Meteonews zieht Bilanz

10. Juli 2017 21:14; Akt: 11.07.2017 12:10 Print

Die Gewitterfront hatte es in sich

Die Regenmengen haben 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter betragen, der Spitzenwert lag in Egolzwil LU mit über 40 Litern. Auf dem Pilatus blies der Wind mit über 100 km/h.

Bereits am Samstag und Sonntag sind heftige Gewitter über die Schweiz niedergegangen. Video: Tamedia/Leserreporter
Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Montagabend wurde die Schweiz erneut von heftigen Gewittern heimgesucht. Die grössten Regenmengen fielen auf der Linie vom unteren Emmental BE bis zum Appenzellerland. Im Schnitt fielen 20 bis 30 Liter Regen, der Spitzenwert lag bei rund 46 Litern in Egolzwil LU. «Der Juli ist mit bis zu 180 Liter pro Quadratmeter typischerweise der regenreichste Monat», sagt Klaus Marquardt von Meteonews. Das bedeutet, dass am Montagabend allein im Luzernischen rund ein Viertel der sonst üblichen Regenmenge niedergegangen ist. Ein weiterer Vergleich: Die Unwetter im Tessin vor ein paar Wochen brachten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter.

Dazu kam bei Durchzug der Gewitterstaffel starker bis stürmischer Wind. Auf dem Bantinger BE zeigten die Flachlandstation Messwerte 93 km/h an, auf dem Zürcher Uetliberg 80 km/h, wie Meteonews heute mitteilt. In der Höhe stürmte es auf dem Pilatus mit 113 km/h am heftigsten.

Feuerwehreinsätze in Luzern und Aargau

Wegen den Folgen des starken Gewitters vom Montagabend sind im Kanton Luzern zwölf Feuerwehren mit 220 Personen ausgerückt. Wie die Gebäudeversicherung Luzern heute mitteilte, blieb der Kanton Luzern aber vor grösseren Schäden verschont.

Im Kanton Aargau führte das Unwetter zu zehn Feuerwehreinsätzen. Vor allem im oberen Freiamt liefen mehrere Keller mit Wasser voll. Personen wurden nicht verletzt. Es entstanden auch keine ausserordentlich grosse Schäden, wie die Aargauer Kantonspolizei heute mitteilte. Bei der kantonalen Notrufzentrale gingen bis 22 Uhr rund 80 Meldungen ein.

Stufe Rot

Am Montagabend hat Meteocentrale eine Unwetterwarnung der Stufe Rot herausgeben. Diese galt zwischen dem Freiamt im Kanton Aargau und der Stadt Zürich. Nach 23 Uhr war der Spuk vorbei: «Das Schlimmste ist überstanden», sagt Bernd Konanz von MeteoSchweiz auf Anfrage von <%= misc::zitat%>. In der Nacht gab es noch vereinzelte Schauer.



Leservideos zeigen Starkregen und die Auswirkungen – unter anderem in Wald ZH, Oberrohrdorf AG, Rapperswil SG und Widen AG. (Video: Tamedia/Leserreporter)

Das Gewitter ist Richtung Süddeutschland weitergezogen. Die Gewitterzelle bewegte sich auf einer annähernd geraden Bahn von Bern nach Zürich. Auf mehreren Stationen hat es heftige Regenfälle verursacht. In Muri AG fielen 58 Liter pro Quadratmeter, wie Konanz sagt. Auch Willisau LU war mit 45 Litern pro Quadratmeter stark betroffen, ebenso Affoltern im Emmental mit 41 Litern.

Dienstag wird ruhiger

Damit sind lokal grössere Mengen Regen niedergegangen als am Vorabend. Für Dienstagabend rechnet Konanz mit einer geringeren Gewittergefahr: «Die Luftmasse ist nicht mehr so Gewitterträchtig.» Obschon sich die Luft am Tag wieder stark aufheizen wird, geht er davon aus, dass es höchstens in den Voralpen zu vereinzelten Gewittern kommt.

Ein Leser aus Muri AG wurde während seinen Fahrstunden vom Gewitter überrascht: «Ich war mit meinem Vater an einer Fahrstunde. Ich musste statt 80 nur noch 30 Kilometer pro Stunde fahren und die Strasse haben wir nicht mehr gesehen.» Mehrere Autos hätten ganz angehalten.


