Guerilla-Aktion

03. Juli 2014 14:27; Akt: 03.07.2014 14:35 Print

Die Haltestelle wird zum Wohnzimmer

So angenehm sass der Mann wohl kaum je an der Haltestelle: In Bern verwandelte ein Möbelhaus Bushäuschen in gute Stuben. Allerdings könnte die Aktion rechtliche Folgen haben.

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So relaxt wartet man selten auf den nächsten Bus: Haltestelle UPD Waldau in Bern. (Bild: Leser-Reporter)

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Auf den ersten Blick ein alltägliches Bild: Ein Mann sitzt auf einem Sofa, zieht an seiner Zigarette. Sie kann sich sehen lassen, die Einrichtung seiner Stube. Teppich, Tischchen, Früchteschale, Blumenvase, Zimmerlampe, Sitzkissen und ein lila Vorhang am Fenster – heimelig.

Weniger alltäglich ist der Ort der kleinen Stube: Es handelt sich um die Haltestelle UPD Waldau von Bernmobil. «Das sah so witzig aus, wie der da gemütlich sass und seine Zigi rauchte», sagt Leser-Reporter Dominik Ammann, «ich musste einfach kurz anhalten und ein Foto machen.»

Leider ist schon morgen Schluss mit der Gemütlichkeit: Bei der Haltestellenverwandlung handelt es sich um eine Werbeaktion des Möbelhauses Micasa, wie Andrea Bauer von der Migros Aare bestätigt. «Ja, wir wollten den Leuten damit das Warten verschönern. Die Möbel werden wir am Abend wieder entfernen», so Bauer. Insgesamt seien sechs Haltestellen in Bern, vier in Thun und drei in Aarau in Wohnzimmer verwandelt worden.

Allerdings könnte die Aktion der Migros ein juristisches Nachspiel haben: «Wir haben keine Kenntnis von dieser Aktion, und Bernmobil auch nicht», sagt Norbert Esseiva, stellvertetender Leiter der Berner Gewerbepolizei, zu 20 Minuten. «Wir klären ab, ob das gesetzliche Konsequenzen hat.»

(gbr)