Kein Wunschkandidat mehr

08. Dezember 2011 20:26; Akt: 08.12.2011 20:27 Print

Die SP lässt Walter im Regen stehen

Die SVP zaubert mit Hansjörg Walter einen Kandidaten aus dem Hut, der die Wahl in den Bundesrat einst haarscharf verpasste. Dennoch hat er bei den anderen Parteien heute schlechte Karten.

storybild

SVP-Fraktionschef Caspar Baader zeigt Hansjörg Walter seinen Platz. Ob der Bauernpräsident den zweiten Bundesratssitz für die SVP zurückholen kann, ist fraglich.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor drei Jahren war Hansjörg Walter der Mann der Stunde für die Linke: Sie lancierte ihn in der Bundesratskür als Sprengkandidaten gegen Ueli Maurer – obwohl der Bauernpräsident die Annahme einer Wahl aus Loyalität zu seiner Partei ausschloss. Trotz dieser Erklärung Walters schaffte Maurer die Wahl letztlich mit nur einer Stimme Vorsprung.

Die damalige breite Unterstützung für Walter bedeutet aber nicht, dass er am nächsten Mittwoch bedeutend bessere Karten als Bruno Zuppiger hat. Der Grund dafür ist seine Weigerung, den FDP-Sitz anzugreifen. Hansjörg Walter sei ein ernst zu nehmender Kandidat, sagt zwar SP-Vizefraktionschef Andy Tschümperlin gegenüber 20 Minuten Online. Aber die Situation sei nicht mehr die gleiche wie vor drei Jahren. «Wenn er nicht gegen die FDP antreten will und wir davon ausgehen, dass Widmer-Schlumpf relativ ungefährdet ist, müsste er ja einen SP-Sitz attackieren.» In diesem Fall erübrige sich eine Vorladung durch die SP-Fraktion, betont Tschümperlin.

Nur Chancen bei Duell gegen Schneider-Ammann

Der Präsident der Grünen, Ueli Leuenberger, billigt zwar Walter durchaus Chancen auf eine Wahl zu – aber nur, wenn dieser zum Duell gegen Johann Schneider-Ammann bereit ist. Die Nomination des Thurgauers bezeichnet Leuenberger gegenüber der SDA als «intelligent und gschpürig».

Für einen Erfolg wäre Walter möglicherweise auch auf Stimmen aus der CVP angewiesen. Die Spitzen der Partei wollen sich nicht äussern. Der St. Galler Landwirt Jakob Büchler könnte sich zwar «durchaus vorstellen, Walter aus Bauernsolidarität wählen» Doch er sei schon überrascht von der SVP-Kehrtwende – und sähe Walter eigentlich lieber weiterhin als Nationalratspräsidenten.

(hhs)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Berger am 09.12.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Noch viel Zeit

    Bis Mittwoch kann die SVP noch ein paar mal ihre Kandidaten tauschen... sobald die Öffentlichkeit etwas weiss, dass sie nicht wissen sollte, geht das jeweils ziemlich schnell. Und dass Herr Walter nur gegen einen bestimmten Kandidaten antreten will, macht ihn unwählbar. Tja... könnte gut sein, dass es keinen zweiten SVP-Bundesrat gibt. Und auch 2011 wäre die SVP wieder selbst schuld. Tipp: Schaut mal Euren Strategen etwas genauer auf die Finger... vielleicht merkt ihr dann was.

  • Meyer am 09.12.2011 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesratswahlen

    Bin sehr endtäuscht von Herr Walter.Einmal ja einmal nein.Was will er?Besser wäre er bleibe Daheim bei seinen Liebsten.Da hat er Frau und hätte nicht das wenn und aber,und müsste sich nicht als Lückenbüsser sich hergeben

  • ThomasG am 09.12.2011 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Tipp an das Parlament

    Also ich würde Hr. Walter anstelle von Hr. Schneider in den BR wählen. Ob die SVP und Hr Walter wollen oder nicht. Die nötigen Stimmen von Links bis weit über die Mitte wären vorhanden. Die SVP kann dann wählen: Entweder sie ist wie gefordert mit zwei Personen im BR. Oder sie verzichtet freiwillig, was gleichbedeutend mit 4 Jahre "Schnauzehalten" zu diesem Thema ist. Beides absolut positiv für die Schweiz.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Aregger am 10.12.2011 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mediale Aufmerksamkeit vs Probleme lösen

    Ich gebe Jürg Imhasly absolut recht! Es dürfte nicht sein, was momentan leider passiert. Die Politiker nehmen sich wichtig und es geht nicht mehr ums Probleme lösen! Manch einem steht ins Gesicht geschrieben: "seht, wie wichtig ich bin! Ich habe Aufmerksamkeit verdient!" Und das ist einfach nur lächerlich!