Autos mussten anhalten, wie dieser Leser aus Muri AG schreibt. (Video: Leserreporter)



In Baar ZG schlägt der Blitz ein: «Es fühlte sich an wie eine Schockwelle», schreibt dieser Leser. (Video: Leserreporter)


Dieses Leserbild zeigt einen Blitz über Rothrist AG. (Bild: Leserreporter)


Es blitzt auch im Kanton Luzern: «Heftiges Gewitter über Triengen», schreibt dieser Leserreporter aus Triengen LU. (Video: Leserreporter)



Laut SRF Meteo zeigt das Video dieses Twitter-Nutzers einen Vorgeschmack auf die erwarteten Sturmböen.


Dieses Facebook-Video von MeteoNews zeigt Starkregen in Eglisau ZH.


Die Stadt Zürich lag auf der Linie des Gewitters, wie Bernd Konanz von MeteoSchweiz sagt. (Video: Leserreporter)


Im luzernischen Willisau sind 45 Liter pro Quadratmeter gefallen. (Video: Leserreporter)

Am Samstagabend hatten unwetterartige Gewitter in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn enorme Schäden angerichtet. Es kam zu überschwemmten Kellern und Unterführungen, Hangrutschen und Stromausfällen. Allein aus der Region Zofingen gingen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung 1500 Schadenmeldungen ein. Die Zofinger Behörden gehen von einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe aus.

(oli/chk/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Letzi Parker am 10.07.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frische Luft

    In Zürich schon schön heftig. Solange niemand zu Schaden kommt, geniesse ich Gewitter.

  • BRUMMLI am 10.07.2017 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe nicht zu schlimm

    Ich mag Gewitter eigentlich sehr, solange keiner zu Schaden kommt. Aber bei uns in Turgi (Arrgau) zieht es praktisch immer vorbei. Ich bin mir langsam sicher das die 3 Flüsse die sich bei uns treffen der Grund dafür sind. irgendwie scheint es da eine unsichtbare Barriere zu geben. Ich hoff mal es gibt nicht zuviele Schäden Heute...und vorallem keine Verletzte

    einklappen einklappen
  • Frau am 10.07.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    merci - ging ja schnell

    in Sursee ist es gerade einmal vorbeikommen. mal sehen wann die zweite Welle durch rollt

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Regentänzer am 12.07.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Immernoch trocken

    Hätte gerne mehr Regen! --- etwas dosiert dafür stetig. Hier in der Region Basel ist es immer noch trocken. Es hat schon etwas geregnet, das reicht gerade um den Garten nicht giessen zu müssen und das Gras wieder etwas Wasser erhalten hat. Unter den Bäumen und im Wald ist es immer noch fast trocken :-((

  • Lucia Zumbrunnen. Selzach am 11.07.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wetter

    Heute Regen,Sonnenschein und Regenbogen

  • Ein vernuenftiger Denker am 11.07.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Masseinheiten

    Eigentlich waere es an der Zeit die idiotischen Liter pro Quadratmeter wieder abzuschaffen, wie in den meisten Laendern die das "System" auch mal einfuehrten bereits geschehen. Eine Angabe der Niederschlagsmenge in mm ist da wesentlich vernuenftiger, dabei spielt es keine Rolle ob das mm/km2, mm/mm2 oder was immer sind, aber jeder weiss genau um wieviel Niederschlag es sich handelt. Mir ist schon klar, dass mm kein Mengenmass ist, aber zur Illustrierung der Niederschlagsmenge ist die Angabe in mm nun mal viel praktischer

  • Barbara am 11.07.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wird aber wieder einmal...

    ...aus jeder Mücke ein Elephant gemacht. Das am Samstag in Zofingen war schlimm, das gestern Abend schlicht normal.

  • Herbert Walser am 11.07.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gewitter 10.07./Eine Erleuchtung

    Gewitterkommentar: Eine "Erleuchtung" Wir hatten das heftige Gewitter um 23 Uhr auf der Autobahn erlebt. Vor Uznach zwang uns die Baustelle, die Autobahn zu verlassen -und man verlor jede Orientierung. ...nein, an der Heckscheibe ein Dreistern zwischen zwei heftig blinkenden Scheinwerfern -eine wahre Sternenpracht -danke für die Rücksicht. Herbert Walser, Stäfa