Cyber-Gegenschläge

30. März 2011 21:22; Akt: 30.03.2011 21:33 Print

Die Rechtsgrundlage fehlt

von Gaudenz Looser - Die Schweiz muss ihre Kräfte gegen Internetangriffe besser bündeln und ausbauen. Dies fordert der Projektleiter für die Cyber-Defense-Strategie des Bundes, Kurt Nydegger.

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Kurt Nydegger.

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Herr Nydegger, wie schlecht ist die Schweiz gegen Cyberattacken geschützt?

Kurt Nydegger: Wir sind nicht schlecht gerüstet, jedenfalls nicht schlechter als andere Staaten. Ein Problem ist, dass beim Bund, bei der Wirtschaft und bei den kritischen Institutionen wie Energieversorgung, Telekommunikation- oder Transportsektor jeder für sich schaut. Wir müssen unsere Kräfte bündeln, weil wir sonst bei längeren Krisen zu wenig personelle Reserven haben.

Führt Ihr Auftrag zur Gründung einer Cyberarmee?

Nein, es geht um ein übergeordnetes Instrument, das im Fall einer grösseren Cyberattacke zwischen den bestehenden Institutionen rasch Know-how und nötigenfalls personelle Ressourcen zur Verfügung stellt. Es ist wichtig, eine schweizweite Koordination im Bereich der Cyber Defense sicherzustellen. Operativ bleiben die bestehenden Institutionen aber in jedem Fall eigenständig.

Geht es um eine militärische, eine polizeiliche oder um eine nachrichtendienstliche Cybereinheit?

Weder noch. Aber sie arbeitet mit Einheiten all dieser Bereiche zusammen.

Wie funktioniert Cyber Defense – gibt es da Schweizer Hacker, die bei Attacken zum Cyber-Gegenschlag ausholen?

Nydegger: Nein, im Moment beschränken wir uns bei Cyber Defense auf Schutz und Abwehr. Für Cyber-Gegenschläge, wie Sie es nennen, fehlt uns die Rechtsgrundlage. Die Cyber-Defense-Strategie wird aufzeigen, wie wir uns in Zukunft gegen solche Angriffe schützen können.

Was müsste ich tun, wenn ich als junger Informatiker Cyberkrieger werden möchte?

Wir finden in der Regel die Personen, die wir benötigen. Aber eine reguläre Bewerbung kann auch funktionieren.