Epidemie

04. Januar 2017 05:44; Akt: 04.01.2017 05:44 Print

Die Grippe hält Kinderärzte auf Trab

von Camille Kündig - Die Grippewelle hat das Land fest im Griff. In Schweizer Kinderpraxen werden derzeit besonders viele kleine Patienten behandelt.

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«Wir sind schlicht überrollt worden», sagt Petros Ioannou, Ärztlicher Leiter von Swiss Medi Kids. Die meisten Kinder wiesen klassische Grippesymptome auf wie beispielsweise hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, so Ioannou. Die Grippewelle hat die Schweiz derzeit im Griff. Sie können es den Viren aber etwas schwerer machen. Mit den folgenden Tipps dürfte das gelingen. Waschen Sie Ihre Hände und waschen Sie sie oft. Probanden, die während einer Untersuchung ihre Hände fünfmal pro Tag wuschen, reduzierten ihre Grippeanfälligkeit um 45 Prozent. Waschen Sie Ihre Hände nicht ein-, sondern zweimal. Denn nach einmaligem Waschen, so Forscher, seien Viren und Bakterien - auch mit spezieller Seife - noch nicht weggewaschen. Sehr viele Menschen waschen nach dem Klo-Besuch ihre Hände nicht. Nehmen Sie also, um die Tür nach dem Händewaschen zu öffnen, ein Papiertuch, damit sie nicht mit dem verseuchten Türgriff in Berührung kommen. Das Grippevirus wird zwar auch durch Küssen oder Husten übertragen, am meisten aber durch Hand-zu-Hand- oder Hand-zu-Objekt-Kontakt. Desinfizieren Sie also auch unterwegs oder am Arbeitsplatz Ihre Hände. Mit Tüchlein oder mit flüssigem Mittel. Benützen Sie, um sich die Augen zu reiben, nicht ihre Fingerspitze, sondern ihren Knöchel. Auf ihm sitzt das Grippevirus seltener. Geben Sie nicht immer sich selber die Schuld an allem! Menschen mit weniger Selbstvertrauen erkranken öfter an Grippe als andere. Zurückzuführen ist dies darauf, dass Stress nicht gut fürs Immunsystem ist. Platzieren Sie in der Grippe-Zeit Taschentücherboxen überall dort, wo Menschen sind. In der Wohnung, am Arbeitsplatz, im Auto. Niest dann jemand in Ihrer Nähe, tut er dies sehr wahrscheinlich in ein Taschentuch und mindert so die Ansteckungsgefahr. Reduzieren Sie die Raumtemperatur um fünf Grad. In der trockenen Luft eines überheizten Raumes fühlen sich die Viren pudelwohl. Installieren Sie zusätzlich einen Luftbefeuchter. Kaufen Sie sich ein Hygrometer. Es misst die Luftfeuchtigkeit. Unter 40 Prozent ist die Luft zu trocken und Sie sind anfällig auf Viren, über 60 Prozent bedeutet, dass sich Schimmel bilden wird. Um die 50 Prozent ist perfekt. Einmal die Woche ab in die Sauna. Denn, so eine Studie, Menschen, die einmal pro Woche saunieren, erkranken 50 Prozent weniger häufig an Grippe. Unglaublich, hilft aber: Atmen Sie regelmässig die heisse Föhn-Luft ein. Den Föhn dazu auf warm (nicht heiss) stellen und eine Armlänge vom Gesicht entfernt halten. Atmen Sie so lange Sie können durch die Nase ein, am besten während 20 Minuten. Die tägliche Knoblauch-Ration hält nicht nur die Grippe fern. Sollte das Virus nämlich trotzdem zuschlagen, sind die Symptome bei Knoblauch-Essern viel weniger schlimm. Einmal pro Tag setzen Sie sich in einen abgedunkelten Raum, schliessen die Augen und denken an ein bestimmtes Wort. Meditation macht frei von Stress. Und stressfreie Menschen erkranken weniger schnell. Handtücher müssen in der Grippe-Saison alle drei bis vier Tage gewechselt werden. Waschen Sie sie heiss, um die Viren abzutöten. Reinigen Sie allabendlich Ihre Fingernägel. Dort krallen sich nämlich die bösen Viren fest! Joghurt-Esser erkranken in der Regel viermal seltener als Nicht-Joghurt-Esser. Essen Sie jeden Tag einen Becher - starten Sie diese Gewohnheit im Sommer, damit Ihr Immunsystem bis im Winter voll widerstandsfähig ist.

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Just eine Woche vor den Festtagen und deutlich früher als sonst hat die Grippewelle die Schweiz erfasst. Das bekommen nun die Kinderärzte deutlich zu spüren: Kinderarztpraxen des ganzen Landes behandeln derzeit scharenweise kleine Patienten gegen die Influenzaviren.

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«Wir hatten über die Feiertage so viele Patienten wie noch nie», sagte Katja Berlinger, CEO von Swiss Medi Kids, zur Zeitung «Der Landbote». In den Kinder-Permanencen in Winterthur und Zürich seien bis zu 70 Patienten pro Tag betreut worden.

Petros Ioannou, Ärztlicher Leiter der Permanence, ergänzt: «Wir sind schlicht überrollt worden.» Die meisten Kinder wiesen klassische Grippesymptome auf wie beispielsweise hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.

