Nichtrauchen als Norm

03. Oktober 2016 21:52; Akt: 03.10.2016 22:56 Print

Die Hälfte der Raucher will das Qualmen aufgeben

Eine Mehrheit der Raucher möchte auf die Zigarette verzichten. Bei den Jungen ist es anders: Sie verschieben den Ausstieg auf später.

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52,8 Prozent der Schweizer Raucher möchten auf ihr Laster verzichten. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Im Vergleich zu 2011 ist das eine Zunahme von 11,4 Prozent. Aufhören wollen jene, die täglich konsumieren, sowie die Gelegenheitsraucher. Verena El-Fehri, Direktorin der Tabakprävention Schweiz, führt dies auf die strengere Gesetzgebung wie etwa die grösseren Auflagen für Raucherbeizen zurück. «Raucher sind heute weniger sichtbar, und es ist heute die Norm, nicht zu rauchen.» Das führe dazu, dass immer mehr Raucher ihren Konsum hinterfragen würden. (Symbolbild) Während immer mehr Raucher auf den Griff ins Zigarettenpäckli verzichten wollen, bleibt die Zahl der Konsumenten laut Suchtmonitoring Schweiz in den letzten Jahren jedoch insgesamt stabil. Laut BAG-Sprecherin Simone Buchmann heisst das nicht, dass die meisten Aufhörversuche scheitern. «Es wollen zwar mehr Leute aufhören, und ein Teil schafft es auch, gleichzeitig kommen aber immer neue Raucher hinzu und kompensieren die Abgänge.» Die Neueinsteiger seien vor allem Jugendliche unter 18 Jahren. (Symbolbild) Die Jungen sorgen nicht nur dafür, dass die Zahl der Raucher stabil bleibt, sondern sie sind auch weniger bereit, ihr Laster aufzugeben. «Jugendliche sind dem Passivrauch im Ausgang viel mehr ausgesetzt als Ältere und bekommen so auch durch die aggressive Werbung eher das Gefühl, es sei nichts Schlimmes dabei», sagt Christian Schwendimann von der Beratungsstelle Züri Rauchfrei. Gregor Rutz, SVP-Nationalrat und Präsident des Verbands der Tabakwarenhändler, hält nichts davon, die Raucher mit Kampagnen zum Ausstieg zu bekehren. «Man versucht, das Rauchen negativ darzustellen und den Konsumenten einen bestimmten Lebensstil aufzuzwingen.»

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Mehr als die Hälfte der Schweizer Raucher will ihr Laster loswerden. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Im Vergleich zu 2011 ist das eine Zunahme von 11,4 Prozent. Aufhören wollen jene, die täglich konsumieren, aber auch die Gelegenheitsraucher.

Umfrage
Haben Sie schon einmal probiert, mit dem Rauchen aufzuhören?
43 %
32 %
17 %
8 %
Insgesamt 3739 Teilnehmer

Verena El Fehri, Direktorin der Tabakprävention Schweiz, führt dies auf die strengere Gesetzgebung wie etwa die grösseren Auflagen für Raucherbeizen zurück. «Raucher sind heute weniger sichtbar, und es ist heute die Norm, nicht zu rauchen.» Das führe dazu, dass immer mehr Raucher ihren Konsum hinterfragen. Mit neuen Werbespots versucht das BAG nun, noch mehr Raucher zum Rauchstopp zu animieren.

Neue Raucher ersetzen jene, die aufhören

Während immer mehr Raucher auf den Griff ins Zigarettenpäckli verzichten wollen, bleibt die Zahl der Konsumenten laut Suchtmonitoring Schweiz in den letzten Jahren jedoch insgesamt stabil. Laut BAG-Sprecherin Simone Buchmann heisst das nicht, dass die meisten Aufhörversuche scheitern. «Es wollen zwar mehr Leute aufhören, und ein Teil schafft es auch, gleichzeitig kommen aber immer neue Raucher hinzu und kompensieren die Abgänge.» Die Neueinsteiger seien vor allem Jugendliche und junge Erwachsene unter 20 Jahren.

Die Jungen sorgen nicht nur dafür, dass die Zahl der Raucher stabil bleibt. Sie sind auch weniger bereit, ihr Laster aufzugeben. Eine Auswertung nach Alter zeigt: Die wenigsten in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen wollen in den nächsten 30 Tagen aufhören. Die meisten geben an, «in den nächsten sechs Monaten» einen Versuch zu starten.

«Junge denken, rauchen sei nicht schlimm»

Buchmann führt das darauf zurück, dass viele zwar wüssten, dass sie ihrer Gesundheit schaden, den Rauchstopp aber lieber hinauszögerten. «Die Freude am Rauchen und der Coolness-Faktor sind in diesem Alter noch zu gross.» Der Raucheranteil bei den Jungen zwischen 20 und 34 Jahren ist laut Suchtmonitor Schweiz am höchsten. Bei der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen rauchen 23,5 Prozent täglich.

