedien Symbol geworden.

  • Oliver W. am 09.03.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschwafel

    Noch längeres Geschwafel in den Räten muss nicht sein. Wir brauchen schnelle Lösungen. Und mit noch mehr gezicke geht einfach alles noch viel länger.

  • Philipp s am 09.03.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    Langsam regt das auf. èberall sollen Frauenquten sein. Jetzt auch noch in der Politik, hauptsache die richtigen sind dort, egal ob Mann oder Frau. Hört mal auf so kindsköpfe zu sein...

  • Vergangenheit am 09.03.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrungen

    Wenn ich der Frau Funicello und anderen Gleichgesinnten von der Juso, dem Bundesrat, der Aktion Libero usw. zuhöre, weiss ich, was Frauen in der Politik und in der Schweiz alles bewirken können. Nein danke, ich bleibe vorerst noch bei den Männern auf dem Wahlzettel.