  • Jürg Imhasly am 09.12.2011 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören und Anpacken!

    Seit Wochen sind die Politiker am Pläne für die Wahl schmieden und lobbyieren. DAs ist ein fixfertiges Gestürm. Ich will Politiker, die Probleme lösen und arbeiten. Nicht Machtspiele spielen!

  • Marlene Droux am 09.12.2011 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Wieso schreiben die Linken der SVP vor, wen sie bringen sollen und wer wählbar ist. Es müssen mal SVP Kanditaten gewählt werden, die von der SVP Wählerschaft gewünscht werden. Also die Aussage, wir werden einen SVPler wählen, wenn er unser Gedankengut hat, finde ich lachhaft. Es werden ja auch SPler gewählt, die uns überhaupt nicht passen. Das ist nun mal so!

    • Tom - Bern am 09.12.2011 20:44 Report Diesen Beitrag melden

      es muss gewählt werden was kommt?

      Was ist denn dies für eine Einstellung? Zu fordern dass der SVP Kandidat gewählt werden muss, der von der Wählerschaft gewünscht wird. Jetzt einmal ganz unabhängig von der Partei - eine Wahl bedeutet, dass sich die Wählenden entscheiden dürfen, ob sie den Kandidat wählen oder nicht. Denn wenn man nur noch dazu nicken darf, dann hat dies nichts mehr mit einer Wahl zu tun.

    • FredySchüpbach am 09.12.2011 21:31 Report Diesen Beitrag melden

      was denn?

      Frau Droux,nur Blocher-Baader-Brunner trafen diese Wahl. Haben Sie sich die Frage gestellt, warum alle anderen Endkandidaten der Parteileitung einen Korb versetzten?

    • Lorenz Melanie am 10.12.2011 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Die Bevormundung an die SVP

      Werte Frau Druox, Bravo ich sehe das genau so wie Sie es sehen. Die SP bemerkt gar nicht wie sie alles verdrehen. Würde die SVP mit Ihnen so umgehen, würde es wieder heissen, diese seien taktlos und arrogant. Die Wahrheit ist, das sie es selber sind, die einem anders Denkendem nicht den gleichen Respekt entgegenbringen. Habe im Asylbereich gearbeitet, was die liebe Frau Schlumpf dort in den letzten Jahren angerichtet hat, muss jetzt ausgebadet werde. Zur Zeit wird sie ja nur gerühmt wegen den tollen Finanzen die sie im Griff hat, aber, dass sie dort in ein gut gemachtes Bett hineingesprungen i

    • Chris von Swiss am 10.12.2011 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Da kann ich ihnen nur zu 100% zustimmen! Die SP hat die einzige Wahrheit halt für sich gepachtet, und akzeptiert keine anderen Meinung!

    einklappen einklappen
  • A-Gross am 09.12.2011 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kandidatur Walter kommt zu spät

    Die Kandidatur von Herrn Walter kommt klar zu spät. Die SVP-Führungsriege, namentlich Toni Brunner, Caspar Baader und Christoph Blocher, soll geschlossen zurücktreten, sie hat die Vorbereitung auf die Gesamterneuerungswahl des Bundesrates schlichtweg verschlafen.

    • Fredy Schüpbach am 09.12.2011 21:31 Report Diesen Beitrag melden

      richtig gesehen

      ganz dieser Meinung

    einklappen einklappen
  • Keoklein am 09.12.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Akzeptiert das Ergebnis der Wahlen!

    Heuchlerische SVP! Immer das Volk hochjubeln und dann nicht akzeptieren wollen, dass genau dieses Volk bei den Wahlen die Mitte gestärkt hat. Eine rechte Mehrheit bei den BR-Wahlen mit 2 SVP und 2 FDP wäre damit nicht richtig. Entweder die SVP nimmt den einen Sitz der FDP oder sie wartet weitere 4 Jahre bis zur nächsten Wahl...

    • paedu am 09.12.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

      100% richtig

      Die FDP und SVP haben zusammen absolut kein Anspruch auf die Mehrheit im BR.

    einklappen einklappen