«Jugendliche sind dem Passivrauch im Ausgang viel mehr ausgesetzt als Ältere und bekommen so auch durch die aggressive Werbung eher das Gefühl, es sei nichts Schlimmes dabei», sagt Christian Schwendimann von der Beratungsstelle Züri Rauchfrei. Verena El Fehri von der Tabakprävention sagt: «Viele Junge denken, dass sie nur eine kurze Episode in ihrem Leben rauchen werden, darum denken sie noch kaum ans Aufhören.»

«Rauchen ist ein erlaubter Genuss»

Der Wille, mit dem Rauchen aufzuhören, ist laut BAG-Studie bei den 35 bis 44-Jährigen am höchsten. «Wer Familie und Job hat, bekommt aus der Gesellschaft viel stärker die Rückmeldung, dass Rauchen nicht in Ordnung ist, darum wollen in diesem Alter mehr aussteigen», erklärt Schwendimann.

Gregor Rutz, SVP-Nationalrat und Präsident des Verbands der Tabakwarenhändler, hält nichts davon, die Raucher mit Kampagnen zum Ausstieg zu bekehren. «Man versucht, das Rauchen negativ darzustellen und den Konsumenten einen bestimmten Lebensstil aufzuzwingen.» Dies sei bei einem legalen Genussmittel ein störender Markteingriff. Rutz sagt: «Rauchen ist ein erlaubter Genuss, und erwachsene Menschen sind mündig, selber zu entscheiden, ob sie rauchen möchten oder nicht.»

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zufriedener Nichtraucher am 03.10.2016 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr Raucher

    Als ich vor 15 Jahren aufhörte zu Rauchen habe ich eine meiner besten Entscheidungen meines Lebens getroffen. Super für meine Gesundheit und meinen Geldbeutel. Das Essen schmeckt wesentlich besser und die Kleider stinken nicht mehr nach Rauch.

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  • Minion am 03.10.2016 22:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon klar

    Ein Tabakhändler behauptet also, rauchen sei in keinster Weise negativ, nee is' klar. Nein, man soll niemandem das Nichtrauchen aufzwingen, aber zu behauptet, rauchen sei nicht schädlich für die Gesundheit, ist einfach lachhaft.

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  • Josip am 03.10.2016 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor 11.Tage aufgehört

    Ich (m.22j) habe vor 11 Tage meine letzte Zigarette geraucht, nachdem ich knapp 7 Jahre geraucht habe. Ich habe nur auf die Gesundheit gedacht und mir vorgestellt, wie es wäre in paar Jahre meine Familie zu Gründun und dann an Lungenkrebs zu erleiden. Deshalb habe ich radikal von heute auf morgen aufgehört und bin auf die E-Zigarette ohne Nikotin umgestiegen P.S Ich fühle mich so gut und frei

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mathieu am 04.10.2016 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dampfen rettet Leben

    Danke E-Zigi!! Ohne dich hätte ich es nie geschafft!

  • G.S. am 04.10.2016 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Allen Carr

    Habe vor 4 Monaten mit dem Rauchen aufgehört. Das Buch Allen Carr hat seinen wesentlichen Beitrag geleistet. Wenn ich hier die Fragen "warum überhaupt anfangen" etc. so lese, empfehle ich auch jedem Nichtraucher, dieses Buch zu lesen. Es erklärt schön, wie Werbung, Tabakindustrie, u.v.m. funktioniert. Sehr spannend. Und durchschaut man es, erkennt man, dass man nicht süchtig sein muss.

  • Realist am 04.10.2016 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    raucht ruhig weiter

    nicht auszudenken, wenn per sofort alle aufhören würden... die AHV würde noch mehr leiden. Raucht ruhig weiter und helft finanzieren, schliesslich will ich dann in ca. 15 Jahren davon profitieren...

    • Punkt am 04.10.2016 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Vielleicht können Sie trotz Nichtrauchens auch nicht davon profitieren..? Wer weiss schon, ob er gesund bleibt? Ist immer auch Glückssache und Schicksal.

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  • eveline am 04.10.2016 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EX KettenraucherIN

    Ich habe vor 13 Jahren aufgehört. Nach einigen Fehlversuchen habe ich dann mit Hilfe vom Arzt mit Tabletten aufgehört. hat prima funktioniert. Ich war Kettenraucher 2-3 Päckchen pro Tag. Geraucht habe ich in der Wohnung, im Auto etc. Einladungen bei Freunden oder lange Flugreisen kamen nicht in Frage wenn ich nicht rauchen konnte. Also schwer süchtigJetzt bin ich glücklich überall sein zu können ohne immer an die nächste ZIGI zu denken.

  • Vapemonster am 04.10.2016 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vape

    Dampfen ist die Antwort Ganz einfach