40 Patienten pro Tag

Auch im neu eröffneten Swiss Medi Kids Standort in Luzern sei die Patientenzahl derzeit eher hoch, sagt Ioannou zu 20 Minuten. «Wir hatten Tage mit bis zu 20 Patienten.»

Die Angestellten der Berner Kinderpraxis Localinomed hatten über die Festtage ebenfalls viel zu tun. «Ein Arzt musste im Schnitt 40 Patienten pro Tag behandeln», sagt Annette Carrard, Leitende Ärztin. Und: «Viele hatten Grippesymptome.» Dabei würden sich hauptsächlich chronisch kranke Kinder gegen die infektiöse Erkrankung impfen lassen, erzählt Carrard. Einige Gesunde ebenfalls. «Viele Kinder tun dies aber nicht.»

Virale Erkrankungen der Atemwege

Beim Universitäts-Kinderspital beider Basel wurden über die Feiertage circa 160 bis 200 Kinder und Jugendliche auf der Notfallstation behandelt, erzählt Sprecherin Deborah Wallrabenstein. «Diese litten allerdings eher weniger an der klassischen Influenza, sondern an viralen Erkrankungen der Atemwege.»

Ähnlich hält es sich in den Spitälern Schaffhausen. Hier konsultierten derzeit saisonbedingt mehr Kinder mit Erkältungskrankheiten, erzählt Sprecherin Lisa Dätwyler. «Es ist aber noch im Normalbereich.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antu am 04.01.2017 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Kein Wunder wenn man die Kids trotz Fieber noch in den Hort bringt oder über die Festtage sich mit kranken Personen trifft. Ich sehe immer wieder wie kranke Kinder trotzdem in die Kita abgegeben werden. Unverantwortlich find ich das. Die Grippe verbreitete sich wie ein Lauffeuer, mutierte und kam wieder.

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  • Petra G am 04.01.2017 05:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig hausärzte auf dem land

    Ohooo bis zu 20 patienten am tag? Auch ohne grippe-welle behandelt mein chef 50+ patienten am tag, zur zeit sind es eher 60-65 und dass obwohl die grippewelle noch nicht so ganz bei uns angekommen ist...

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  • Patientin am 04.01.2017 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wartezimmer sind Brutstätten

    Wer sie noch nicht hat, muss nur zum Arzt ins Wartezimmer. Hatte eine Gelenkverletzung, musste zum Arzt. Beim langen Warten und den überheizten Räumen hatten die Viren jede Chance vom einen zum anderen zu hüpfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Denise am 04.01.2017 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin D

    Vitamin D Würden die Leute von September bis April täglich Vitamin D einnehmen wäre das Immunsystem viel stärker und man kommt prima durch die Kränkelzeit! Darüber solltet ihr mal schreiben. Die vielseitige Wirkung dieses Hormons wird immer noch unterschätzt.

  • John am 04.01.2017 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arztbesuch lohnt sich

    Meine Tochter 9 war im Dezember 1 Woche zuhause, jetzt hat sie eine Lungenentzündung. Das erste Mal gingen wir nicht zum Arzt. Kommt schon gut, jetzt als der Fieber wieder kam gingen wir ins Spital Winterthur dort fanden sie nicht raus. Nach zwei Tagen gingen wir zum Hausarzt der es rausfand dass es ein aggressiver Virus ist. Nun Antibiotica. Zum Glück hätte blöder ausgehen können.

    • Pflegefachfrau am 05.01.2017 05:59 Report Diesen Beitrag melden

      Korrektur

      Viren können nicht mit Antibiotika behandelt werden. Nur Bakterien sprechen darauf an.

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  • Don Logan am 04.01.2017 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    Teddy

    Schön, wenn die Kinderärzte auch gleich die Teddybären der Kinder untersuchen.

  • Patricia am 04.01.2017 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Warum keine Doppelblindstudien?

    Die offizielle Begründung dafür, dass die Impfexperten der Welt konsequent auf ordentliche Placebo-kontrollierte Doppelblindstudien verzichten, basiert auf einem Zirkelschluss. Und Zirkelschlüsse sind in der Wissenschaft ein absolutes No-Go, ein Tabu, ein Logikfehler.

    • T. Jobs am 05.01.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Was Sie sagen...

      Yep, und Kurzschlüsse im Kopf sind in der seriösen, nicht bildungsfernen, Wissenschaft ebenfalls Tabu!

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  • Umdenker am 04.01.2017 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Spanische Grippe

    Wer mal nach der spanischen Grippe forscht stösst bald einmal auf den merkwürdigen Umstand, daß gemäß Augenzeugen von Pflegepersonal damals, praktisch nur Geimpfte daran erkrankten, da fragt man sich: Wurde die spanische Grippe etwa geimpft? War früher überzeugter Impfbefürworter doch je mehr man sich damit befasst, desto tiefer sinkt das Vertrauen, das ganze stinkt zum Himmel!

    • Walter Hechtler am 04.01.2017 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      Umdenken Umdenker

      Das ist wieder einmal ein BS Fakt Umdenker. Also lieber Mund zu und weiterschlafen als etwas bloedes zu Schreiben.

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