Signal abgeschaltet

07. Juni 2019 18:50; Akt: 07.06.2019 19:03 Print

Deutsche sauer, weil sie kein SRF mehr empfangen

Seit Anfang Juni empfangen grenznahe Deutsche kein SRF mehr, weil die SRG das digitale Antennenfernsehen eingestellt hat. Lokalpolitiker kämpfen nun für den TV-Empfang.

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Seit Wochen rumorte es in der deutschen Grenzregion, nun ist es passiert: Wie die «bz Basel» berichtet, können deutsche Zuschauer im Grenzgebiet seit Montag kein SRF 1 und SRF 2 mehr im Kabelnetz empfangen. Grund dafür: Die SRG hat die Verbreitung ihres Programms über das terrestrische digitale Antennenfernsehen (DVB-T) eingestellt. Dieses Signal wurde von den deutschen Kabelnetzbetreibern abgefangen und ins eigene Netz gespeist. So kritisierte in Bad Säckingen das Parlament den Sendestopp. Laut «bz Basel» finden es die Abgeordneten nicht nachvollziehbar, dass eine solche Selbstverständlichkeit plötzlich aufgehoben und dem Rhein entlang eine faktische «Rundfunkmauer» errichtet werde. Bereits Ende März gelangte der Waldshuter Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner (CDU) mit derselben Forderung an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Auf dem Foto zu sehen ist der baden-württembergische Landtag. Der Lörracher Landtagsabgeordnete Josha Frey (Grüne) beklagt der «bz Basel» gegenüber den Entscheid: «Das ist schlecht für das interkulturelle Verständnis. Es ist interessant, die Schweizer Sicht der deutschen Politik gespiegelt zu bekommen.» Allerdings haben der Ministerpräsident Kretschmann und die baden-württembergische Landesregierung laut Frey keinen Einfluss auf die Entscheidung von SRF. Laut Bakom-Direktor Philipp Metzger würden nur 1,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung die DVB-T-Technologie nutzen, um die SRG-Sender empfangen zu können. Da die SRG gesetzlich zum Sparen verpflichtet sei, komme eine unverschlüsselte Ausstrahlung per Satellit als Alternative ebenfalls nicht in Frage. Die SRG lehne deshalb auch den Kauf von TV-Senderechten für das Ausland ab. «Die Zusatzkosten wären für den gesamten deutschen Sprachraum im Verhältnis zur relativ kleinen Schweiz unverhältnismässig hoch», so Metzger in der Antwort des Bakom.

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Seit Wochen rumorte es in der deutschen Grenzregion, nun ist es passiert: Wie die «bz Basel» berichtet, können deutsche Zuschauer im Grenzgebiet seit Montag kein SRF 1 und SRF 2 mehr im Kabelnetz empfangen. Grund dafür: Die SRG hat die Verbreitung ihres Programms über das terrestrische digitale Antennenfernsehen (DVB-T) eingestellt. Dieses Signal wurde von den deutschen Kabelnetzbetreibern abgefangen und ins eigene Netz gespeist. Zuschauer, Lokalpolitiker und grenznahe Gemeinden kritisieren die SRG scharf.

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Förderung des deutsch-schweizerischen Miteinander

In Bad Säckingen, rund 30 Kilometer östlich von Basel, kritisierte das Parlament in einer Resolution den Sendestopp. Laut «bz Basel» finden die Abgeordneten es nicht nachvollziehbar, dass eine solche Selbstverständlichkeit plötzlich aufgehoben und den Rhein entlang eine faktische «Rundfunkmauer» errichtet werde. Die Gemeinde wolle sich dafür einsetzten, sich regelmässig die «mediale Brille» der jeweiligen Nachbarn aufsetzen zu können. Dies sei wichtig für das deutsch-schweizerische Miteinander. Das Parlament appellierte ebenfalls an die baden-württembergische Landesregierung, sich für dieses Anliegen starkzumachen.

Schweizer Sender sind sehr beliebt

Bereits Ende März gelangte der Waldshuter Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner (CDU) mit derselben Forderung an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). Die Schweizer Sender seien in der Grenzregion sehr beliebt und ein Mehrwert für den kulturellen Austausch über die Grenzen hinweg, liess er in einer Medienmitteilung verlauten. Auch seine Amtskollegin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) verwies auf die Tausenden deutschen Zuschauer, die die beiden SRG-Sender bisher empfangen hätten.

