Alt Bundesrat

13. Februar 2019 11:36; Akt: 13.02.2019 20:14 Print

Didier Burkhalter litt an Krebs

Alt Bundesrat Didier Burkhalter (58) musste vergangenen Herbst operiert werden. Es geht ihm besser. Als Aussenminister arbeitete er bis zu 100 Stunden pro Woche.

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Im Sommer 2017 gab Didier Burkhalter seinen Rücktritt bekannt. Ein Jahr später erfuhr er von seiner schweren Erkrankung, wie die «Glückspost» (Printartikel) schreibt. Das Magazin ging von einem Krebsleiden aus. Die Vermutung bestätigte Burkhalter am Mittwoch gegnüber Blick.ch. «Ja, es war Krebs.»

«Es ist völlig aus dem Nichts gekommen», sagt Burkhalter gegenüber der «Glückspost». Bei seinem Rücktritt habe er noch nichts von der Krankheit gewusst. Im Anschluss an eine Präsentation seines neuen Romans habe er bereits operiert werden müssen.

Auf seine Frau Friedrun Sabine, die ihn während seiner Zeit als Bundesrat gewarnt habe, dass er zu viel arbeite, habe er damals zu wenig gehört. «Es passierte, dass ich Dossiers im Badezimmer las – oft zu irgendwelcher Zeit in der Nacht. Ich habe bis zu 100 Stunden pro Woche gearbeitet.»

Friedrun Sabine, «mein ganzes Leben», habe ihm dann auch die Kraft gegeben, die Krankheit zu verarbeiten, sagt Burkhalter. Eines Sonntagmorgens im Juni 2017 sei er aufgewacht und habe die Entscheidung gefällt, zurückzutreten.

«Ich liebe es, zu schreiben»

Am 31. Oktober verabschiedete er sich aus dem Bundeshaus, um endlich mehr Zeit für seine Frau, die drei Kinder und seine Leidenschaft, das Schreiben, zu haben. Burkhalter hatte bereits den Erzählband «Kinder der Erde» und den Roman «Wo Berg und See sich begegnen» veröffentlicht. Doch statt die wiedergewonnene Zeit geniessen zu können, traf ihn der Schicksalsschlag im Sommer 2018. Ein sofortiger chirurgischer Eingriff war unausweichlich. Gegenüber «Le Matin» sagte er im vergangenen November: «Es geht mir besser. Die Operation war notwendig wie auch wirksam.» Trotzdem muss er weiterhin zur Kontrolle.

Doch der Alt Bundesrat sieht auch die positiven Seiten. Krank zu sein, sei eine Schule fürs Leben. Man sehe das eigene Dasein aus einem anderen Blickwinkel. Und seiner Passion hat der tiefe Einschnitt nichts anhaben können. Burkhalter hat mittlerweile sein drittes Buch veröffentlicht – und er arbeitet bereits am nächsten Werk. «Ich liebe es, zu schreiben.»

(dmo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pumpi am 13.02.2019 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochachtung und gute Besserung

    Ich wünsche Didier Burkhalter von Herzen alles Gute und dass er sich bald erholt von seiner Krankheit. Dass ihm noch viel Zeit für die Familie, zum Schreiben und zu allem, was ihn sonst noch interessiert und bis jetzt die Zeit fehlte. Er war ein guter Bundesrat für die Schweiz. Danke für ihre Offenheit, Diplomatie und Umdichtigkeit. Geniessen Sie nun die Zeit danach. Viele kommen bei 50 Wochenstunden bereits an ihre Grenzen.

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  • S.Box am 13.02.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heilung

    Herr Bundesrat Burkhalter ich wünsche Ihnen von Herzen gute Genesung, und schreiben Sie sich Gesund Auch viel angenehme Zeit mit Ihrer Familie!

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  • Manon des sources am 13.02.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kein schoggi-Job

    An all jene, die immer noch der Meinung sind, Bundesrat sei ein schoggi-Job und man tue dort nichts Anderes als Cüppli trinken . arbeitet erst mal selber so viel. Herrn Burkhalter wünsche ich gute Genesung und ein verständnisvolles tragendes Umfeld, welches auch respektiert, wenn er einmal ungestört sein will.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zig tausende leiden an Krebs und am 14.02.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    und haben kaum Geld, überlegt mal!

    Wow, bin beeindruckt, andere arbeiten weniger und bringen mehr zustande. Trotzdem gute Besserung!

  • Andere arbeiten auch so viel und am 14.02.2019 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    bekommen keine frühzeitige Pension

    Als Aussenminister arbeitete er bis zu 100 Stunden pro Woche. Wow, und nicht mehr zustande gebracht? Trotzdem gute Besserung!

  • Blasius am 14.02.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Comeback

    Leider kann diese teuflische Krankheit jederzeit eine Comeback feiern und dann fängt das grosse Leiden wieder an. Wenn die Pharmaindustrie von Heilung spricht entspricht das nie und nimmer der Wahrheit; meistens folgt dann der Standardspruch "Erfahrungswerte von Probanden liegen frühestens in 10 Jahren vor". Hauptsache Umsatz und Gewinn könnten wieder exorbitant gesteigert werden, gell Herr Oeri.

  • Äbi Schuto am 14.02.2019 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Krebs

    Ja, er litt an Krebs so wie Hundertausende andere auch! Nun wissen wir es und gut ist es!

  • M. K: am 14.02.2019 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Denk nach

    Er sollte sich mal überlegen ob die Erhöhung vom Glyphosatwert im Trinkwasser um ein 3600faches, dass nun seit Januar 2019 gilt, seiner Gesundheit förderlich ist...