Liste verlängert

06. Dezember 2011 12:23; Akt: 06.12.2011 12:50 Print

Die Schweiz hat 52 neue illegale Drogen

Seit Anfang Monat ist die Liste von illegalen Substanzen in der Schweiz um über 50 Namen länger. Der Bund reagiert damit auf Designerdrogenhandel im Internet.

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Neue Drogen kommen meist als Dünger oder Badesalze in die Schweiz. (Bild: Keystone)

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Mehr als 50 Designerdrogen sind seit dem 1. Dezember illegal. Die Substanzen werden im Internet unter anderem als Badesalze oder Dünger gehandelt. Die Schweiz will mit dem Verbot nicht zuletzt verhindern, dass sie zum Umschlagplatz für Designerdrogen wird.

Herstellung, Handel und Anwendung der 52 Einzelsubstanzen und sieben Verbindungsklassen sind neu illegal und unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz. Dies teilten das Eidg. Departement des Innern (EDI) und das Heilmittelinstitut Swissmedic am Dienstag mit. Eine entsprechende Verordnungsänderung trat Anfang Monat in Kraft. Polizei und Zoll können die Designerdrogen sofort beschlagnahmen.

«Als Badesalze oder Dünger gehandelt»

«Bei den Substanzen handelt es sich beispielsweise um Produkte, die im Internet als Badesalze, Dünger oder Forschungschemikalien gehandelt werden», sagte Hans-Beat Jenny von Swissmedic auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Jenny leitet bei Swissmedic den Bereich Bewilligungen.

Die Substanzen, die in der Liste mit chemischen Bezeichnungen wie Naphthylpyrovalerone oder Phenyacetylindoleone geführt werden, haben laut Jenny ganz unterschiedliche Wirkungen: Die einen wirken halluzinogen, andere aufputschend, euphorisierend oder narkotisierend. «Der Wildwuchs macht diese Drogen besonders gefährlich», sagte Jenny.

Schweiz schliesst zu Nachbarländern auf

Hinter dem Handel mit diesen Substanzen stehen laut Swissmedic nicht etwa kleine Tüftler, sondern die organisierte Kriminalität. Einen Hinweis auf das Ausmass geben die Mengen, die im Zolltransit entdeckt werden.

Gemäss Hans-Beat Jenny handelte es sich allein in den letzten Monaten um Sendungen von Hunderten von Kilogramm. Pro Sendung entspricht dies einem geschätzten Verkaufserlös im zweistelligen Millionenbereich.

«Im Gleichtakt mit den umliegenden Ländern»

Mit dem Inkraftsetzen des revidierten Betäubungsmittelgesetzes und den entsprechenden Verordnungen auf den 1. Juli 2011 hatte der Bundesrat die Grundlage dafür geschaffen, die Designerdrogen der Kontrolle zu unterstellen. Swissmedic will nun neu auf dem Markt auftretende Substanzen jeweils möglichst schnell und mehrmals pro Jahr in das sogenannte «Verzeichnis e» aufnehmen.

Damit bewegt sich die Schweiz «im Gleichtakt mit den umliegenden Ländern», wie das EDI in der Mitteilung festhält. Somit drohe sie nicht, wegen fehlender Regelungen «zum Umschlagplatz für Designerdrogen zu werden».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.P. Jenny am 06.12.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    verbot

    Hauptsache alles verbieten, ade du schnöde Schweiz...

  • noidem am 07.12.2011 05:46 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Verbietet lieber Drogen wie Alkohol und Nikotin! Nikotin ist nur süchtigmachend und Alkohol fordert jährlich zig-Tausende Todesopfer! DAS sind die wirklich schlimmen Drogen, nicht etwa die Halluzinogene oder Aufputschmittel! Sowieso fördert der Verbot dieser Substanzen nur die Kriminalität. Oder denkt der Staat im ernst, ein Konsument würde wegen einem lächerlichen Verbot aufhören diese Substanz zu nehmen?

  • H. Anfling am 07.12.2011 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pillen vs. Hanf

    Unter uns gesagt: Ich. 44, kenne so manchen aus meiner Jugendzeit, der dank irgendwelcher Designerpillen heute in der Psychi steckt. - Und alle (wirklich!!) die damals gekifft haben (und dabei geblieben sind), sind normal, gehen arbeiten und bezahlen ihre Steuern. - Aber heute werden die Kiffer polizeilich verfolgt und kriminalisiert. - Komisch, was da abgeht in der schönen Schweiz!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Piti am 07.12.2011 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnloser Kampf

    Der Kampf bringt nicht viel daher die Erfinder dieser feinen Stoffe immer wieder neue Produkte macht eifach mit dem gleichen wirkstoff aber villeicht in einem völlig anderem Designe

  • H. Anfling am 07.12.2011 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Pillen vs. Hanf

    Unter uns gesagt: Ich. 44, kenne so manchen aus meiner Jugendzeit, der dank irgendwelcher Designerpillen heute in der Psychi steckt. - Und alle (wirklich!!) die damals gekifft haben (und dabei geblieben sind), sind normal, gehen arbeiten und bezahlen ihre Steuern. - Aber heute werden die Kiffer polizeilich verfolgt und kriminalisiert. - Komisch, was da abgeht in der schönen Schweiz!!!

  • noidem am 07.12.2011 05:46 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Verbietet lieber Drogen wie Alkohol und Nikotin! Nikotin ist nur süchtigmachend und Alkohol fordert jährlich zig-Tausende Todesopfer! DAS sind die wirklich schlimmen Drogen, nicht etwa die Halluzinogene oder Aufputschmittel! Sowieso fördert der Verbot dieser Substanzen nur die Kriminalität. Oder denkt der Staat im ernst, ein Konsument würde wegen einem lächerlichen Verbot aufhören diese Substanz zu nehmen?

  • tschouns am 06.12.2011 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    frage:

    Wer braucht so was? Warum braucht man Drogen? Mir reicht meine Vorstellungskraft total aus.

    • Tommy am 07.12.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      Cool

      Alkohol, Nikotin, Koffein, verschiedene Medikamente... sind übrigens alles auch Drogen. Es ist ja auch kein Problem wenn du keine Drogen brauchst oder willst. Aber es gibt keinen Grund das deshalb allen zu verbieten. Wenn man niemanden anderen schädigt, dann soll es auch legal sein. Massnahmen gegen Passivrauchen oder besoffen fahren sind sicher nötig. Aber es gibt keinen Grund weshalb man nicht im stillen Kämmerlein kiffen/koksen/fixen darf.

    einklappen einklappen
  • Bruno am 06.12.2011 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Bei den lächerlichen Strafen für illegale Machenschaften ist das kein Wunder. Besonders da bestimmt noch einige grosse die Finger mit im Spiel haben, denen man einen Kratzer am Ansehen ersparen will.