Der Lörracher Landtagsabgeordnete Josha Frey (Grüne) beklagt der Zeitung gegenüber den Entscheid: «Das ist schlecht für das interkulturelle Verständnis. Es ist interessant, die Schweizer Sicht der deutschen Politik gespiegelt zu bekommen.» Allerdings hätten der Ministerpräsident Kretschmann und die baden-württembergische Landesregierung keinen Einfluss auf die Entscheidung von SRF.

Wirtschaftliche Gründe gaben laut Bakom Ausschlag

Auf eine entsprechende Anfrage machte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) vor allem wirtschaftliche Gründe für den Entscheid der SRG geltend. Laut Direktor Philipp Metzger nutzen nur 1,4 Prozent der Schweizer Bevölkerung die DVB-T-Technologie, um die SRG-Sender empfangen zu können. Da die SRG gesetzlich zum Sparen verpflichtet sei, komme eine unverschlüsselte Ausstrahlung per Satellit als Alternative ebenfalls nicht in Frage. Die SRG lehne deshalb auch den Kauf von TV-Senderechten für das Ausland ab. «Die Zusatzkosten wären für den gesamten deutschen Sprachraum im Verhältnis zur relativ kleinen Schweiz unverhältnismässig hoch», so Metzger in der Antwort des Bakom.

Auf Internet ausweichen

Doch ganz ohne Schweizer TV-Sender müssen unsere deutschen Nachbarn laut Bakom nicht auskommen: Der Sender SRF info und verschiedene SRF-Eigenproduktionen seien nach wie vor über den Kulturkanal 3sat, der weiterhin unverschlüsselt über Satellit gesendet wird, Live-Internetstreaming, die Mediathek Play SRF und den Web-TV-Dienst Zattoo empfangbar.

Auch SRF verweist gegenüber der «bz Basel» auf seine Website und die App, deren Inhalte im Ausland kostenlos abrufbar sind. Eine Ausnahme bilden laut SRF Sportsendungen, die per Geoblocking gesperrt sind.

(mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wädu am 07.06.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuschauer

    Aber für Schawinski haben die Von SRG genug Geld!!!!

  • Pausenbrot am 07.06.2019 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer als gedacht

    Es steht um Deutschland ja schlimmer als gedacht. Wir tun hier alles um SWR, BR, HR, NDR, ARD, ZDF und RBB zu empfangen um möglichst nichts mit SRF zu tun zu haben und die wollen SRF freiwillig sehen? Es steht um Deutschland schlimmer als gedacht.

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  • Anja am 07.06.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Und wir Schweizer wären froh, SRF nicht empfangen zu müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Albert am 08.06.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch viele Schweizer sind betroffen

    Noch im letzten Jahr habe ich Antennen für Ferienwohnung und Camping gekauft und einen Fernseher, damit ich DVB T1/2 sehen kann. Damals wurde fleissig Werbung dafür gemacht. Es betrifft durchaus auch viele Schweizer. Kommt noch dazu, dass die deutschen Stationen auf Astra frei empfangbar sind, nur die Schweiz fährt mit Hotbird ein extra Züglein und erst noch verschlüsselt.. Da darf ich wohl schon wieder bezahlen. Wieviele Tage geht es wohl bis zur nächsten Umstellung.

  • Lukas W. am 08.06.2019 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geben und Nehmen

    Finde ich nicht ganz fair. Wir können ja auch ARD und ZDF sowie ORF 1, ORF 2 und ORF III empfangen. Französischen und italienischen Sendern inbegriffen. Das nennt sich geben und nehmen.

  • Peter.W am 08.06.2019 21:26 Report Diesen Beitrag melden

    D-Privatsender mit Schweizer Werbung

    Dafür schleust man bei den Deutschen Privatsendern die in der Schweiz empfangen werden ständig Schweizer Werbung ein, von Nationalrätin Natali Ricklin SVP und ihrem Unternehmen. Haben sie sich auch mal Gefragt weshalb auf jedem Deutschen Privatsender die selbe Schweizer Werbung Läuft?

  • Tina am 08.06.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Volk

    Lustig. Die Rosinenpicker aus BW. Bei Flugzeugen machen Sie auch so ein Theater.

  • AnonymousSG am 08.06.2019 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Deutschen wieder

    Wollen sie unsere SRG empfangen, sollen sie auch die Billag mitfinanzieren!